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Schlangestehen für die Injektion: Königsberger warten vor einem mobilen Impfzentrum
Foto: J.T.Schlangestehen für die Injektion: Königsberger warten vor einem mobilen Impfzentrum

Corona

„Vierte Welle“ im Königsberger Gebiet

Beschränkungen erschweren den Alltag vieler Bürger – Furcht vor neuem Touristenansturm

Jurij Tschernyschew
10.11.2021

In der Russischen Föderation steigt die Zahl der Corona-Erkrankungen unaufhaltsam. Die „vierte Welle“ hat die meisten Regionen des Staates überrollt. Das nördliche Ostpreußen wurde als Risikogebiet eingestuft. Dort ist die Lage derzeit sehr angespannt. Seit Anfang Oktober werden jeden Tag mehr neue Corona-Fälle als am Vortag gezählt. Inzwischen gibt es über 400 Neuinfektionen täglich.

Die Situation wird durch die extreme Schwäche der regionalen Gesundheitsverwaltung verschärft, die ihre Kapazitätsgrenze bereits erreicht hat. Die planmäßige medizinische Versorgung wurde in der gesamten Region ausgesetzt. Fast alle Krankenhausbetten, die für die Behandlung von Lungenentzündungen und Corona-Erkrankungen bereitgestellt wurden, sind belegt. Mehr als tausend Menschen, die in Krankenhäusern behandelt werden, benötigen Sauerstoffmasken. Etwa Hundert von ihnen sind an künstliche Beatmungsgeräte angeschlossen.

Verschärfte Regeln seit Oktober

Seit dem 18. Oktober gelten im Königsberger Gebiet daher verschärfte Regeln: Einkaufszentren und Non-Food-Geschäfte mit einer Fläche von mehr als 300 Quadratmetern dürfen nur noch gegen Vorlage eines QR-Codes betreten werden, den vollständig Geimpfte erhalten. Diese Regel gilt auch für alle anderen Kultur- und Unterhaltungseinrichtungen. Neben dem QR-Code muss auch ein Reisepass vorgelegt werden, damit die Identität des Besitzers des QR-Codes festgestellt werden kann. Beim Zugang zu Einkaufszentren und anderen öffentlichen Orten wird auf Einhaltung dieser Regeln strikt geachtet.

Der erste Tag der Einführung hat bereits gezeigt, dass die Impfung allein nicht ausreicht, um in die Geschäfte zu gelangen. Jeder Geimpfte erhält ein persönliches Zertifikat, das die erfolgte Impfung bestätigt. Es berechtigt jedoch nicht automatisch zum Betreten von Einkaufszentren oder anderen Einrichtungen. Dafür muss der Geimpfte oder Genesene selbst aktiv werden und sich auf dem staatlichen Portal „Gosuslugi“ einen QR-Code generieren lassen. Genesene erhalten den QR-Code nur, wenn ihre Erkrankung nicht länger als sechs Monate zurückliegt. Doch nicht jeder Bürger findet sich im Internet zurecht und nicht alle Menschen sind Freunde mobiler Geräte.

Das trifft vor allem auf Rentner zu, die sich alternativ vor dem Multifunktionszentrum (MFC) im Gebäude der Stadtverwaltung anstellen können, um einen QR-Code zu erhalten. Viele von ihnen sind mit der Umstellung auf digitale Bescheinigungen unzufrieden. Manche Ältere zeigen sich empört darüber, dass selbst, wenn sie ein Papierzertifikat besitzen, der Zutritt für sie verschlossen bleibt.

Unter denen, die beim MFC Schlange stehen, gibt es auch solche, die nichts gegen die Digitalisierung einzuwenden haben, sondern wegen der zahlreichen technischen Ausfälle anstehen müssen. Bei vielen meldet das Programm einen Fehler, weil es die eingegebenen Passdaten für falsch hält. Die Bürger müssen dann persönlich aktiv werden, um an ihren Code zu kommen.

Der MFC gibt selbst keine QR-Codes aus. Er kann lediglich bei der Registrierung auf dem Portal ‚Gosuslugi' helfen. Wenn die Registrierung erfolgreich war, kann der Betroffene sich selbst einen Code generieren.

Sobald jemand geimpft ist, trägt das Personal des Gesundheitszentrums die Daten in ein einheitliches Impfregister ein. Von dort aus werden sie automatisch an das Portal der staatlichen Dienste weitergeleitet, wo ein QR-Code generiert wird. Wenn jemand keinen Code erhält, muss er zur Impfstelle gehen. Dort wird überprüft, ob alle Angaben korrekt sind.

Es hat bisher so viele Probleme gegeben, dass das Gesundheitsministerium des Königsberger Gebiets sogar ein elektronisches Formular entwickelt hat, um Beschwerden derjenigen Einwohner entgegenzunehmen, die nach der Impfung keinen QR-Code erhalten haben.

In der Zwischenzeit wurde über das nördliche Ostpreußen ab dem 28. Oktober eine Quarantäne just zu dem Zeitpunkt verhängt, als landesweit arbeitsfreie Tage angekündigt wurden.

Die Einwohner sehen den Grund für den erneuten Anstieg der Zahl der Corona-Infektionen im Tourismus. Viele zeigen sich empört darüber, dass selbst für die Zeit des staatlich angeordneten Zwangsurlaubs wieder Hotelzimmer in der Region gebucht wurden. Zwar benötigen auch die Touristen diesmal einen gültigen QR-Code zum Einchecken, aber dennoch befürchten viele, dass die Anwesenheit vieler Besucher aus anderen Regionen die ohnehin angespannte Situation noch verschlimmern wird.



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Kommentare

sitra achra am 11.11.21, 10:42 Uhr

Hundert Menschen sind an "künstliche" Beatmungsgeräte angeschlossen. Was soll das denn für eine "Pandemie" sein?
Sauerstoff liefert die Linde AG frei Haus! Da ist kein Handlungsbedarf für Krankenhäuser!

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