23.05.2022

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Rauschmittel

Mit Risiken und Nebenwirkungen

Die Regierung plant die Freigabe von Cannabis – Der freie Verkauf des potentiellen Suchtmittels bleibt aber höchst umstritten

Dagmar Jestrzemski
15.03.2022

Die neue Bundesregierung will den Verkauf und den Konsum von limitierten Mengen Cannabis für Erwachsene „für den Freizeitgebrauch“ legalisieren. Zur Begründung heißt es, die jahrzehntelange Verbotspolitik sei gescheitert, der Konsum von Cannabis „weit verbreitet“. Cannabis sei längst als Wochenend- und Feierabenddroge etabliert.

Weiter wird argumentiert, dass auf dem Schwarzmarkt zunehmend Produkte in Umlauf seien, die mit gefährlichen Substanzen gestreckt sind und einen gefährlich hohen Anteil an THC (Tetrahydrocannabinol) enthalten, also derjenigen psychoaktiven Substanz der Hanfpflanze (Cannabis), die eine berauschende Wirkung hat.

Durch „Transparenz“ im Handel mit dem angeblich nicht süchtig machenden Rauschgift solle der Schwarzmarkt ausgetrocknet werden. Beabsichtigt ist eine kontrollierte Abgabe von maximal 15 Gramm Cannabis von geprüfter Qualität „zu Genusszwecken“ an Erwachsene ab 18 Jahren in lizenzierten Geschäften. So werde die Weitergabe verunreinigter Substanzen verhindert und der Jugendschutz gewährleistet.

Nach Schätzungen könnte der Fiskus durch den Wegfall der Strafverfolgung und durch Steuereinnahmen über 2,39 Milliarden Euro zusätzlich verfügen. Zwar ist Kiffen schon heute straffrei, der Handel, Kauf und Besitz von Cannabis sind aber illegal. In Berlin werden bis zu 15 Gramm als Eigenbedarf toleriert. Medizinalhanf kann in Deutschland schwerkranken Menschen schon seit 2017 verordnet werden.

Es gibt jedoch erhebliche Zweifel an der Idee, dass der organisierten Kriminalität derart die Geschäftsgrundlage entzogen werden kann. Das Beispiel Amsterdam zeigt im Gegenteil, dass die Drogenmafia durch eine lizenzierte legale Abgabe von Cannabis nicht wirksam zurückgedrängt werden kann. Im europäischen Drogenumschlagplatz Nummer 1 wurden der illegale Anbau und Handel sowie Drogenschmuggel und Vertrieb durch diese Maßnahme sogar gestärkt.

Lieber lenkt die neue Bundesregierung den Blick auf Kanada, wo der legale Anbau, Weiterverarbeitung, Großhandel und Vertrieb in staatlich lizenzierten Stellen 2018 gleichzeitig startete. Allerdings existiert auch in Kanada nach wie vor ein Schwarzmarkt, da die Cannabis-Nutzer dort mehr und billigere Produkte bekommen als in den Läden. Das genau ist die Befürchtung vieler Kritiker des umstrittenen Vorhabens der Regierung.

Fadenscheinige Argumente dafür

Tatsächlich finden es viele „ganz normale“ Bürger okay, wenn sie selbst oder andere gelegentlich am Feierabend „zur Entspannung“ einen Joint rauchen. Doch eine Mehrheit von 58 Prozent spricht sich gegen die geplante Legalisierung von Cannabis aus. Laut einer Befragung im Jahr 2018 hatten acht Prozent der Jugendlichen und 23 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert. Regelmäßiges Haschischrauchen, also häufiger als zehnmal in den letzten zehn Monaten, gaben 1,6 Prozent der Jugendlichen und 6,9 Prozent der jungen Erwachsenen an.

Männliche Befragte nahmen die Droge häufiger als weibliche. Damit sind die Konsumentenzahlen auf dem Höchststand seit 1993. Den gelegentlichen Cannabiskonsum von Menschen zwischen 18 und 64 Jahren schätzt der Deutsche Hanfverband auf mindestens 3,7 Millionen oder 7,1 Prozent der Bevölkerung. Niemand hat jedoch einen Überblick über das soziale Umfeld der Konsumenten, und die Erfahrungen mit dem angeblich harmlosen „Stoff“ sind durchaus sehr unterschiedlich. Seltsamerweise aber fehlt eine Sammlung von einschlägigen Erfahrungsberichten.

Die Regierung will erst nach der Legalisierung von Cannabis „wissenschaftliche Modellprojekte“ durchführen, um die Auswirkung auf die Gesellschaft zu überprüfen. Den Abgeordneten werden also wichtige Hintergrundinformationen vor der Abstimmung im Bundestag fehlen. Bei einer Anhörung des Gesundheitsausschusses im Juni 2021 plädierten die meisten Experten für eine lizenzierte legale Abgabe von Cannabis, weil damit eine Entkriminalisierung der Konsumenten und mehr Verbraucherschutz erreicht würden. Mediziner äußerten jedoch Bedenken. Sie befürchten unter anderem eine Zunahme der Suchtproblematik.

Die Sorge, dass Cannabis zur Einstiegsdroge für harte illegale Rauschmittel wie Kokain und Heroin werden könnte, weisen die Befürworter der Legalisierung jedoch zurück: Diese Behauptung sei schon vor Jahrzehnten widerlegt worden. Neuere Untersuchungen hierzu fehlen jedoch. Dass sich mehr junge Menschen durch das Rauchen von Joints auch an das Rauchen von Zigaretten gewöhnen könnten, spielt bei den bisherigen Diskussionen kaum eine Rolle. Man ahnt, dass die Entscheidung für dieses Vorhaben unter dem Verweis auf „Chancen und Risiken“ als „alternativlos“ gilt. Hoffnungen auf bessere Geschäfte machen sich jetzt Firmen, die schon eine Lizenz für den Anbau von medizinischem Hanf von der staatlichen Cannabisagentur haben.

Mehr „Bekiffte“ am Steuer

Auf dem Deutschen Ärztetag am 1. und 2. November 2021 wurde unter anderem vor den möglichen Folgen der legalen Abgabe von Cannabis für die medizinische Versorgung gewarnt. Aus mehreren Ländern würden Hinweise vorliegen, dass es danach zu einem Anstieg des Konsums von Cannabis sowie zu einer Zunahme cannabisbedingter Notaufnahmen komme. Auch zeige sich in diesen Ländern ein erhöhter psychiatrischer Behandlungsbedarf. Besonders gefährdet seien Jugendliche. Wer früh Hasch raucht, erhöhe sein Risiko für psychische Störungen.

Wenn schon eine Freigabe des Handels mit Cannabisprodukten erfolgen soll, dann nur an Erwachsene ab 21 Jahren. Der Behauptung „74.000 Tote jährlich durch Alkohol, 0 Tote durch Cannabis“ kann im Übrigen nur deshalb nicht widersprochen werden, da auch hierzu keine verwertbaren Untersuchungen vorliegen. Eine im November letzten Jahres veröffentlichte Studie aus Kanada ergab jedoch, dass Cannabis-Konsumenten im Vergleich mit Menschen, die nie Cannabis konsumieren, ein fast doppelt so hohes Risiko haben, einen Herzinfarkt zu erleiden.

Laut Polizeigewerkschaft ist eine Kontrolle des Cannabis-Handels reines Wunschdenken. Trotz des Verbots, sich nach dem Konsum von Drogen ans Steuer zu setzen, sei mit einer Zunahme von Autofahrern unter Drogeneinfluss zu rechnen. Dadurch würden mehr Menschen unverschuldet zu Schaden oder gar zu Tode kommen. Der Nachweis kann jedoch nicht durch einen Atemtest erfolgen, sondern nur durch eine Blutuntersuchung oder eine Urinprobe. Dafür sind Polizisten aber weder ausgebildet noch zuständig. So werden also in Zukunft bei routinemäßigen Verkehrskontrollen bekiffte, aber in ihrem Verhalten momentan unauffällige Autofahrer kaum erkannt und herausgefischt werden können.



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Kommentare

Mike Berthold am 20.03.22, 18:46 Uhr

In Zeiten von allgegenwärtiger Zerstörung von Lebensgrundlagen und Zukunftsplanung, halte ich eine sanfte Droge zur Beruhigung der Bevölkerung für dringend notwendig. Das sich Cannabis negativ auf Hirnzellen bei Dauerkiffern auswirkt, hat sicher auch noch andere Ursachen in deren Lebensumständen.

Tom Schroeder am 19.03.22, 21:27 Uhr

Na ja, ich habe - bereits schon sehr lange verjaehrt - schon das eine oder andere Male Hasch geraucht oder in den Kuchen gebacken. Tolle Geschichte. Vor den ersten Fahrstunden wurde auch was geraucht - dann war man entspannt und so konnte ich nach 12 Fahrstunden (damals ging das noch) die Fahrpruefung locker bestehen. Wenn man die Drogenmafia aus dem Prozess ganz ausschliesst - 35 Jahre Gefaengnis fuer illegalen Drogenhandel - und schoene Bio-Pflanzen heranzieht, so ist auch die so oft bemaengelte zunehmende Staerke des THC-Gehaltes kein Problem - Sie trinken Wodka ja auch nicht aus dem Bierglas, ergo man nimmt halt weniger und gut isses. Geraucht wird's eh - verboten oder nicht - hat mich damals auch nicht interessiert und wuerde mich auch heute nicht interessieren, wenn ich es noch gerne taete. Man hoert irgendwann einfach wieder von selbst damit auf, wenn man etwas aelter wird. Die 2% Vollsuechtigen wechseln ohnehin zum Alkohol, wenn Cannabis nicht verfuegbar ist - Saufen ist noch schlimmer, die 2 % landen dann in der Gosse und sind zu gar nichts mehr faehig und sind auch noch physisch abhaengig - Cannabis ist eine rein psychische Sache. Wer es nicht vertraegt, der kotzt sich mal richtig aus und fasst das Hasch nie wieder an. Unbedingt ist aber eine Altergrenze notwendig. Ich sehe auchh mit Verbot bereits geschaetzt 15 -16 jaehrige kiffen in unserer Stadt, versorgt von den Asylantendealern und ihren tuerkischen Chefs mit dem grossen Mercedes. Dann besser Apotheke und Reinheitsgebot!

ein Rhöner am 15.03.22, 20:24 Uhr

Einen schönen Gruß an Frau Jestrzemski und vor allem Herrn Hermann, ich habe seit nunmehr siebenundzwanzig Jahren einschlägige Erfahrung mit der Substanz und stimme im Punkt der möglichen Defizite bei einem zu frühen Konsum im Jugendalter, dem ein oder anderen Experten durchaus zu. Auch die extreme Steigerung der Wirkstoffe durch professionelle Pflanzenzüchtungen im Laufe der letzten zwanzig Jahre kann ich bestätigen, weshalb ich eine Kontrollierte, qualitätskonforme und vor allem entkriminalisierte Abgabe durchaus befürworte. Die entkriminalisierung fände ich vor allem im Straßenverkehr sehr wichtig, da die Gesetzeslage in diesem Punkt in Phantasia sehr hart ist. Nicht etwa wegen der polizeilichen Strafverfolgung, sondern wegen der behördlichen ( Führerscheinstelle) die einfach die Ergebnisse der hierzulande verwendeten Urin und Schweißtests zum Anlass nimmt, dem ein oder anderen braven Steuerzahler durch unverhältnismäßigen Entzug der Fahrerlaubnis, das Leben zu zerstören.
Ich finde die erheblichen zusätzlichen Steuereinnahmen des Staates auch erwähnenswert, in dem Gedanken ( Wunschdenken) diverser Steuerentlastungen in anderen Bereichen, die man realisieren könnte.
Zum Thema Canabis am Steuer bin ich überzeugt ,das neunzig Prozent der Fahrer eher zurückhaltender sind, oder gar nicht mehr fahren, was beim Nervengift Alkohol mit Sicherheit andersherum ist. Doch bei der Verkehrskontrolle mit einem durchgeführten Quicktest am nächsten Tag, werden die Abbauprodukte des Alkohols gar nicht erst aufgeführt, die von Canabis schon. Da fragt man sich warum das wohl so ist.
Wer mit der Bewusstseinserweiternden Wirkung von Canabis umgehen kann, wird die Welt mit anderen Augen sehen und der missbräuchliche Konsum von allem, ist nicht einfach auf einzelne, evtl. umstrittene Dinge zu projezieren.
Fakt ist, das sich der Mensch seit zigtausenden Jahren stetig berauscht, nur das sich im Laufe der Zeit die entdeckten Derivate und deren Konsum veränderten und ich mir absolut sicher bin, das in unserer Epoche definitiv der Alkohol das Hirn zerfrisst und man verblödet. Deshalb servieren uns die mächtigen wohl auch eher den Schnaps anstelle des Joints.
Die kriminellen Geschäfte der importierten Clans werden sich selbst bei Vollzug komunistisch faschistischer Arbeitslager anderer Vertriebsmittel zuwenden, ich sag nur Bier und Schnaps aus der B-Ebene vom Marok. Das hat wenig Zusammenhang sondern ist vielmehr kulturell geprägt.
Wehret den Anfängen schon ab dem Kindergarten und brennt den abtrünnigen ein AOK Zeichen auf die Stirn, lässt für mich nur einen Schluss zu: Man sollte sich keine Meinung von Dingen bilden, die man nicht selbst erfahren, oder von denen man keine Ahnung hat!
Wenn man der Generation der wohlstandsversifften Schlafmichels im Pensionsalter anstelle dreier Covidimpfungen drei Joints aufzwänge, würde sich deren Verstand zu ihren dahinschmelzenden Ersparnissen und aller anderen Widrigkeiten im besten Land das es... schlagartig erhellen und der starke Protest von uns allen könnte die Knechtschaft besiegen.

sitra achra am 15.03.22, 17:38 Uhr

Wenn Cannabisprodukte kontrolliert in staatlichen Abgabestellen oder alternativ in Apotheken nach Vorlage des Persos verkauft werden sollen, dann muss für den Erwerb von Alkohol dasselbe Reglement gelten.
Übrigens lassen sich Polizisten durchaus schulen, um unter dem Einfluss von Cannabis stehende Autofahrer zu kontrollieren.

Siegfried Hermann am 15.03.22, 10:05 Uhr

Das ist und bleibt ein gefährlicher Suchtstoff!!
Egal was diese grünen, linkischen BEKIFFTEN Exxrköppe sich da ausdenken mögen. Denen geht es ausschließlich um IHRE SUCHT und gierig billig.
Es gibt schon länger Langzeitstudien, die belegen, dass Kiffen das Hirn praktisch "auffrisst" und man mit den Jahren regelrecht verblödet. Da muss man gar nicht erst mit Einstiegsdroooge kommen, oder Alk is aba auch schädlich.
JEDES GIFT ist schädlich, mal mehr, mal weniger und hängt von der Dosis ab!

Wie geht man nun mit Millionen Kifferköppe um???
Erstmal müssen die gesellschaftlichen Ursachen für Drogenkonsum beseitigt werden.
Aus der Menschheitsgeschichte wissen die Mächtigen, wehe, wehe, man nimmt dem dummen Volk ihren Alk, Tabak, Droogän, oder schlicht wie jetzt bösartig geplant (!!) das Futter wech und lässt sie frieren (link Gauckler)... da ist aba Morgen Französische Revolution, gelle!?
Für die nicht mehr rettbaren und unwilligen Kiffer-Idioten:
Vom Anbau bis zum Endkunden leninistische Vollkontrolle durch eigenständige Polizeibehörde, nix Anweisung von oben, gelle.
KEIN Verkauf unter 25 Jahre (!!!) sonst Kindesmissbrauch mit drakonischen Strafen, nur Deutsche für Coffeeshop, alle Konsumenten MÜSSEN eine Art Drogen-Krankenversicherungs-karte mit Vita haben, max. 5-15 gr pro Monat. Es wird nur Shit verkauft, alle anderen gehen zum Arzt. Wer dann meint, wie die moslemischen Großclans, scheixxegal-Allmann, Schw öffentl. im TV und web abhacken und die GANZE Sippe wird abgeschoben, kompletter Vermögenseinzug, knallharte 15 Jahre Arbeitslager für die Täter ohne Bonus, schwääre Kindheit und son Scheixx.
Es versteht sich von selbst, das schon in der Kita bis zur Volljährigkeit Prävention betrieben werden muss. Wehret den Anfängen!
Jeder Polidieker, der dann noch immer glaubt alles verharmlosen, die Täter in Schutz nehmen zu müssen und den Drogenabhängigen alles, incl. Straftaten, entschuldigen zum müssen, wird ratzfatz abrasiert.
Die Kids müssen gaaanz schnell erkennen, das ab sofort eine konsequente Null-Toleranz-Politik gegenüber larifari-Droogänkonsum- und Kültür gefahren wird.
Dann könnte das klappte und wir wären die Geisel Drogän ziemlich schnell los.

Henry Bleckert am 15.03.22, 09:21 Uhr

Jeder Mensch gehört nur sich selbst. Punkt.

Soviel albernes Nannygehabe und Verbote wie heutzutage im "besten Deutschland aller Zeiten" - auch in den privatesten Lebensbereichen - gab es nicht einmal ansatzweise seinerzeit in der DDR. Man hatte wohl einfach auch nicht die Möglichkeiten zur umfassenden Überwachung wie heutzutage.

Man versuchte es zwar gelegentlich auf der ideologischen Schiene - aber als mit beiden Beinen fest im Leben stehender und intellektuell nicht zu kurz gekommener junger Ossi mit solider Ausbildung dachte man sich seinen Teil und lachte nur innerlich über solche realitätsfremden Deppen ...

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