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Großbritannien

Transgender-Theater in Oxford

Niederlage für linke Cancel Culture – Gender-kritische Kathleen Stock lässt sich nicht unterkriegen

11.06.2023

Es war wohl die am heftigsten umkämpfte Rede in der Universitätsstadt Oxford. Die LGBT-Lobby ging dagegen auf die Barrikaden und forderte die Absage des Auftritts der Philosophin Kathleen Stock, einer der bekanntesten Kritikerinnen der Transgender-Ideologie. Sogar der Premierminister schaltete sich ein und bestärkte den studentischen Debattierklub Oxford Union, dem Druck nicht nachzugeben. „Eine freie Gesellschaft braucht freie Debatten“, sagte Rishi Sunak dem „Daily Telegraph“, „wir dürfen nicht einer kleinen, aber lauten Minderheit erlauben, die Diskussion abzuwürgen.“

Der Stock-Auftritt war in der vergangenen Woche tagelang Thema in den Medien der Insel. Tatsächlich könnten die gescheiterten Versuche, ihren Vortrag zu verhindern, zum Wendepunkt werden in den „Gender Wars“ (Genderkrieg) – so der Titel einer viel beachteten TV-Dokumentation.

Die linke „Cancel Culture“, die unliebsame Redner mundtot machen will, hat eine Niederlage erlitten. Für Stock glich ihr Auftritt in der Oxford Union dennoch einem Spießrutenlauf. Sie musste – von Bodyguards bewacht – durch einen Hintereingang eingeschleust werden, zeitweilig sollte sie sich in einer Art Besenkammer verstecken, wie eine Reporterin der „Times“ berichtete.

Kritikerin der Transgender-Ideologie
Draußen, vor dem Gebäude der 200 Jahre alten Oxford Union, trommelten die Gegner. „Trans-Power, Trans-Power“, brüllten sie rhythmisch. Als das Gespräch mit Stock im voll besetzten Saal endlich begonnen hatte, lief eine junge „Transperson“ nach vorne und klebte sich mit Sekundenkleber auf dem Boden fest. „No more dead trans kids“ (Keine weiteren toten Trans-Kinder) hatte sich „Riz“ aufs T-Shirt gemalt. Es dauerte eine halbe Stunde, bis Polizisten sie vom Holzboden lösen und wegtragen konnten. Die Studentengewerkschaft hatte extra Notfall- und Ruheräume für Protestler eingerichtet, da diese durch die Präsenz der Philosophin emotional zu gestresst waren.

Warum die ganze Aufregung? Stock ist wie keine andere zur Symbolfigur geworden dafür, was über die Transgender-Ideologie auf der Insel noch gesagt werden kann. Vor zwei Jahren hatte die Professorin nach einer aggressiven Kampagne von Trans-Aktivisten ihren Posten an der Universität Sussex aufgegeben. Als Stock ihren Rücktritt bekannt gab, tanzten die vermummten Aktivisten und posteten in Sozialen Medien das Lied „Hurra, die Hexe ist tot“ aus der Verfilmung des Kinderbuchs „Der Zauberers von Oz“.

Dabei ist Stock keineswegs eine Hexe. Die 51-Jährige, Mutter zweier Teenager, die inzwischen in einer lesbischen Verbindung lebt, spricht ruhig, freundlich und abgewogen. Ihre Positionen entsprechen wohl der Meinung der großen Mehrheit der Bevölkerung. Stock betont, dass das biologische Geschlecht (Sex) eine Tatsache ist, dass es binär (entweder männlich oder weiblich) und nicht-veränderbar ist.

In Oxford nannte Stock es „verrückt“, dass Gesetze geschaffen werden, die aufgrund von bloß gefühlten Gender-Identitäten sogenannten „Transfrauen“ (biologischen Männern) den Zutritt zu Frauenräumen wie Umkleiden, Duschen oder Gefängnissen erlauben. Sie verwies auf Statistiken, wonach die Hälfte der Transfrauen in britischen Gefängnissen dort wegen Sexualdelikten sitzen.

In Schottland hatte der Fall des verurteilten Vergewaltigers, der zunächst in ein Frauengefängnis eingewiesen wurde, einen Aufschrei ausgelöst und den Fall der Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon in diesem Frühjahr beschleunigt. Dennoch gibt es bei der Linken weiterhin einen extremen Eiertanz um die Frage, wer eigentlich eine Frau ist. Der Anführer der Labour-Partei, Keir Starmer, sagte in einem Interview, die „große Mehrheit der Frauen“ habe „keinen Penis“, einige aber schon. Der Vorsitzende der Liberaldemokraten Ed Davey ging noch weiter: „Ganz klar“ könnten Frauen einen Penis haben.

Die Mehrheit der Briten ist von dem Trans-Theater inzwischen angewidert. In der Volkszählung von 2021 bezeichneten sich 0,1 Prozent der Bevölkerung als „Transfrauen“. Diese winzige Minderheit ist indes sehr prominent in den Debatten.

An Universitäten haben sie eine starke Unterstützerszene, Kritiker trauen sich kaum aus der Deckung. Die großen Organisationen der LGBT-Bewegung (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle) sprechen fast nur noch über das „T“. Die Zahl der Jugendlichen, die einer „Transition“ (Geschlechtsumwandlung) zugeführt werden, ist innerhalb eines Jahrzehnts um mehr als 2500 Prozent auf mehrere Tausend im Jahr gestiegen. Es sind überwiegend junge Mädchen, viele davon Autisten oder lesbisch veranlagt. Das beunruhigt Feministinnen. Aber die Translobby musste auch Rückschläge hinnehmen. Die einschlägige Londoner Tavistock-Genderklinik für Jugendliche, in der teils schon Zwölfjährige Hormonblocker verschrieben bekamen, musste dieses Jahr schließen. Inzwischen ist das Problembewusstsein in der Politik gewachsen.


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Kommentare

sitra achra am 14.06.23, 22:19 Uhr

Die jungen Hüpfer zwischen 20 und 30 waren schon immer etwas bluna, so auch meine Person. Ab 30 vergehen einem aber allmählich die Flausen. Haben wir also ebenso viel Verständnis wie Geduld. Wer danach immer noch so tickt, wird Bundesminister wie Habeck und Baerbock. Was meint ihr Psychiater dazu?

Winfried Kurt Walter am 14.06.23, 12:02 Uhr

Gibt es in GB nicht auch die Möglichkit einer Exmatrikulation ?

Gregor Scharf am 11.06.23, 10:04 Uhr

„Witzigkeit kennt keine Grenzen, Witzigkeit kennt kein Pardon.“

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