31.05.2020

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Die Beratungsgesellschaft Ernst & Young geht davon aus, dass die Autoindustrie sich erholen wird, sollte sie den Wettbewerb um die E-Mobilität annehmen: Abschließende Sichtkontrolle bei e.GO Mobile vor der Auslieferung eines E-Autos
Foto: imago images/Rupert OberhäuserDie Beratungsgesellschaft Ernst & Young geht davon aus, dass die Autoindustrie sich erholen wird, sollte sie den Wettbewerb um die E-Mobilität annehmen: Abschließende Sichtkontrolle bei e.GO Mobile vor der Auslieferung eines E-Autos

Trotz lahmender Konjunktur soll die Zahl der Arbeitsplätze weiter steigen

Optimisten setzen auf die Digitalisierung, eine Erholung der Automobilindustrie und eine Entlastung des Arbeitsmarkts durch das beginnende Ausscheiden der Baby-Boomer

Peter Entinger
14.01.2020

Im vergangenen Jahr mehrten sich die Anzeichen für eine konjunkturelle Eintrübung in der Bundesrepublik. Dennoch gibt es nun Analysen, die davon ausgehen, dass 2020 Hunderttausende neue Arbeitsplätze entstehen konnten, wenn auch in einem geringeren Tempo als bisher. Während im vergangenen Jahr noch 450 000 neue Stellen entstanden seien, prognostiziert die Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) für das Jahr 2020 nur noch rund 200 000 neue Arbeitsplätze. Die schwierige Wirtschaftslage dämpfe demnach das Stellenwachstum. Für Unsicherheit sorgen vor allem die internationalen Handelskonflikte, die schwächelnde chinesische Konjunktur und technologische Umbrüche. Unternehmen zögern daher laut Ernst & Young beim Stellenausbau: „Sie warten ab, wie sich die Nachfrage entwickelt."

Marcel Fratzscher, der Leiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), zeichnete ein differenziertes Bild zum Jahrewechsel: „Die Wolken sind noch da. Es sind viele dunkle Wolken am Horizont. Die Frage ist, ob sie Richtung Deutschland ziehen oder einen Umweg machen. Es gibt durchaus Grund für Optimismus. Deutschland hat ein großes wirtschaftliches Potenzial. Es gibt keinen Grund, Deutschland schlechtzureden. Wir haben eine hoch wettbewerbsfähige Wirtschaft. Tolle Exportunternehmen, die im globalen Wettbewerb bestehen. Wir haben einen hervorragenden Arbeitsmarkt", sagte er zum Jahreswechsel. Deutschland habe nach wie vor große Potenziale, so könnten 150.000 Arbeitsplätze entstehen.

Allerdings gebe es auch große Risiken, die vor allem außenpolitischer Natur seien. „Viele unterschätzen, dass sich Donald Trump Deutschland und Europa doch noch vorknöpft. Ich befürchte, das wird 2020 kommen, weil in den USA gewählt wird. Weil Trump politische Motive hat. Wirtschaftliche Motive sind es nicht. Dann würde man ja realisieren, dass Handelskonflikte keine Gewinner haben, sondern nur Verlierer. Außerdem der Brexit. Nach den Wahlen in Großbritannien scheint der Brexit nun Ende Januar zu kommen. Wie er sich auswirken wird, wissen wir nicht.

200 000 neue Arbeitslätze 2020

Deutschland wird davon nichts gewinnen, nur verlieren. Die Frage ist wie viel. Wir haben auch mit China ein großes Fragezeichen und mit Italien einen Wackelkandidaten in der Eurozone."

Doch bereits jetzt gibt es vom Arbeitsmarkt nicht nur positive Nachrichten. Erstmals seit 2013 ist die Arbeitslosigkeit im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen gestiegen – und zwar um 18 000 gegenüber Dezember 2018.

Die EY-Forscher gehen davon aus, dass durch die Digitalisierung neue Arbeitsplätze geschaffen werden, auch die Autoindustrie werde sich erholen, sollte sie den Wettbewerb um die E-Mobilität annehmen. Dass es in der Bundesrepublik in absehbarer Zeit zu keinen großen Problemen auf dem Arbeitsmarkt kommen wird, hat aber noch einen anderen Grund. Die Zeit der Baby-Boomer-Generation läuft ab. „Das nun zu Ende gegangene Jahr wird das letzte gewesen sein, in dem das Arbeitskräftepotenzial noch einmal kräftig gewachsen ist", sagt Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), „bereits im Jahr 2020 wird es nur noch um einige Zehntausend zunehmen".



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