01.08.2021

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Grenzübergang Schalau

Moderne Anlage steht vor Inbetriebnahme

Lange Bauverzögerungen auf russischer Seite, Schäden auf litauischer Seite – Hoffnung, dass bald der Verkehr rollt

Hans Dzieran
11.01.2021

Für die Einwohner der Stadt Tilsit klang es fast wie ein Weihnachtsgeschenk. Endlich wurde im Beisein des stellvertretenden Verkehrsministers der Russischen Föderation, Dmitrij Swerjew, das Abfertigungsterminal an der neuen Memelbrücke bei Schalau [Dubkij] feierlich eröffnet. Nun konnte wohl der grenzüberschreitende Fahrzeugverkehr vom und ins Baltikum über die neue Brücke rollen. Schon seit dem Februar 2017 war sie fertig und wartete nur noch auf ihre Inbetriebnahme.

Staus vor Zollabfertigung

Noch mehr wartete man in Tilsit, denn die Königin-Luise-Brücke war den Anforderungen an einen modernen Schwerlastverkehr schon lange nicht mehr gewachsen. Die neue Brücke sollte Abhilfe schaffen wegen der sich in den Straßen der Stadt stauenden und auf die Zollabfertigung wartenden Lastkraftwagen, die mit Lärm und Abgasen eine unzumutbare Belastung für die Anwohner darstellten.

Doch kein Fahrzeug rollte über die neue Brücke, denn der Bau der Grenz- und Zollabfertigungsanlage auf russischer Seite verzögerte sich. Die Brücke fiel in einen regelrechten Dornröschenschlaf. Sie ging auch zur Fußball-Europameisterschaft 2018 nicht in Betrieb. Doch nun war endlich grünes Licht in Aussicht.

Hochmoderne Anlage

Das neue Grenzabfertigungsterminal ist eine der modernsten Anlagen und entspricht den neusten technischen und ökologischen Standards, Die Baukosten beliefen sich auf umgerechnet etwa 22 Millionen Euro. 49 Fahrspuren sorgen für eine hohe Durchlassfähigkeit. Innerhalb von 24 Stunden können 1250 Lastzüge, 2600 Personenkraftwagen und 150 Autobusse abgefertigt werden. Für die Röntgenkontrolle von Fahrzeugladungen steht eine hochmoderne Station zur Verfügung.

Hochwasser verzögerte den Start

Auf dem Abfertigungsgelände wurden auch zwei Duty-free-Shops für den zollfreien Einkauf errichtet und nun hätte es eigentlich losgehen können. Aber diesmal war es die litauische Seite, durch die der Startschuss verzögert wurde. Das letztjährige Frühjahrshochwasser hatte die Infrastruktur in den überschwemmten Memelwiesen erheblich in Mitleidenschaft gezogen. An der Beseitigung der Schäden wird fieberhaft gearbeitet. Und so hofft man, dass die Brücke recht bald für den Verkehr freigegeben wird.



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