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Die Sorge wächst: Eröffnung der Antisemitismus-Konferenz in der Synagoge von Malmö am 12. Oktober
Foto: paDie Sorge wächst: Eröffnung der Antisemitismus-Konferenz in der Synagoge von Malmö am 12. Oktober

Schweden

Von der Stadt der Judenrettung zur Hauptstadt des Antisemitismus

In Malmö haben Immigranten die Stadt nahezu in ihrer Hand – Leidtragende ist die jüdische Bevölkerung

Bodo Bost
01.11.2021

Ausgerechnet in Malmö diskutierten kürzlich 400 Konferenzteilnehmer aus Politik, Religion und Wirtschaft über den wachsenden Antisemitismus und seine Ursachen in Europa. Tatsächlich kann keine andere Stadt die Gefahren des neuen Antisemitismus in Europa besser darstellen als Malmö. Die im Süden Schwedens gelegene Stadt gilt nicht nur als Hauptstadt der Banden- und Drogenkriminalität in Europa, sondern steht inzwischen auch international als „Symbol für den neuen Antisemitismus“.

Juden, wenn sie sich überhaupt noch aus ihren Häusern trauen, tun dies ohne erkennbare Abzeichen ihrer Religion, wie Kippa, Davidstern oder Schläfenlocken. Holocaustüberlebende werden in Schulen von Malmö gemobbt und als Lügner bezeichnet. Ein Drittel der Stadtbevölkerung, etwa 70.000 Menschen, kommt aus muslimischen Ländern, in den Schulen bilden Muslime bereits die Mehrheit. Von diesen muslimischen Immigranten geht der neue Antisemitismus in Schweden aus. Schweden war neben Deutschland das Land, das während der Asylkrise 2015/16 die meisten Zuwanderer aus dem Nahen Osten aufgenommen hat.

Der Malmöer Rabbiner Shneur Kesselman hat es aufgegeben, die Polizei zu rufen, wenn er auf dem Weg zur und von der Synagoge Drohungen oder Einschüchterungen hört. Die Polizei, so seine Erfahrung, kommt doch nicht, und wenn doch, dann tut sie nichts. Besonders gefährlich ist es für ihn immer, wenn sich im Nahen Osten, zumeist in Gaza, Konflikte zwischen Israelis und Palästinensern zuspitzen, wie im letzten Jahr, aber auch 2009. Dann spitzt sich auch in Malmö die Lage zu, und für die noch 500 in der Stadt verbliebenen Juden wird es gefährlich. Während des Gaza-Krieges 2009 eskalierte die Lage, als auf dem Hauptplatz der Stadt Polizisten tatenlos zusahen, wie Juden in eine Seitengasse flüchten mussten, nachdem sie von steinewerfenden Schlägern angegriffen worden waren.

Reisewarnung für Malmö

Auch linke Mitglieder des schwedischen Parlaments nahmen in Malmö an Anti-Israel-Kundgebungen teil, bei denen die israelische Flagge verbrannt wurde, während die Flaggen der Hamas und der Hisbollah geschwenkt wurden. Muslime, die antisemitischer Straftaten beschuldigt werden, sehen sich durch die Politik Israels in den besetzten Gebieten entschuldigt. Im Jahre 2010 sprach das Simon Wiesenthal Center deshalb eine Reisewarnung für Malmö aus.

Am 6. September 2012 forderte die internationale Organisation United Nations Watch die Schweden auf, die jüdische Gemeinschaft angemessen zu schützen und spezielle Initiativen zur Aufklärung gegen Antisemitismus zu entwickeln. Im Dezember 2017, nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, kam es zu spontanen Demonstrationen auf dem zentralen Platz Möllevångstorget, bei der etwa 200 Menschen meist immigrantischen Ursprungs ungestraft riefen: „Wir werden die Juden erschießen.“

In der Vergangenheit war der Antisemitismus in Schweden hauptsächlich auf Rechtsextremisten zurückzuführen. Doch eine Studie aus dem Jahr 2013 zeigte, dass 51 Prozent der antisemitischen Vorfälle in Schweden muslimischen Extremisten zugeschrieben werden. Nur fünf Prozent wurden von Rechtsextremisten verübt, dagegen 25 Prozent von Linksextremisten. Schwedische Politiker haben kein Problem damit, Antisemitismus, der von Rechtsextremisten verübt wird, zu verurteilen. Aber wenn der Antisemitismus von der muslimischen Minderheit kommt, schauen sie weg. Die Angst, der Intoleranz bezichtigt zu werden, hält sie ab, die tief verwurzelte Intoleranz angemessen zu bekämpfen.

Von 1932 bis 1946 war der aus dem Saarland stammende Rabbiner Eliezer Berlinger Oberrabbiner der jüdischen Gemeinde von Malmö. 1943 hat er die Aufnahme von 8000 dänischen Juden in Schweden mitorganisiert, die vom deutschen Diplomaten von Duckwitz vor ihrer drohenden Deportation nach Auschwitz gewarnt worden waren. 1945 hat die Stadt wiederum fast 10.000 Holocaustüberlebende aufgenommen, die bis heute den Grundstock der jüdischen Gemeinde von Malmö stellen.

Unter den Rednern des Malmö-Forums gegen Antisemitismus waren unter anderem UN-Generalsekretär Antonio Guterres, US-Außenminister Antony Blinken, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Auch der schwedische König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia nahmen daran teil. Gerne würden die Israelis auch das schwedische Königspaar zum Staatsbesuch empfangen.



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Kommentare

Klaus Rellum am 08.11.21, 07:45 Uhr

In Deutschland werden islamischen Hetz-Taten gegen Juden von der Polizei in der Regel "den Rechten" angelastet und tauchen dann entsprechend in der Statistik auf. Und die Presse & Politik verbratet das dann als "wir müssen den deutschen Rechtsextremismuzs" bekämpfen und die Regierung spendiert Milliarden unserer Steuergelder für den Kampf der Linken gegen die pösen weißen "rechten" Männer in Deutschland.
Diese Linken sind dann nicht selten die, die dannbei den Anti-Israel-Demos mitgrölen.
Ein Wahnsinn.

Wynfryth Oltrogge am 06.11.21, 18:57 Uhr

Wenn Malmö über 300.000 Einwohner hat, dann sind 70.000 etwas weniger als ein Viertel. Aber immerhin - das ist schon eine Hausnummer. Wer aus Deutschland kommend in der Innenstadt von Malmö spazierengeht, merkt nichts. Wer aus Lappland kommt, nimmt doch etwas wahr. Und das sind keine Zeichen der Hoffnung.

Ralf Pöhling am 03.11.21, 19:59 Uhr

Das kommt dabei heraus, wenn man jeden erdenklichen Zuwanderer unkontrolliert und unreguliert ins Land lässt und einfach mit offenen Armen empfängt. Sie fühlen sich dann wie zu Hause und benehmen sich auch so. Judenhass inklusive. Muss alles nicht sein. Wenn man die Zuwanderung im Interesse der angestammten Bevölkerung reguliert. Aber das passiert in Europa leider kaum. Auch in Deutschland nicht. Da wird die Zuwanderung im Interesse ausländischer Interessen gesteuert. Was ein eindeutiges Zeichen für eine Unterwanderung der relevanten Regierungsstellen ist.

H. Schinkel am 02.11.21, 03:36 Uhr

In Deutschland wird es genau so laufen wie in Schweden. Die Deutschen werden sich anpassen, den Mund halten und Fremde im eigenen Land werden. Sich gegen die Zudringlinge wehren? Nein, das wäre Nazi. Lieber läßt man sich seiner Heimat berauben. Ich verstehe gar nicht was mit den Deutschen los ist.

Tom Schroeder am 01.11.21, 15:24 Uhr

Wer glaubt, dass man die jungen überwiegend männlichen "Neubürger" aus islamischen Ländern ungestraft und folgenlos weiter importieren kann, wird irgendwann eines besseren belehrt. Möchte man künftigen Rechtsradikalismus dauerhaft entgegentreten - das sind die wenigsten der hiesigen Antisemiten - sollte man darauf verzichten. Denn irgendwann ist das Maß voll und man wird auch in Malmö sehen, dass dann "christliche" Bürgerwehren wie SA Sturmtrupps für "Ordnung sorgen" (natürlich nicht, zeigt die Geschichte wo das endet!) - aber lassen sich Westeuropäer auf die Dauer auf der Nase herumtanzen? Das geht ins Auge, denn wirklich integrieren, im Sinne von Arbeiten und andere in Ruhe lassen, sind eigentlich nur christlich-jüdisch und buddhistisch geprägte Kulturen dazu in der Lage. Der Islam ist viel zu rückständig und intolerant und sollte nur in geringen Dosen zugelassen sein - zu spät, denke ich, das kracht irgendwann!

sitra achra am 01.11.21, 12:40 Uhr

Wer den aggressiven Antisemitismus totschweigt oder sogar aktiv unterstützt, setzt sich dem Verdacht aus, eine Nazi-Nachfolgeorganisation aufzubauen. Die Schweden scheinen aus der Geschichte wohl nichts gelernt zu haben.
Die schwedische Gesellschaft spielt mit dem Feuer.

Bernd Wegter am 01.11.21, 10:12 Uhr

Sehr guter Bericht, aber wir brauche gar nicht so weit schauen, im Prinzip ist es in Berlin genauso. Dort wurden bei der letzten palästinensischen Kundgebung auch Israel Fahnen verbrannt und es passierte gar nichts. Der RBB berichtete sogar davon wie friedlich die Demonstration verlief.

Siegfried Hermann am 01.11.21, 09:57 Uhr

Was habt ihr von dieser "tolerantesten" aller "Friedens-Religion" denn erwartet!?!?

Wenn sie erst mal die Bevölkerungsmehrheit darstellen und meinen eine Eroberung würde gelingen werden sie es mit Christen, ach mit allen Nicht-Islam-Gläubigen und Atheisten genauso machen wie seit 1300 Jahren!!!
Steht soooo und nicht anders als Handlungsanweisung (!!) auch im Koran. Und der wird laut Möchte-gern-Sultan vom Bosporus eins zu eins umgesetzt.
Fazit:
Diese Leute gehören hier nicht hin, egal wie "tolerant" und "Friedens bemüht"!!! Link Helmut Schmidt
Deren Hauptsiedlungsgebiete ist mehr als doppelt so groß wie Europa. Da ist also reichlich Platz für Erweiterungen.
Die Europäer sollten sich endlich zusammen schließen und dieses widerliche Umvolkungsprogramm und fanatische Eroberung per Geburten-Tusnami beenden, heißt 100 Mio. Moslems und 50 Mio. Neger alternativlos ab in die Heimat.

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