23.05.2022

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Königsberg

Restaurierung des Königstors vollendet

Skulpturen König Friedrichs I., Herzog Albrechts und König Ottokars II. mussten erneuert werden

Jurij Tschernyschew
16.01.2022

Im Herbst vergangenen Jahres haben in Königsberg Restauratoren aus St. Petersburg drei Skulpturen und fünf Wappen des Königstors repariert. Die Arbeiten waren notwendig, weil die Köpfe der Könige rissig geworden waren und die Oberfläche der Wappen abzublättern begann. Die Kosten für die Arbeiten beliefen sich umgerechnet auf gut 17.000 Euro, die das Staatsministerium für Kultur finanzierte. Die Arbeiten wurden nun abgeschlossen.

Die erste umfangreiche Restaurierung am Königstor wurde vor der 750-Jahr-Feier der Stadt im Jahr 2005 durchgeführt. Seither ist das Königstor als Baudenkmal von nationaler Bedeutung eingestuft und gilt als eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

1843 beteiligte sich der preußische König Friedrich Wilhelm IV. als Bauherr an dem im romantisch-neugotischen Backsteinstil erbauten Stadttor. Das Königstor war ein Element des inneren Verteidigungsrings der Stadt, der während des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt wurde.

Den drei Skulpturen von König Friedrich I., Herzog Albrecht und König Ottokar II., die die Fassade schmückten, wurden die Köpfe abgeschlagen. Das Tor wurde baufällig, obwohl es 1960 in die Liste der historischen Denkmäler der Stadt aufgenommen worden war. 1976 wollten die regionalen Behörden gar die Reste der Flachreliefs und Medaillons vollständig zerstören, doch Denkmalschutzexperten erhoben dagegen Einspruch. Kurze Zeit später wurde in den Räumlichkeiten des Tors eine Buchhandlung eröffnet.

Die Versuche, das Tor abzureißen, hörten jedoch nicht auf. Im Jahr 1978 wurde eine Sonderkommission des Kulturministeriums nach Königsberg entsandt, um die Frage nach dem Wert des Tores zu klären. Im Ergebnis wurde sein Schutzstatus bestätigt. In den Jahren der Perestrojka wurde das Tor als Lager genutzt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verschlechterte sich sein Zustand zusehends.

Erst 2004 änderte sich sein Schicksal, als beschlossen wurde, die Eröffnung der Jubiläumsfeier in der Nähe des Königstors abzuhalten. In nur sechs Monaten wurde das Tor aus Ruinen in sein ursprüngliches Aussehen zurückverwandelt.

Im Torinneren befinden sich heute eine Außenstelle des Weltozeanmuseums sowie die Ausstellung „Das historische und kulturelle Zentrum der Großen Botschaft“. Das Museum zeigt Ausstellungen zu den Ursprüngen und der Entwicklung von Königsberg sowie zu den Besuchen bedeutender Persönlichkeiten ider Stadt. Besucher erfahren mehr über die Große Botschaft von Peter dem Großen, die Partnerstädte von Königsberg sowie über die Botschaften und Konsulate, die in der Stadt tätig waren. Das Museum beherbergt auch die preußische Wunscherfüllungskatze, wegen der viele Touristen hierher kommen.



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Kommentare

Chris Benthe am 16.01.22, 12:45 Uhr

Ein schönes Ereignis inmitten der Königsberger Tristesse, die nichts an der Malaise der Stadt ändert. Man denke nur an den verhinderten Wiederaufbau des Königsberger Schlosses. Königsberg ist nur noch ein Name, eine reichlich abstrakte, geschichtsträchtige Verortung unter russischer Herrschaft, ein prestigeträchtiger Beuteort, misshandelt, verachtet, heruntergekommen. Erinnern wir uns an seine große Vergangenheit und gestehen uns die große Trauer um das Verlorene ein.

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