31.07.2021

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Ostpreußische Museumsstücke

Mit Fischotter Ingo auf Entdeckungstour

Im Ostpreußischen Landesmuseum werden Kinder mit einem Maskottchen durch die Ausstellung geführt

Ostpreußisches Landesmuseum
09.04.2021

Im Museum lieben Kinder Erlebnisräume mit interaktiven Stationen und einfachen Texten. So können sie spielend mit den für sie manchmal spröde wirkenden musealen Themen umgehen. Die Bedürfnisse der jungen Generation mit zu berücksichtigen, gehört heutzutage zur Ausstellungsplanung jedes modernen Museums dazu. Das gilt im Besonderen für die Dauerausstellung des vor zwei Jahren wiedereröffneten Ostpreußischen Landesmuseums. Diese wurde entsprechend auch für Familien und Großeltern-Enkel-Besuche optimiert.

Mit dabei ist Fischotter Ingo, das Museumsmaskottchen. Er hilft den Kindern und Familien, auf einem erlebnisreichen Pfad zu interessanten Exponaten aus vielen Jahrhunderten zu finden. Bei dem großen Angebot an diversen Kulturschätzen, welches das Museum zu bieten hat, ist es schwierig, eine freie Auswahl zu treffen. Bevor Kinder frustriert abschalten, heißt es: „Mit Fischotter Ingo auf Entdeckungsreise gehen“. Er führt zu ausgewählten Objekten und auch zu Vitrinen, die speziell für Kinder eingerichtet wurden. Ausgestattet mit einem Rätselheft und Rucksack kann die Museumstour beginnen. Die Kindertexte in der Ausstellung sind mit einer Fischotterfigur gekennzeichnet und helfen bei der Orientierung. So ist der Museumsbesuch kurzweilig, lehrreich und doch voller Spaß. Eine junge Besucherin schreibt dazu ins Gästebuch: „Mir hat es sehr gut gefallen. Ich habe die Führung mit Ingo gemacht – Liebe Grüße an Ingo. Jule!“

Ingo begrüßt die kleinen Besucher bereits im Foyer. Die lebensgroße Bronzeplastik, die Kinder gerne gleich streicheln, hat die ostpreußische Künstlerin Edith von Sanden geschaffen, denn „Ingo“ lebte als zahmer Otter mit im Haushalt der von Sandens. Walter von Sanden-Guja hat darüber ein kleines, in den 1950ern sehr beliebtes Büchlein mit vielen anrührenden Fotos veröffentlicht.

Gleich zu Beginn der Rundtour, in der Mittelalterabteilung, wird das Wirken des Deutschen Ordens dargestellt. Die Ordensritter hatten zwar einen hohen Stand in der Gesellschaft, aber ihr Leben war nicht einfach. Krieg und Kampf waren für sie eine selbstverständliche Pflicht. Dazu benötigten sie eine schwere Rüstung, die mehr als 40 Kilogramm wiegen konnte. Die Kinder können aktiv werden und den Helm anprobieren, das Gewicht eines Kettenhemdes schätzen oder mit Kettenhandschuhen ein echtes Schwert halten.

Besonders beliebt ist das Bernsteinlabor. Mit einem Blick durchs Mikroskop können beispielsweise Spinnen und Mücken in dem etwa 40 Millionen Jahre alten fossilen Harz, dem baltischen Bernstein, bewundert werden. Gleich im nächsten Raum tauchen die kleinen Forscher in die ostpreußische Naturlandschaft ein. Felle fühlen und dabei den Unterschied zwischen Borsten und Haaren zu begreifen, gehört genauso dazu, wie das Anfassen und Gewichtschätzen von Horn und Geweih. Zum Verweilen lädt die Hörstation mit Kindergeschichten und Märchen ein.

Vorbei an den Stationen mit den Kirchenglocken zum Anschlagen und dem Planetenschleifenmodell des berühmten Astronomen Nicolaus Copernicus, geht es in die oberste Etage zur „Hanse im Baltikum“. Um 1400 war ihre Blütezeit, in dessen Bündnis auch Lüneburger Kaufleute mit ihrem wertvollen Salz erfolgreich Handel trieben. Auch hier steckt Ingo seine neugierige Nase in die Luken des Hanseschiffs, um die Handelswaren wie Felle, Wachs, Pech, Flachs, Getreide und eben das Lüneburger Salz zu entdecken – die Kinder machen es ihm nach.

Damit schließt der Rundgang mit Fischotter Ingo. Demnächst wird es zudem einen Audioguide geben, der die Kinder auf ihrem Museumsbesuch „an die Hand“ nehmen soll.

 Das Ostpreußische Landesmuseum mit Deutschbaltischer Abteilung und Brauereimuseum, Heiligengeiststraße 38, 21335 Lüneburg, bietet über die Internetseite www.ol-lg.de eine Terminbuchung für jeweils zwei Stunden an. Weitere Auskünfte können über Telefon (04131) 75995-28 erhalten werden.



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