04.07.2022

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Bildarchiv Ostpreußen

Ostpreußen in hunderttausend Bildern

Vor 18 Jahren begann die Erstellung der umfassendsten Bilddatenbank der ehemaligen deutschen Ostprovinz

Manuela Rosenthal-Kappi
30.05.2022

Im Jahr 2004 ergriff der gebürtige Tilsiter Manfred Schwarz die Initiative und errichtete mit Unterstützung einzelner ostpreußischer Kreisgemeinschaften und der Landsmannschaft Ostpreußen (LO) ein zentrales Bildarchiv für Ostpreußen im Internet. Mit hohem persönlichem Einsatz sprach er in der Folgezeit Privatleute, Kreisgemeinschaften und Einrichtungen an, um Bilder für das Bildarchiv Ostpreußen zu gewinnen. Für seinen Einsatz zeichnet die LO Manfred Schwarz, Thomas Mack und das ehrenamtliche Mitarbeiterteam im Rahmen des diesjährigen Ostpreußentreffens in Wolfsburg mit ihrem Kulturpreis aus. Die PAZ sprach mit dem Laureaten.

Herr Schwarz, wie ist die Idee entstanden, ein Bildarchiv Ostpreußen ins Leben zu rufen?
Bei der Frage, wie die Provinz Ostpreußen und deren Kultur im gesellschaftlichen Bewusstsein über Generationen hinweg verankert werden kann, ist eine der Antworten: Über Bilder. Bilder üben bekanntermaßen eine besondere Strahlkraft aus. Wir leben in einer Welt der Bilder. Um die Erinnerung an Ostpreußen wachzuhalten und auch zukünftig Menschen für diesen Teil Deutschlands zu interessieren, eignen sich Bilder besonders gut. Es muss demnach eine unserer vordringlichen Aufgaben sein, Bilddokumente zum Thema Ostpreußen nicht nur in verstaubten Kellern aufzubewahren, sondern aller Welt zugänglich zu machen. Archive - und insbesondere Bildarchive - sind unser Gedächtnis. Sie sichern den Fortbestand der erhalten gebliebenen Dokumente für Heimatfreunde, Ostpreußeninteressierte und -forschende.

Wie ist das Bildarchiv Ostpreußen konzipiert?
Das Bildarchiv Ostpreußen ist weit mehr als eine Bildergalerie. Moderne EDV-Methoden ermöglichen die systematische Erfassung, Dokumentation, Verortung, Katalogisierung und Langzeitsicherung der Bildbestände. Effiziente Suchverfahren steigern die Auffindbarkeit. Über das Internet hat jedermann einen bequemen Zugang zu den Materialien und zu den Mitarbeitern des Archivs. Die Erfahrung der letzten Jahre lehrt, dass Anwender weltweit miteinander über die Bilder kommunizieren und sich vernetzen. Die gesamte EDV wurde von Thomas Mack, Mitarbeiter der Technischen Universität Braunschweig, in 16-jähriger ehrenamtlicher Arbeit entwickelt. Damit sind die wichtigsten Ziele des Bildarchiv Ostpreußen umrissen. Weitere Merkmale sind: ein zentrales und umfassendes Archiv (weltweit erste Anlaufstelle für Bilder aus Ostpreußen); zurzeit 133.000 Bilder, 6.200 Karten, 14.700 dokumentierte Orte, 5200 dokumentierte Straßen, 2400 dokumentierte Gebiete, 2600 Themen, 7100 Textdokumente.

Wer kann das Bildarchiv wie nutzen?
Das Bildarchiv Ostpreußen ist im Internet unter www.bildarchiv-ostpreussen.de frei zugänglich. Es basiert auf dem Plattformgedanken und damit auf dem Prinzip „Geben und Nehmen“. Unter Beachtung der Urheberrechte können alle Bilder bestellt werden. Die Nutzung des Archivs soll Anwender dazu anregen, eigene Bilder aus privaten Beständen dem Archiv zur Reproduktion und Sicherung zur Verfügung zu stellen.

Wie wurde das Bildarchiv zusammengetragen? Gibt es Unterstützung seitens öffentlicher Träger/Institutionen?
Als Auftraggeber hat die Landsmannschaft Ostpreußen zum Aufbau des Bildarchivs Ostpreußen maßgeblich beigetragen. Unterstützung erfährt es durch die Heimatkreisgemeinschaften, das Ostpreußische Landesmuseum Lüneburg, das Kulturzentrum Ostpreußen Ellingen, europäische Osteuropa-Institute, die Deutsche Fotothek, das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte, aber auch durch öffentliche und private Sammlungen, private Bildeinsender und Heimatforscher.

Gibt es auch Kooperationen mit heutigen Bewohnern oder Archiven Ostpreußens?
Das Bildarchiv Ostpreußen arbeitet mit polnischen, russischen und litauischen Partnern zusammen, zum Beispiel beim Aufbau lokaler Archive und Museen.

Welche Suchmöglichkeiten bietet das Bildarchiv?
Das umfangreiche Datenbanksystem ermöglicht neben einer einfachen Volltextsuche komplexe Suchabfragen durch Kombination verschiedenster Kriterien, wie das Suchen von Bildern über Navigation in Karten (Geotagging), die Suche mit Bildern (Ähnlichkeitssuche) auf Basis künstlicher Intelligenz. Diese Suche wurde dem Bildarchiv Ostpreußen von der „Visual Recognition Group der Czech Technical Group (CTU)“ zur Verfügung gestellt.

Wie organisieren und finanzieren Sie die Pflege und Erweiterung der Datenbanken?
Die laufenden Kosten trägt die Landsmannschaft Ostpreußen. Die umfangreichen Arbeiten zur Digitalisierung und Dokumentation der Bilder werden von einer Gruppe Ehrenamtlicher geleistet. Insbesondere für die Auswertung der umfangreichen Ostpreußen-Literatur sind zusätzliche Mitarbeiter herzlich willkommen.

Das Gespräch führte Manuela Rosenthal-Kappi.

 

• Ostpreußentreffen Das Bildarchiv Ostpreußen wird auf dem Treffen der Ostpreußen in Wolfsburg mit einem eigenen Stand vertreten sein. Nutzen Sie die Gelegenheit zu einem Kennenlernen. Für den Fall, dass Sie selbst Zugang zu Bildern aus dem alten Ostpreußen haben, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie diese mitbringen und Kontakt mit uns aufnehmen: Dr. Manfred Schwarz, Am Schützenplatz 5, D-38459 Bahrdorf, Telefon +49-5358-313, project management: www.bildarchiv-ostpreussen.de, mailto: manfred.schwarz@bildarchiv-ostpreussen.de



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