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Vor der Enthüllung des Obelisken: Winrich von Kniprode verliest die Lokationsurkunde
Foto: U.H.Vor der Enthüllung des Obelisken: Winrich von Kniprode verliest die Lokationsurkunde

Warpuhnen

„Perle dieses Landes“

Anlässlich des 650. Jahrestags der Gründung wurden ein großer und einige kleinere Gedenksteine feierlich enthüllt

Uwe Hahnkamp
23.07.2023

Es war ein intensives Wochenende in Warpuhnen zwischen Sorquitten [Sorkwity] und Sensburg [Mrągowo]. Zwei Tage Anfang Juni feierten die Einwohner und ihre Gäste das 650-jährige Bestehen des Ortes. Gefeiert wurde auf Einladung des Dorfs und des Vorstehers der Gemeinde Sorquitten, in welcher der Ort liegt, Józef Maciejewski, mit Vorträgen, Musik und der Enthüllung eines großen Gedenksteins – und einiger kleinerer.

„Wir, Winrich von Kniprode, Hochmeister des Ordens der Brüder vom Deutschen Hospital Sankt Mariens in Jerusalem, verleihen hiermit dem treuen Pruzzen Sanglobe und seinen vier Söhnen Warpune, Medite, Glabune und Permog 120 Hufen Land nach Kulmer Recht“, so beginnt die Lokationsurkunde des Gebiets vom 25. Januar 1373. Im Laufe der Zeit entstanden dort unter anderem die heutigen Dörfer Warpuhnen (Warpunes Anteil von 40 Hufen) und das benachbarte Sonntag [Zyndaki] (Medites Anteil, ebenfalls 40 Hufen).

Lokation, Salut und Hymne
Die neuen Grundbesitzer mussten zwar grundsätzlich Abgaben entrichten und den Orden im Kriegsfall mit vier ausgerüsteten Soldaten unterstützen, waren aber erst einmal für 16 Jahre von diesen Belastungen befreit, was einen komfortablen Start ermöglichte. Der Vortrag der Urkunde und deren Bekräftigung mit einem Salutschuss aus einer historischen Kanone durch drei als Deutschordensritter verkleidete Männer war am 4. Juni ein wichtiger Punkt der 650-Jahr-Feier von Warpuhnen.

Ein weiterer Höhepunkt war das Lied „Warpuhnen, Perle dieses Landes“, die neue Hymne des Dorfs, das die Gäste des Festes bereits am Vortag angestimmt hatten und dann zur Enthüllung des Gedenksteins zum 650. Jubiläum des Orts vom Komponisten Mariusz Garnowski selbst vorgetragen wurde. Unterstützt wurde er dabei von einer jungen Dame, der Enkelin des Stifters des Gedenksteins, Alfred Siwik, eines Unternehmers aus Sensburg. Sie übernahm anschließend auch die Enthüllung des Obelisken, der neben den Namen der beiden Hauptakteure von damals die Jahreszahl 1373 und die Inschrift „Zeit vergeht, Erinnerung bleibt“ trägt.

Große und kleine Steine
Während dieser mannshohe Stein nun im Schatten der evangelischen Kirche von Warpuhnen aus dem Jahr 1882 an die lange Existenz des Dorfes erinnert, liegen gegenüber in der Sonne neben dem Kulturzentrum des Orts ein etwas größerer und viele handgroße Steine, die von Gästen mit Widmungen für das Dorf bunt bemalt wurden. Dort war am 3. Juni nach Auftritten von Schülern und einem Vortrag zur Dorfgeschichte ausgiebig und lange gefeiert worden, so die Schultheißin von Warpuhnen, Justyna Gałka, die mit ihren aktiven Einwohnern und dem Kreis der Landfrauen das Fest auf die Beine gestellt hatte.

Offizieller Organisator mit den Warpuhnern zusammen war Maciejewski. Der Vorsteher der Gemeinde Sorquitten moderierte die Feierlichkeiten und nutzte die Gelegenheit, einige um Warpuhnen und Sorquitten verdiente Personen mit Medaillen zu ehren. Zwei von ihnen engagieren sich sehr für den Erhalt der evangelischen Kirche in Warpuhnen. Der eine von ihnen ist Alfred Siwik, der inzwischen das Bauwerk zu dessen Rettung übernommen hat.

Viele aktive Hände
Der andere ist der evangelische Pfarrer Fryderyk Tegler, der im Nachbardorf geboren ist und mit Warpuhnen einen großen Teil seines Lebens verbunden war und ist. Mit dem Verein „Freunde Masurens“ aus Scharnebeck in der Bundesrepublik setzt er sich für die Kirche ein. Dort klang das Fest zu 650 Jahre Warpuhnen mit einem Orgelkonzert des Professors Neithard Bethke aus Zittau aus, den der Verein eingeladen hatte. Vor der Kirche wurde abschließend noch die Fotoausstellung „Warpuhnen früher und heute“ offiziell eröffnet, welche die vielschichtige masurisch-deutsch-polnische Bevölkerung des Ortes widerzuspiegeln versucht. Ebenso vielfältig sind heute noch die Menschen, die gemeinsam das Dorf weiter in die Zukunft tragen. Die meisten von ihnen dürften am Festwochenende vor Ort gewesen sein.


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