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Als hätte es die Sowjetzeit nie gegeben: In Cranz schmücken phantasievolle Dekorationen prächtige Häuser
Foto: J.T.Als hätte es die Sowjetzeit nie gegeben: In Cranz schmücken phantasievolle Dekorationen prächtige Häuser

Nördliches Ostpreußen

Viele Märkte, aber kein Feuerwerk

In Königsberg und anderen Städten fällt diesmal der Jahreswechsel bescheidener aus

Jurij Tschernyschew
28.12.2022

In diesem Jahr werden über die Neujahrsfeiertage bis zu 60.ooo Touristen im Königsberger Gebiet erwartet. Zu Beginn des Jahres, während der Januarferien, wurde die Region bereits von 57.000 Touristen besucht, das sind sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Einwohner der Gebietshauptstadt Königsberg begehen Neujahr und Weihnachten dieses Jahr ohne Feierlichkeiten auf dem Hansaplatz. Laut der Verwaltungsleiterin Jelena Djatlowa haben die Stadtbehörden zurzeit keine Ausschreibungen für die Organisation von Neujahrsfeuerwerken und festlichen Veranstaltungen durchgeführt. „Wir leben jetzt unter Coronavirus-Einschränkungen“, sagte sie. Dennoch laden in der Pregelmetropole Neujahrs- und Weihnachtsmärkte zum Besuch ein. Bereits im vergangenen Jahr gab es keine offiziellen Feierlichkeiten am Weihnachtsbaum der Hauptstadt. Auf das traditionelle Feuerwerk wollen die meisten Städte der Region verzichten. 

Sechs Märkte in Königsberg

In Königsberg finden insgesamt sechs Weihnachtsmärkte statt. Im Frühjahr wurde ein Veranstaltungsort auf dem Gelände der ehemaligen und nun wiederbelebten Brauerei Ponarth eröffnet. Vor dem Krieg war sie eine der größten Braue-reien Ostpreußens. Nun ist sie eine neue Attraktion für die Einwohner der Stadt und ihre Besucher geworden. Bis Silvester kann man auf dem Gelände Geschenke, Souvenirs, Kunsthandwerk und warme Snacks kaufen. 

Auf dem Platz neben dem Denkmal Mütterchen-Russland im Stadtzentrum wurde eine Kunsthandwerksmesse eröffnet, auf der man handgefertigte Geschenke erwerben kann. Bis zum 30. Dezember werden kostenlose Handwerkskurse und ein Unterhaltungsprogramm angeboten. Bis zum 8. Januar hat eine Eislaufbahn beim Haus der Räte geöffnet. 

Es gibt auch einen Weihnachtsmarkt auf dem Kneiphof. Traditioneller Glühwein, Lebkuchen und eine Vielzahl warmer Köstlichkeiten erwarten die Besucher. Der Markt hat bis zum 13. Januar geöffnet. Vom 4. bis 10. Januar wird die Professor-Baranova-Straße in einen Basar mit Straßencafés verwandelt. Den Besuchern wird Kunsthandwerk und -gewerbe angeboten.

Während keine andere Stadt in der Region mit Königsberg konkurrieren kann, was die Anzahl und Vielfalt der Märkte angeht, behält der Kurort Cranz die Oberhand, was den Glanz und die Vielfalt der Weihnachtsdekorationen angeht. 

Cranz erstrahlt in hellem Glanz 

Die Besucher werden von einer leuchtenden Kuppel über dem Hauptweihnachtsbaum der Stadt begrüßt: Die Tanne sieht spektakulär und „europäisch“ aus. Die örtliche Verwaltung beschränkte sich auf wenig öffentlichen Schmuck, da die Inhaber von Cafés, Restaurants, Geschäften und Souvenirläden ja schon einen erheblichen Beitrag zur Beleuchtung des Kurortes leisten. Die einzige Bedingung der Verwaltung war, dass die Fassaden mit Glühbirnen in „warmen Farben“ dekoriert werden sollten. Ansonsten waren der Phantasie der Besitzer keine Grenzen gesetzt. 

Schmuck bleibt bis Februar 

Und so prangen Kompositionen aus Nadelzweigen, leuchtenden Hirschen, Weihnachtsmännern und Gruppen roter Luftballons am Eingang vieler Einrichtungen. Die Neujahrsdekorationen auf den Straßen von Cranz werden auch nach den Neujahrsferien zu sehen sein. Einige werden bis Ende Februar das Auge des Besuchers erfreuen.

 


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Kommentare

Ritter Bodo von Proskau am 06.01.23, 16:41 Uhr

"Als hätte es die Sowjetzeit nie gegeben ..." Bei einer derartigen Bildunterschrift muss man sich schon die Augen reiben. Herrn Tschernyschew sei einmal die Lektüre der Beute-Listen empfohlen, die die sowj. Militäradministration erstellt hat und die nun zugänglich sind. Teilweise ist da auch etwas von den wilden Beutenahmen zu lesen, gegen die sie zu kämpfen hatte. Von all dem Vertreibeungs-Elend ganz zu schweigen. Übrigens: Ich kann auch Russisch und in der Lage, all das zu lesen und zu verstehen. Nicht weil ich diese Sprache liebe, sondern weil die Sieger/Besatzer/Befreier es ja so wollten, dass die unterworfenen Völker ihre Sprache verstehen.

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