16.01.2026

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Ostpreußische Nascherei

Spitzkuchen – eine fast vergessene Köstlichkeit

Die spezielle Mischung aus Gewürzen, Honig und alten Backmitteln ist der leckere Extra-Clou

Jens Eichler
02.12.2025

Ein fast vergessenes Rezept handelt von ostpreußischen Spitzkuchen. Diese aus feinem, luftigem Honigkuchen gebackenen Spezialitäten erhielten ihren eigentümlichen Namen durch die Art und Weise des Schneidens. Denn durch den gekreuzten diagonalen Schnitt erhielt man zu guter Letzt spitze, leicht rautenförmige Gebäckstücke, die dann mit Schokolade überzogen wurden.

Dieses alte Rezept stammt vom früheren Stadtbäcker Walter Barthel aus der berühmten Uhrenstadt Glashütte in Sachsen. Der wiederum hatte die Zutatenliste und die Art der Zubereitung von einer alten in Glashütte lebenden Ostpreußin erhalten, damit er ihr diese Spitzkuchen backt, da sie mit der Zeit zu alt und schwach dafür geworden war. Zugleich jedoch wollte sie in der Adventszeit auf ihre geliebten Leckerbissen nicht verzichten und so erhielt Bäcker Barthel das alttraditionelle Rezept, das wir hier in der PAZ exklusiv abdrucken, damit unsere Leser dieses ebenso feine wie würzige und extrem leckere Weihnachtsbackwerk nachbacken können. Wir wünschen schon jetzt gutes Gelingen, und lassen Sie es sich schmecken.

ZUTATEN:
500 g flüssigen Bienenhonig
500 g festen Bienenhonig
250 g Butter

Diese drei Zutaten in einem Kochtopf mischen und aufkochen, danach leicht abkühlen lassen. Anschließend folgende Zutaten zugeben und alles gut miteinander verrühren:

2 Eier
1 kg Mehl (405er Qualität)
2 Päckchen Nelkenpulver
30 g Zimtpulver

20 g Pottasche in 3 Esslöffel Vollmilch auflösen und zum Teig geben und jetzt alles kräftig miteinander verrühren. Den angesetzten Teig idealerweise drei Wochen an einem dunklen, kühlen Ort (z.B. Keller) ruhen und ziehen lassen, mindestens aber zehn Tage.

Nach Ablauf dieser Ruhezeit ...

500 g Rosinen
250 g Mandeln
200 g Zitronat
12 g Hirschhornsalz

... etwa fünf Minuten unterkneten, bis der Teig etwas geschmeidiger ist.

Anschließend den rohen Teig etwa zwei bis drei Zentimeter dick ausrollen und auf zwei Backbleche legen. In den auf 180 Grad Ober/Unterhitze vorgeheizten Ofen etwa 25 Minuten lang backen. Danach den Test mit einem Holzstäbchen machen, ob der Teig durchgebacken ist. Dann den Kuchen etwas abkühlen lassen, vom Blech ziehen und vollständig auskühlen lassen. Erst am folgenden Tag die Teigplatten diagonal – erst von links oben nach rechts unten und dann von rechts oben nach links unten – in nicht zu kleine Rauten schneiden. Anschließend 500 g dunkle Kuvertüre schmelzen und die Rauten mit der flüssigen Schokolade benetzen. Auf ein Kuchengitter oder auf Backpapier zum Trocknen legen. Fertig! Und jetzt: Lassen Sie es sich schmecken, es ist ein Genuss!


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