21.10.2021

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden

Corona-Pandemie

Mobile Impfstationen in Königsberg

Wegen steigender Infektionszahlen: Impfpflicht für zahlreiche Berufsgruppen eingeführt

Jurij Tschernyschew
14.07.2021

Bis vor Kurzem schien das nördliche Ostpreußen in der Region eine Ausnahme zu bilden. Während im Westen strenge Maßnahmen zur Eindämmung von Corona galten, gab es im Königsberger Gebiet viele Unterhaltungs- und Sportveranstaltungen, Kongresse sowie geöffnete Restaurants und Kultureinrichtungen. Die meisten Menschen waren so entspannt, dass sie auf Abstand und das Tragen von Masken ganz verzichteten.

Einer der Gründe für die deutliche Erleichterung war, dass in der Russischen Föderation der im Inland produzierte Impfstoff bereits im Winter zur ausreichend Verfügung stand. In vielen europäischen Ländern wurden die Behörden von der Öffentlichkeit heftig kritisiert, weil sie nicht alle mit dem lang erwarteten Impfstoff versorgten. Um die Zeit der Knappheit abzuwarten, wurden die Kontaktbeschränkungen noch erhöht. In vielen europäischen Ländern gingen die Menschen deshalb auf Impfstoffjagd, um Quarantänepflicht und obligatorischen Tests, etwa nach einer Reise, zu entgehen.

In der Russischen Föderation hingegen ließen sich nur wenige Menschen impfen. Und das, obwohl diese Möglichkeit für alle gegeben war – auch für Besucher großer Einkaufszentren, in denen mobile Impfstellen eingerichtet wurden. Bereits Anfang Mai kamen Massen von Touristen ins Königsberger Gebiet. Der Flughafen „Chrabrowo“ verbuchte eine Rekordzahl an Passagieren, fast alle Plätze in Hotels und Ferienhäusern waren besetzt.

Die Bewohner der Region waren entrüstet, dass die Touristen, die meist in Gruppen unterwegs waren, sich überhaupt nicht an die Hygieneregeln hielten: Niemand trug in den Touristenbussen Masken oder hielt die Abstandsregeln ein. Die Touristen waren völlig entspannt und schienen die Gefahr völlig zu vergessen. Die Quittung dafür kam postwendend: Die mutierte „Delta“-Variante des Virus führte zu einem Anstieg der Krankheit zunächst in Moskau und dann in den übrigen Regionen der Russischen Föderation. Innerhalb weniger Tage stieg die Krankheitsrate auf das Niveau von Anfang des Jahres und nahm weiter zu.

Touristen verursachten Anstieg

Im Königsberger Gebiet waren es mehr als 150 Neuinfektionen pro Tag mit steigender Tendenz. Von der Delta-Variante sind besonders junge Menschen zu betroffen. In der Region wurden deshalb bereits eine Reihe von Einschränkungen eingeführt. Bis zum 15. Juli wurden alle Sportveranstaltungen ohne Zuschauer abgehalten, Bars schlossen nachts und Fahrgeschäfte in Kultur- und Erholungsparks blieben geschlossen. Die Bewohner der Region waren über die letzte Einschränkung empört, weil die Kinder in den Erholungsparks nicht mehr im Freien spielen durften, während weiterhin täglich Tausende von Touristen in überfüllten Bussen ohne Masken fuhren.

Die Leiterin der regionalen Abteilung des Verbraucherschutzes, Jelena Babura, hat inzwischen eine Verfügung über die Pflichtimpfung für bestimmte Berufsgruppen unterzeichnet. Danach sollen bis zum 20. August mindestens 60 Prozent der Mitarbeiter eines jeden Unternehmens, das in den Bereichen Handel, Gaststättengewerbe, Beherbergungsbetriebe, Bildungswesen, Gesundheitswesen, Sozialschutz, Transportwesen, Verbraucherdienste, Schönheitssalons und kulturelle Einrichtungen tätig ist, geimpft sein. Auch Mitarbeiter staatlicher Unternehmen und von Behörden unterliegen der Impfpflicht.

Die Einführung der Impfpflicht sowie ein mögliches Verbot des Besuchs von Cafés und Restaurants ohne Impfnachweis sorgten für einen Ansturm auf die Impfzentren. An einem Tag wurden mehr als 2600 Menschen in der Region geimpft. Insgesamt sind im Königsberger Gebiet zirka 140.000 Menschen geimpft, das sind etwa 14 Prozent der Bevölkerung. Vor den mobilen Impfstellen, zu denen zuvor niemand kam, stehen seitdem Dutzende Menschen Schlange. Die Einwohner beklagen, dass es nicht genügend medizinisches Personal gebe. Die Menschen stehen nicht selten anderthalb Stunden lang in Schlangen, die bekanntlich eine zusätzliche Quelle für die Verbreitung der Infektion sein können.

In diesem Zusammenhang erinnern sich ältere Bewohner der Pregelmetropole an gut organisierte Impfaktionen in der Sowjetära, als Impfungen und die damit verbundene Diagnostik in den Betrieben erfolgten, zu denen medizinisches Personal mit speziell ausgestatteten Bussen fuhren. Von solch einem Service könne man heute nur noch träumen, kritisieren die Bürger.

Die erhöhte Nachfrage offenbarte zudem einen Mangel an Impfstoff in der Region. Die Gebietsbehörden haben bereits einen Antrag auf die zeitnahe Zuteilung von zusätzlichen 55.000 Dosen Impfstoff an das Gesundheitsministerium gestellt.



Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ gern mit einer

Anerkennungszahlung


Kommentare

Lutz Gerke am 18.07.21, 17:51 Uhr

Können sich Geimpfte anstecken? Wenn ja, warum lassen sie sich dann impfen?

Und wenn sie glauben, die Spritze schützt, warum nötigen sie Ungeimpfte, sich impfen zu lassen? Ist das nicht deren Sache, wo man doch selber die Gewißheit des Schutzes genießt?
Und warum holen sie sich einen Impfpaß, der Ungeimpfte ausgrenzt?

Leichte Fragen über Fragen.

Irre Welt.

Siegfried Hermann am 17.07.21, 09:03 Uhr

Vorweg.
Es gibt KEINEN Covid-Virus. Bis dato, trotz eines ausgelobten "Kopfgeldes" von mittlerweile 1.5 Mio. US-Dollar hat jemals jemand diesen Virus nach den Kochschen Postulaten nachweisen können!
Das sind schlicht Grippe-Viren.
Und teils im Biowaffenlabor gezüchtet.
Zum russischen "Impfstoff" liegen kaum echte Daten vor. Da ist also Vorsicht geboten.
Einen viralen Infekt lassen sich auch mit zahlreichen, langjährigen bewährten, vor allem billigen (pro Pille ein paar Cent, statt 20 Euro pro Schuss) "Haushaltsmitteln" behandeln, die wesentlich geringe Nebenwirkungen haben als diese neuen "Impfstoffe".
Und bei Grippe ist es so, dass Impfstoffe nur gegen bekannte Erreger schützen können, aber nicht unbedingt gegen neue erzeugte!

Warum nun Putin auf diesen "Impfzug" aufgesprungen ist. Gute Frage, bei NULL Antworten.

Da sollte das Augenmerk drauf liegen!!! Und nicht, ob ein LKW mit med. Ausstattung mehr irgendwo rum steht. Mir scheint, dass das nur Symbolcharakter ist, um den Leuten zu zeigen: Die Regierung tut was. Wir haben alles im Griff.
Und das sind ja uralt bekannte Floskeln über eine Zeit, die man auf jeden Fall nicht wieder haben will.

Kommentar hinzufügen

Captcha Image

*Pflichtfelder

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag. Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!