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Nach Jahren der Nachlässigkeit gibt Brandenburg beim Denkmalschutz ordentlich Gas
Auf dem Höhepunkt eines drastischen Sparkurses hatte das Land Brandenburg im Jahr 2004 lediglich 1,53 Millionen Euro für den Denkmalschutz zur Verfügung gestellt. Das Jahr markiert den absoluten Tiefpunkt der Denkmalförderung in der Mark Brandenburg seit 1990. Die Denkmalpflege galt seinerzeit im Finanzministerium als „freiwillige Aufgabe“ und war daher besonders stark von Einsparungen betroffen.
Ganz andere Töne waren am 8. Januar in Potsdam zu hören, als die jetzige Landesregierung ihre Denkmalschutzbilanz 2025 präsentierte. Wie Kulturministerin Manja Schüle (SPD) erklärte, sei Denkmalschutz kein Luxus, sondern gemeinsame Verantwortung. Laut Schüle stehen im Land Brandenburg mehr als 14.000 Baudenkmale: „Sie alle prägen auf die eine oder andere Weise unsere kulturelle Identität und Geschichte – sie zu bewahren ist Aufgabe des Denkmalschutzes.“
Insgesamt hat die brandenburgische Landesregierung im vergangenen Jahr rund 106 Millionen Euro in den Erhalt von Denkmalen investiert. Davon stammten 76 Millionen vom Bauministerium, rund 30 Millionen steuerte das Kulturministerium bei. Spitzenreiter bei der Förderung war die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten mit knapp 15 Millionen Euro, die unter anderem für das Neue Palais in Potsdam verwendet wurden. Aber auch das Fürst-Pückler-Schloss Cottbus-Branitz (1,4 Millionen Euro) und das Stift Neuzelle (1,3 Millionen) erhielten nennenswerte Mittel für Sanierungsarbeiten.
Insgesamt rund drei Millionen Euro flossen laut der Bilanz in den Erhalt sakraler Architektur. Davon profitierte insbesondere der evangelische Dom zu Brandenburg an der Havel, der mit gut einer Million Euro unterstützt wurde.
Gerade noch rechtzeitig
Wie Landeskonservator Thomas Drachenberg erklärte, sei es gelungen, viele Denkmale zu erhalten. Es gebe zwar „immer wieder Sorgenkinder, aber es gibt keine Verzweiflung“. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die vielen Jahre, in denen Denkmalschutz in Brandenburg auf kleinster finanzieller Sparflamme betrieben wurde, Spuren hinterlassen haben. Schloss Mühlberg wurde im Denkmalreport 2024/2025 etwa unter „Gefahr in Verzug“ gelistet, ein Warnsignal für einen drohenden Totalverlust der historischen Substanz.
Gerade noch rechtzeitig vor dem Status der Unrettbarkeit bewahrt wurde im vergangenen Jahr das Bogensee-Areal. Auf diesem Gelände steht der „Waldhof am Bogensee“, der ehemalige Landsitz des NS-Propagandaministers Joseph Goebbels. Große Sorge bereitet auch die ab 1951 nach Entwürfen des Architekten Hermann Henselmann errichtete ehemalige FDJ-Jugendhochschule. Um beide Gebäude war eine Abrissdebatte entbrannt, weil das Land Berlin als Eigentümer die Unterhaltungskosten der denkmalgeschützten Gebäude nicht mehr tragen wollte.
Geltend gemacht hatte Berlin eine „wirtschaftliche Unzumutbarkeit“ des Erhalts. Dies hätte wiederum eine Aufhebung des Denkmalschutzes ermöglicht. Allerdings hat Berlin das Areal inzwischen bis Ende 2027 an die brandenburgische Gemeinde Wandlitz übertragen. Damit ist der drohende Abriss zumindest vorerst vom Tisch.