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US-Republikaner

Trumps Widerpart in der eigenen Partei

Adam Kinzinger führt die innerparteilichen Gegner des Biden-Herausforderers

Bodo Bost
26.03.2024

Sieben von zehn US-Wahlberechtigten wollen weder des bisherigen US-Präsidenten Joe Biden noch dessen republikanischen Herausforderer und Vorgänger Donald Trump. Bei den Republikanern ist jeder vierte gegen den Kandidaten der eigenen Partei, auch wenn er in den Vorwahlen von Sieg zu Sieg zieht, und alle innerparteilichen Gegenkandidaten bereits das Handtuch geworfen haben. Sie werfen Trump seine vielen Gerichtsverfahren vor und halten ihn für psychisch instabil.

Die innerparteilichen Trump-Gegner haben sich auf ihrem jährlichen Gipfeltreffen, dem „Principles First Summit“ (Prinzipien zuerst), vom 23. bis 25. Fe-bruar in Washington getroffen. In der Bundeshauptstadt versammelten sie sich zu drei Tagen mit Podiumsdiskussionen und Netzarbeit, um diejenigen zusammenzubringen, die Amerikas klassisch-liberale Tradition bewahren wollen. Sie überlegten, welche Bedeutung der Konservatismus heute hat. Sie haben sich am Ende darauf geeinigt, eine Wiederwahl Trumps zu verhindern. Die Anti-Trump-Leute oder „Never Trumpers“ sind zwar in der Grand Old Party (GOP) in der Minderheit, aber sie wollen ihr Gewicht so gut es geht in die Waagschale werfen.

Widerstand gegen Trump und Biden
Im Jahr 2020 wählten laut dem in Washington sitzenden und nach dem US-amerikanischen Ölindustriellen Joseph Newton Pew benannten nichtstaatlichen Meinungsforschungsinstitut „Pew Research Center“ bereits 16 Prozent der Republikaner, die sich als „moderat“ bezeichneten, den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Biden statt Trump. Dies hat Letzterem wahrscheinlich den Wahlsieg gekostet.

Im Jahre 2016 hatten erst acht Prozent der Republikaner für die demokratische damalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton statt für Trump gestimmt. In den US-Bundesstaaten, in denen beide großen Parteien eine gute Chance auf den Wahlsieg haben, den sogenannten Swing States (Schaukelstaaten), könnte dieser Umstand entscheidend sein. Allerdings hat Biden in einigen dieser Swing States Probleme mit seinem linken Flügel, vor allem unter Afroamerikanern und Araboamerikanern wegen seiner Israel-freundlichen Nahostpolitik.

Einen Mittelweg geht die Gruppe „No Labels“. Diese Gruppe versucht die sieben Zehntel der Amerikaner zu vertreten, die sich nicht noch einmal zwischen Biden und Trump entscheiden wollen. „No Labels“ möchte gemäßigte Demokraten und Republikaner motivieren, bei den Präsidentschaftswahlen mit einem „Einheitsticket“ anzutreten, das aus einer Doppelspitze aus Mitgliedern beider Parteien besteht. „No Labels“ ist eine Vereinigung von Politikern und Aktivisten beider Parteien, die den Amerikanern eine Alternative bieten will. Ihr Führer ist Fred Upton, ein moderater Republikaner aus Michigan, der 2021 nach dem Sturm auf das Kapitol als einer von nur zehn republikanischen Abgeordneten für ein zweites Amtsenthebungsverfahren gegen Trump gestimmt hatte.

Einige werfen „No Labels“ jedoch vor, Trump die Schlüssel zum Weißen Haus zurückgeben zu wollen. Ihr Vorwurf: Solange über eine dritte Kandidatur gesprochen werde, werde dies bei einigen Republikanern die Vorstellung aufrechterhalten, dass sie Biden nicht zu unterstützen brauchen, um Trump zu verhindern. Jede Enthaltung oder Stimme für einen dritten Kandidaten werde jedoch Trump helfen. Denn als ehemaliger Demokrat wird Robert Kennedy Jr. im November auf der Wahlliste stehen, er wird vor allem den Demokraten wegen seines bekannten Namens viele Stimmen kosten.

Suche nach Alternativen
Die gemäßigte Rechte fängt nicht bei Null an. Bereits die Wahlen 2020 haben zahlreiche Initiativen hervorgebracht, um diesen Teil der konservativen Wählerschaft zu mobilisieren. Eines der bekanntesten Netzwerke von gemäßigten Republikanern ist das „Lincoln Project“, das sich durch seine schlagkräftigen Anti-Trump-Videos einen Namen gemacht hat. In diesem Jahr finanziert das Netzwerk unter anderem die Ausstrahlung von Werbespots in unentschiedenen Wahlkreisen, die vor allem die juristischen Probleme des ehemaligen Präsidenten und seine unerwartet schlechten Ergebnisse bei den ersten Vorwahlen kritisieren.

Führungsfigur der Anti-Trump-Republikaner ist der ehemalige republikanische Abgeordnete Adam Kinzinger aus Illinois. Er versucht im Rahmen seiner neuen Gruppe Country First „freiheitsliebende“ und „demokratiefreundliche“ Kandidaten für die Parlamentswahlen im November anzuwerben und zu unterstützen. Wie andere ehemalige Abgeordnete und Mitglieder der Trump-Regierung, die mittlerweile mit ihm über Kreuz liegen, wird er Biden wählen, weil für ihn die Demokratie auf dem Spiel steht.


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Kommentare

Karl-Eike Edelman am 26.03.24, 17:39 Uhr

Trump und psychisch INSTABIL??? Haben Sie sich mal überlegt, wie psychisch stabil jemand sein muss, auf den seit Jahren eine derartige Hexenjagd vollführt wird und der dennoch nicht aufgibt?

Und 70% der Wahlberechtigten wollen weder Trump noch Biden? Wie verteilt sich das? 69% wollen Biden nicht und 1% Trump? Sehen Sie sich doch mal an, wer die Massen begeistern kann und wer in einem kleinen Raum vor gerade mal 20 Leuten spricht! Ich bin kein Trump-Fan, aber ich zolle seiner Popularität, die sich aus der Hoffnung vieler Amerikaner speist, dass sie unter seiner Präsidentschaft wieder bessere Zeiten erleben werden, Respekt.

Kinzinger ist ein Heckenschütze, ein RINO, nicht mehr und nicht weniger. Außerdem war er auch noch zu feige, sich der Kandidatenwahl zu stellen. Denn er wusste ganz genau, dass er Trump haushoch unterlegen sein würde.

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