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Lehrer gesucht: Das Land Thüringen nutzt Linienbusse als Werbefläche
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Lehrermangel

Realität abseits der Wahlversprechen

Das neue Schuljahr offenbart, dass sich die Probleme vor allem an Grundschulen verschärft haben

Norman Hanert
12.08.2021

Ähnlich wie schon in den vergangenen Jahren haben die Bundesländer auch zum Start des Schuljahres 2021/22 große Probleme, offene Stellen an Schulen mit qualifizierten Lehrkräften zu besetzen. Erschwert wird die Lage in diesem Jahr durch die Corona-Pandemie. Zum Teil werden Lehrer mit Vorerkrankungen im Präsenzunterricht nicht vor ihren Klassen stehen können. Zusätzliches Personal wird durch die Pflicht zu Corona-Schnelltests an den Schulen nötig.

Um in dieser Lage offene Stellen an Schulen noch mit ausgebildeten Fachkräften besetzen zu können, geht eine ganze Reihe von Bundesländern mittlerweile in ganz Deutschland auf die Suche nach voll ausgebildeten Lehrern. Länder wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und auch Brandenburg werben sogar schon ganz gezielt außerhalb der Bundesrepublik um Lehrpersonal. Auch die Pädagogische Hochschule Weingarten bietet mittlerweile ausländischen Lehrern die Möglichkeit an, sich für den Schuldienst in Baden-Württemberg zu qualifizieren.

Als besonders prekär gilt die Lage in Berlin. Nicht zuletzt durch starke Zuwanderung aus dem Ausland steigen seit Jahren die Schülerzahlen. Im Schuljahr 2020/21 gibt es in Berlin insgesamt 331.049 Schüler, 5524 mehr als im vorangegangenen Schuljahr.

Als einziges Bundesland verzichtet Berlin seit 2004 darauf, Lehrer zu verbeamten. Um im Wettbewerb mit anderen Bundesländern dennoch Lehrkräfte zu finden, zahlt Berlin mittlerweile bundesweit die höchsten Einstiegsgehälter für Grundschullehrer. Trotz solcher Anreize gelingt es vielen Berliner Schulen nicht, genug Personal zu finden, das ein reguläres Lehramtsstudium durchlaufen hat. Laut der Berliner Senatsbildungsverwaltung haben rund 60 Prozent der zum Schuljahr 2021/22 neu eingestellten Lehrkräfte kein Lehramtsstudium absolviert.

Rund 800 der neuen Lehrer sind sogenannte Quereinsteiger, die zumindest ein zu ihrem Schulfach passendes Fach studiert haben. Zudem weist die Statistik in diesem Jahr über 400 „sonstige Lehrkräfte“ aus. Hierbei handelt es sich unter anderem um Künstler oder um Lehrkräfte für „Willkommensklassen“ von zugewanderten Kindern. Gerade im Fall von Berlin wird deutlich, wie wichtig Lehrer sind, die sich per Lehramtsstudium auf ihren Beruf vorbereitet haben. Gut 40 Prozent der Schulkinder stammen aus nichtdeutschen Familien. Entsprechend hoch ist damit der Aufwand, an den Schulen deutsche Sprachkenntnisse zu vermitteln.

Bereits Anfang 2020 war bekannt geworden, dass der Anteil nicht ausgebildeter Lehrer an Grundschulen in sozialen Brennpunktviertel extrem hoch war. Hervorgegangen war diese Information durch die Senatsantwort auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck. Demnach lag im Schuljahr 2019/20 der Quereinsteigeranteil an sieben Schulen sogar über 30 Prozent. Für die Gottfried-Röhl-Grundschule im Wedding wurde sogar ein Wert von 36 Prozent angegeben. Schon Daten für das Schuljahr 2018/19 hatten zutage gefördert, dass Förderschulen (3,8 Prozent) und Gymnasien (5,4 Prozent) den geringsten Anteil von Quereinsteigern hatten.

Für Langenbrinck war dies Anlass, „Chancengleichheit für alle Schüler und alle Kieze“ zu fordern. Pikanterweise sind es die Sozialdemokraten, die ununterbrochen seit 25 Jahren im Senat für das Bildungsressort zuständig sind. Im aktuellen Wahlprogramm zur Abgeordnetenhauswahl im September kündigen die Genossen an: „Daher möchte die Berliner SPD ein Bildungssystem, das den Lernerfolg nicht von der sozialen Herkunft abhängig macht. Kein Kind darf zurückbleiben.“

Im Kontrast dazu steht die Ballung nicht regulär ausgebildeter Lehrkräfte an Grundschulen. Gerade hier werden die Grundlagen für den Erfolg oder das Misslingen des Bildungswegs gelegt. Ganz bewusst haben sich einige Bundesländer dafür entschieden, Quereinsteiger möglichst nicht an Grundschulen einzusetzen.



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Kommentare

Tom Schroeder am 12.08.21, 19:59 Uhr

Ich kenne eine ausgebildete Grundschullehrerin, die nach ihrem Referendariat den Job geschmissen hat - Ausbildung beendet und dann IHK Kurse - Kauffrau und BWL Themen - nun im elterlichen Betrieb, Bestattungen, das geht immer. Die Aussage war sinngemäß: "Wenn in der Schule Krieg ist, zwischen Afrika, Türkei und Arabien, Russland usw. und man mich fragt "hast wohl schlecht gef...t gestern', dann habe ich keinen Bock mehr diese verabscheuungswürdigen Subjekte mit ihren uneinsichtigen Eltern zu unterrichten!" - Wohlgemerkt in einer Grundschule in Rheinland-Pfalz. Das sagt doch alles! Oder?

Siegfried Hermann am 12.08.21, 07:35 Uhr

Sorry,
das Problem besteht nicht erst seit gestern, sondern seit den 80ziger !! Jahren, als die 1. Generation Gastarbeiterkinder im Schulsystem kam, sprich vor 40!! Jahren.
Und das Problem taucht ja in der einen oder anderen Form immer wieder als Dauerthema in der PAZ auf, dankenswerterweise!

Das Problem ist die fanatisch forcierte Umvolkung. Millionen von kulturfremder bis -feindlicher Leute ins deutsche Sozialsystem zu pressen, obwohl überhaupt keine Ressourcen vorhanden sind.
Wären die 60 Mio. (!!!) Migranten NICHT in Deutschland, hätten wir gar eine Lehrerschwemme!!

Jetzt kurz zu strukturellen Problemen, die generalisiert werden können.
Deutsche Förderkinder sind sehr streßig. Migranten sind eine Katastrophe! Ok. Die Bezahlung ist auch angepasst und mehr als ausreichend.
Und was machen die Lehrer in ihrer wellness-Oase???
Um nicht als "nazi" und "rassistisch" gebrandmarkt zu werden holen sie ein formale Verwaltungsrichtlinie aus der Schublade, heißt, es werden nur Kinder aus dem "Schulbezirk" aufgenommen, alle anderen abgelehnt! Praktisch. Denn die meisten der Aspiranten kommen aus den Ghettos und eben anderen Schulbezirken. Haben die Goldstücke-Eltern einen überteuer bezahlten "Integrationscoach", der sich wie ein Bullterrier aufführt, dann wird den Eltern in einen vertraulichen Gespräch, eben ohne diesen Kampfhund, erzählt, das Niveau an der Schule sei bedauerliche Weise sehr, sehr niedrig und es reicht gerade für den Abschluss für den Ziegenhirten oder Schweinemelker (nee, Robert!?) und an anderen Schulen könne das Abitur gemacht werden....
Ausnahme von der Regel.
Die Schulen für Sonderpädagogik, sprich schwerst Behinderte. Da kommt es aufgrund der Behinderung öfters vor, das nur Einzelsitzungen möglich sind. 1:1 Betreuungsschüssel. Traum-Bedingungen. Und natürlich noch mehr Kohle.
Da versteht es sich von selbst, das hier Luxus-Privilegien mit Händen, Füssen und miesen Tricks verteidigt werden, wo es nur geht.
Drückt die Politik trotzdem Kinder in diese Schulen, geht das nur auf massiv Kosten der Deutschen Kinder.
Und da sollte hier jeder mal selbst an der Nase fassen und sich fragen: Was ist mir mein Kind wirklich wert!?!?

Michael Holz am 11.08.21, 22:55 Uhr

"Als besonders prekär gilt die Lage in Berlin. Nicht zuletzt durch starke Zuwanderung aus dem Ausland steigen seit Jahren die Schülerzahlen.
...
Pikanterweise sind es die Sozialdemokraten, die ununterbrochen seit 25 Jahren im Senat für das Bildungsressort zuständig sind."
Diese zwei Textteile aus dem Beitrag von Norman Hanert sagen doch Alles. Meine alte Heimatstadt war schon immer Experimentierfeld für Menschenversuche der Dunkelroten, Roten und Grünen. Die vorhandenen Lehrer sind Links. Was soll aus den dummen Kinder werden? Dumme Erwachsene!

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