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Die Staatsbibliothek Unter den Linden füllt ihren Sammlungsbestand mit kostbaren Neuerwerbungen auf

Wolfgang Dahle
22.03.2022

Die Staatsbibliothek zu Berlin hat mit ihrem Standort Haus Unter den Linden nach einer jahrelangen Rekonstruktion ihre Pforten seit gut einem Jahr für das Lesepublikum wieder geöffnet. Auch das Leitungsteam ist an der Spitze neu besetzt: Achim Bonte ist seit September vorigen Jahres neuer Generaldirektor in den beiden Standorten Unter den Linden sowie an der Potsdamer Straße (die PAZ berichtete). Die altehrwürdige Bibliothek verwaltet einen großen Schatz an Dokumenten und konnte in letzter Zeit auf einigen Gebieten mit seltenen Neuerwerbungen aufwarten.

So konnte auf dem internationalen Markt unter anderem eine alte Handschrift aus dem 15. Jahrhundert, ein Brevier, erworben werden. Ebenso konnte man die Sammlungen durch Kauf bei Versteigerungen im vorigen Jahr um zehn interessante Objekte ergänzen, so um einen Brief von Heinrich Hoffmann von Fallersleben, dem Dichter unserer Nationalhymne. Auch von Jacob und Wilhelm Grimm konnten Schriftstücke ersteigert werden. Wichtige Dokumente des schlesischen Schriftstellers Gustav Freytag, des Physikers Wilhelm von Helmholtz und des Afrikaforschers Gerhard Rohlfs gehören jetzt zu den Neuerwerbungen.

Die Musikabteilung, die den größten Beethoven-Bestand ihr Eigen nennt, konnte im vergangenen Jahr aus dem Antiquariatshandel eine gut erhaltene Partitur erwerben, und unter den Historischen Drucken konnte eine englischsprachige Publikation aus dem 18. Jahrhundert von Moses Harris zur Insektenkunde als Zugang verbucht werden.

Die Einbandsammlung konnte ebenfalls einen Zugang verzeichnen: einen reich verzierten italienischen Barockeinband aus dem Beginn des 17. Jahrhunderts, der innen eine Handschrift in einer lateinischen Kursivschrift enthält. Unter den Kinder- und Jugendbüchern befinden sich als Zugänge acht zwischen 1947 und 1949 in München erschienene Lehr- und Lesebücher für jüdische Kinder, wie in der ersten diesjährigen Ausgabe des Bibliotheksmagazins aus den Einrichtungen Berlin und München mitgeteilt wird.

Der Berliner Schriftsteller Walter Kaufmann, der vor einem Jahr verstarb, hinterließ der Bibliothek eine reichhaltige Zeitzeugensammlung, und Verlagsarchive werden um Autographen und seltene Stücke laufend ergänzt. Außerdem wird der Nachlass des Theologen Dietrich Bonhoeffer im Bibliotheksteil Unter den Linden verwaltet; und der Eingang des Saals, der im Haus Potsdamer Straße seinen Namen trägt, ist mit seiner Büste ausgestattet, die 1977 von Alfred Hrdlicka geschaffen wurde.



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Kommentare

Alois K. am 22.03.22, 13:42 Uhr

Eine schöne Nachricht. Ich bin ja froh, dass sich ein staatliches Institut noch mit solchen alten deutschen Werken beschäftigt. In den letzten Jahrzehnten musste die Erforschung der deutschen Geschichte, abgesehen von der des 20. Jahrhunderts, ja anderen, zeitgeistigeren Studien weichen.

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