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Bis zur Präsidentschaft des Sozialisten wurden die Interessen der US-Firmen berücksichtigt und die USA zuverlässig mit Öl beliefert
Die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Venezuela reichen bis ins Jahr 1811 zurück, in dem die bisherige spanische Kolonie ihre Unabhängigkeit erklärte. Gemäß der im Dezember 1823 verkündeten Monroe-Doktrin gehörte der Karibikstaat zur Einflusssphäre der Vereinigten Staaten. Hieraus resultierten mehrfache Interventionen Washingtons, um europäische Versuche abzuwehren, wieder in Venezuela Fuß zu fassen.
So untermauerten die USA ihren Führungsanspruch auf der westlichen Halbkugel durch die Beilegung des Grenzkonfliktes zwischen Venezuela und der britischen Kolonie Guyana im Oktober 1899 sowie die Lösung der Venezuela-Krise von 1902/03. Bei der letztgenannten Krise drohte eine militärische Intervention durch Großbritannien, Italien und das Deutsche Reich, weil Caracas sich weigerte, seine Auslandsschulden zu bezahlen und Schadensersatz für beschlagnahmtes oder zerstörtes Eigentum von Ausländern zu leisten. Die USA stellten sich erfolgreich gegen die Pläne der Europäer und festigten damit ihren Status als Schutz- und Hegemonialmacht in Lateinamerika, wie er dann auch im Roosevelt-Zusatz zur Monroe-Doktrin vom Dezember 1904 mit kompromissloser Deutlichkeit beansprucht wurde.
Vier Jahre später wurde Venezuela zu einer Diktatur. An deren Spitze stand bis 1935 Juan Vicente Gómez. Der General profitierte davon, dass 1917 große Erdölvorkommen in seinem Lande gefunden wurden. Er räumte den US-Ölkonzernen weitgehende Förderrechte ein und trug mit den Einnahmen die enormen Schulden Venezuelas ab. Bis 1928 stieg der Karibikstaat zum zweitgrößten Erdölproduzenten der Welt nach den USA auf. Darüber hinaus profitierte die Bevölkerung von einer stabilen Währung und umfassenden Infrastrukturmaßnahmen.
Wirtschaftskrise ab 1983
Auch unter den nachfolgenden drei Präsidenten Eleazar López Contreras, Isaías Medina Angarita und Rómulo Gallegos waren die Beziehungen zwischen Caracas und Washington ausnehmend gut. So trat Venezuela im Februar 1945 offiziell der Anti-Hitler-Koalition bei, nachdem es die Kriegführung der Vereinigten Staaten bereits jahrelang trotz vorgeblicher Neutralität unterstützt hatte. Und die nachfolgende Militärdiktatur von Marcos Pérez Jiménez, die bis 1958 währte, schweißte Venezuela und die USA dann noch weiter zusammen, weil der stramme Antikommunist Jiménez der Intensivierung der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen des Karibikstaates durch US-Ölkonzerne zustimmte.
Auch nach Venezuelas Rückkehr zur Demokratie 1958, als es teilweise sogar von sozialistischen Präsidenten regiert wurde, blieb ein Bruch mit den USA zumindest vorerst aus. Selbst die Gründung des staatlichen Ölkonzerns PDVSA im Jahre 1976 führte nicht zu Turbulenzen, weil die Interessen der US-Firmen berücksichtigt wurden und Venezuela weiterhin zuverlässig Öl lieferte. Allerdings rutschte das Land durch den Verfall des Ölpreises ab 1983 in eine schwere, langanhaltende Wirtschaftskrise, die den Nährboden für einen drastischen außenpolitischen Kurswechsel bot, an dessen Anfang 1998 der Aufstieg des linkspopulistischen Ex-Putschisten Hugo Chávez zum Präsidenten stand.
Chávez hatte mit seiner antikapitalistischen Rhetorik 56 Prozent der Wähler für sich gewinnen können und schmiedete sogleich neue strategische Allianzen mit US-kritischen Staaten wie Kuba, dem Iran, Russland und China. Dazu gehörte auch der mit Krediten aus Moskau finanzierte Kauf von russischen Waffen. Außerdem provozierte Chávez die USA mit einer im Laufe der Zeit immer unfreundlicher werdenden Rhetorik: George W. Bush mutierte vom „Alkoholiker“, „Esel“ und „Feigling“ zum „Massenmörder“ und schließlich zum „Teufel“ schlechthin. Kaum besser kam später Barack Obama weg. Diesen nannte der venezolanische Präsident 2011 „einen Clown, eine Peinlichkeit und eine Schande für das Schwarze Volk“. Des Weiteren forderte Chávez den Westen heraus, indem er die in Venezuela aktiven Ölkonzerne Exxon Mobil, Chevron, ConocoPhillips, Total, BP und Statoil 2007 zu unvorteilhaften Joint Ventures mit der PDVSA nötigte.
Washington reagierte hierauf mit Vergeltungsmaßnahmen. Dazu gehörten ein Waffenembargo und die Einstufung Venezuelas als Unterstützer des internationalen Terrorismus. Andererseits importierten die USA aber weiter Öl aus dem Karibikstaat.
Chávez' Aufstieg ab 1998
Im März 2013 starb Chávez dann an Krebs. Damit schlug die Stunde seines Vizepräsidenten Nicolás Maduro, der die Politik von Chávez nahtlos fortsetzte, nachdem er in manipulierten Wahlen obsiegt hatte. Unter Verweis auf das aggressive Auftreten von Maduro und die Berichte über systematische Menschenrechtsverletzungen in Venezuela erklärte Obama das Regime in Caracas 2015 zur Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA. Dem folgten umfangreiche Wirtschafts- und Finanzsanktionen seitens der Regierungen Trump und Biden. Von entscheidender Bedeutung war dabei das faktische US-Ölembargo gegenüber Venezuela ab Januar 2019, welches das unter der sozialistischen Misswirtschaft leidende Land vollends in Armut und Chaos stürzte. Des Weiteren erkannten die USA nach einem erneuten Wahlbetrug Maduros den Oppositionsführer Juan Guaidó als Interimspräsidenten an. Das führte zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Washington und Caracas.
Nach Trumps zweitem Amtsantritt eskalierte die Situation weiter. Dafür war nicht zuletzt die nochmalige klare Wahlfälschung durch Maduro verantwortlich. Außerdem warf Washington dem Diktator nun vor, Kopf einer global operierenden Terrororganisation zu sein, die auch im großen Stil Drogenhandel betreibe. Daraus resultierte schließlich die US-Operation Absolute Resolve, in deren Verlauf Maduro samt Ehefrau am 3. Januar von US-Streitkräften gefangengenommen und zur Aburteilung in die USA geflogen wurde.
Donald Trump kommentierte dies mit den Worten: „Die amerikanische Dominanz in der westlichen Hemisphäre wird nie mehr infrage gestellt werden.“ Insofern ist es berechtigt, vom Wiederaufleben der Monroe-Doktrin in Form einer nunmehrigen „Donroe-Doktrin“ zu sprechen.