01.08.2021

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Der satirische Wochenrückblick

Stufen in die Ewigkeit

Warum man den Leuten ein bisschen Zucker geben muss, und worüber wir noch staunen werden

Hans Heckel
06.03.2021

Nach „fest“ kommt „ab“ – diese goldene Handwerkerregel gilt nicht allein beim Eindrehen von Schrauben. Es ist eine Lebensweisheit, welche sich auch die Politik zu Herzen nehmen sollte. Hat man es vielleicht zu weit getrieben? Das Düsseldorfer „Verweilverbot“ erinnert an Gefängnishöfe in alten Filmen: „Immer im Kreis gehen, immer weiter! Wer stehen bleibt, wird bestraft!“ Andere Szenen, siehe Hamburg, haben die Stimmung auch nicht eben aufgehellt.

Um das gutzumachen, muss man den Leuten ein bisschen Zucker geben, damit sie glauben, da sei Licht am Ende des Tunnels. Um aber sicherzustellen, dass es trotzdem beliebig lange weitergehen kann mit dem Lockdown, hat sich das Kanzleramt den „Stufen-Plan“ ausgedacht. Der Plan funktioniert nach dem Prinzip von Schanzanlagen an der Front. Wenn der Feind eine Linie genommen hat und meint, durchgebrochen zu sein, stößt er unversehens auf die nächsten Wälle und Gräben, und dann kommen noch welche und noch welche – bis der Ansturm erschöpft zum Erliegen kommt.

Merkels „Vier-Stufen-Plan“ ist ein unüberwindliches Meisterwerk der Demoralisierungskunst: Alles ist zerstückelt in ein Wirrwarr von Einzelmaßnahmen, die niemand überblickt, damit sich die nach Freiheit dürstenden, heranrückenden Bürger rettungslos darin verheddern mögen. Zudem ist das Werk überwuchert vom sogenannten „Inzidenzwert“, der über das tatsächliche Infektionsgeschehen kaum etwas sagt. Dafür aber können die Regierenden den Wert fast nach Belieben rauf und runter schieben. Denn wenn er steigen soll, muss man ja nur mehr testen, schon wachsen die Zahlen wieder.

Sollte sich dann Protest regen, können uns die Verantwortlichen diabolisch ins Gesicht grinsen und sagen: Was habt ihr denn? Ihr wolltet doch eine „Öffnungsperspektive“. Da habt ihr sie. Hört auf zu maulen!

Aber so reden unsere verständnisvollen Politiker natürlich nicht mit uns. Die sind schließlich gut geschult im Einseifen. So begründete der erst im vergangenen Jahr neu gewählte Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller sein „Verweilverbot“ mit den samtenen Worten: „Mit der erweiterten Maskenpflicht und einem Verweilverbot an Wochenenden möchten wir die Menschen schützen und ihnen helfen, die gebotenen Coronaschutzregeln besser einzuhalten.“

Worte, die zu Herzen gehen: „schützen“, „helfen“! So wie elektronische Fußfesseln dem Verurteilten „helfen“, nicht unerlaubt vor die Tür zu treten, womit sie den armen Kerl davor „schützen“, von herbeigeeilten Sicherheitskräften zu Boden geworfen und in seinen Arrest zurückgeschleudert zu werden.

Es geschieht eben alles nur zu unserem Besten. Das gilt auch für die Verschleppung der Impferei, die ja nur eingetreten ist, weil Merkel die Zuständigkeit unbedingt an die EU delegieren wollte. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble kann darin kein Versäumnis erkennen, selbst wenn es jetzt vielleicht ein paar tausend Tote mehr geben könnte, weil die Leute wegen der Verzögerung nicht rechtzeitig geimpft wurden. Bei „Maischberger“ ließ uns Schäuble wissen: „Den Preis muss man zahlen, wenn man Europa stärker will.“ Ja, was tun wir nicht alles für „Europa“! Na ja, „man“ ist vielleicht etwas ungenau ausgerückt. Richtiger müsste es heißen: Die, die nun nicht mehr unter uns sind, weil wir „Europa stärker“ wollen.

Europa hat erste Priorität, davon lassen wir uns auch nicht abbringen von den Quertreibern in Wien und Kopenhagen. Österreich und Dänemark haben mit Israel eine eigene Impf-Allianz gegründet, weil sie auf Brüssel nicht mehr vertrauen und sich lieber mit dem nahöstlichen Impfweltmeister gemeinsam für künftige Pandemiewellen rüsten wollen. Da machen wir natürlich nicht mit, unsere Solidarität gehört der EU.

Ja, der gesamten Welt: Neulich kamen die ersten 600.000 Impfdosen der Plattform Covax in Ghana an. Covax ist eine internationale Organisation, um weltweite Impfgerechtigkeit herzustellen. Dafür spendet auch Deutschland. Außenminister Heiko Maas war daher sichtlich stolz auf die Lieferung, und was wird erst Anton Hofreiter gejubelt haben! Wie wir neulich schon gelobt hatten, sieht der Grüne es ja als Deutschlands Aufgabe an, die ganze Welt zu impfen. Und ganz, ganz am Ende vielleicht auch die Deutschen.
Indes, unser uneingeschränktes Lob hat die Bundesregierung nun auch wieder nicht verdient. Nein, wir müssen es beim Namen nennen, auch wenn es schmerzt: Als es damals nicht genug Masken gab, war man schlauer und hat den Deutschen erst einmal wochenlang vom Lappentragen abgeraten (Merkel: „Virenschleuder!“, Drosten: „Hält das Virus nicht auf“). Erst, als einigermaßen genug von dem Zeug da war, haben sich Verantwortliche und Experten über Nacht um 180 Grad gedreht und den Maskenzwang verkündet. So macht man das!

Nunmehr hätten Merkel, Drosten und Co. zunächst eindringlich auf die Gefahren der Impfung hinweisen müssen, statt auf Impfskeptiker einzuprügeln. Erst bei vollen Lagern hätten sie dann von der „Empfehlung“ ganz seicht zum faktischen Impfzwang übergehen dürfen. So, wie das jetzt läuft, passt das alles nicht zusammen. Was ein Problem darstellt, denn wer sein Volk manipulieren will, der sollte das mit einer gewissen Stringenz tun. Daran mangelt es bei der Impfkiste aber ganz gewaltig, was wesentlich zur schlechten Laune beitrug, die sich bei den Deutschen hinsichtlich der staatlichen Maßnahmen ausgebreitet hat. Selber schuld!

Trotz allem ist es an der Zeit, darüber nachzudenken, was von alldem bleibt. Was wir an Wertvollem aus der Corona-Krise in die Zukunft retten können.

Da wäre vor allem der Schub für die europäische Solidarität, der durch Corona ermöglicht wurde. Gigantische Billionenberge von Euros werden umverteilt. Vor allem an die Südländer und im Schwerpunkt bezahlt von Deutschland und den anderen Nordstaaten. Was nur gerecht ist, schließlich leiden die Mittelmeervölker besonders unter dem Zusammenbruch des Tourismus, was ja irgendwie ausgeglichen werden muss.

Auf diese Weise zahlen die Deutschen über den EU-Corona-Topf gewissermaßen für Urlaubsreisen, die sie gar nicht antreten konnten. Daraus sollten wir lernen, denn ist das nicht DAS Modell für eine „klimafreundliche“ Zukunft? Wenn wir die Deutschen schon zahlen lassen für Reisen, die sie nie antreten, könnte man sie doch auch zur Kasse bitten für alle möglichen anderen Sachen, die sie gar nicht konsumieren. Beim Strom ist es ja schon so: Je weniger wir verbrauchen, desto mehr müssen wir bezahlen, wegen der garantierten Einspeisevergütungen für „Ökostrom“. Corona zeigt, dass man dieses Muster praktisch überall anwenden kann: „Ausgleichszahlung“ statt Kauf oder Buchung.

Da muss man sich doch fragen, warum wir mit den Corona-Maßnahmen einfach aufhören sollten! Nein, das muss ganz und gar ausgekostet werden. Die Deutschen sollen staunen, was sich ihnen hinter der „Öffnungsperspektive“ alles eröffnet.



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Kommentare

sitra achra am 06.03.21, 11:40 Uhr

Mehr an Bitterkeit kann kein Kommentar enthalten. Leider wird das Ausmaß des staatlichen Verbrechens (der Staat in der Hand seiner Zerstörer) nur in Konturen sichtbar, das Leid der davon Betroffenen eher kaum.
Könnte man nicht stattdessen die "Demokraten" mit Natrium Pentobarbital vorrangig impfen, um ihnen das Leid zu ersparen, von der undankbaren Bevölkerung missverstanden und kritisiert zu werden?
Die Bundesgesundheitstante müsste den Wirkstoff allerdings zuvor freigeben.

Siegfried Hermann am 06.03.21, 08:08 Uhr

Moin!
Im Grunde genommen ist der Orwellsche Politiker-Sprech ganz einfach, was sie ++wirklich++ wollen. Immer den schlimmsten Zustand annehmen und das positive Blabla ins Gegenteil verkehren.
Gesundheit
Freiheit
Inzidenzwert
"Ihr werde NICHTS besitzen und glücklich sein"
Lügen, Lügen und nochmals Lügen.

Aber wo viel Dunkel herrscht, ist bekanntlich auch das Licht der Hoffnung.
In den usa haben jetzt schon 17 Bundesstaaten den Corona-Terror komplett beendet, egal was die Psychopathen in Woooschingtän sagen.
Das ist ein Anfang!

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