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Sammelte bereits Erfahrungen als Redner: Damian Wierzchowski beim Rezitationswettbewerb in Rontzken 2018
Foto: U.H.Sammelte bereits Erfahrungen als Redner: Damian Wierzchowski beim Rezitationswettbewerb in Rontzken 2018

Verbindungsbüro Allenstein

Von Neidenburg zur LO nach Allenstein

Damian Wierzchowski spricht über seine Motive, Germanistik zu studieren und Deutschlehrer zu werden

Uwe Hahnkamp
25.08.2021

Im Gespräch mit Damian Wierzchowski

Seit einigen Jahren hat die Landsmannschaft Ostpreußen (LO) ein Büro in Allenstein. Bis vor Kurzem war ihre Vertreterin dort Edyta Gładkowska, die jetzt in Mutterschutz gegangen ist. Ihr Nachfolger ist Damian Wierzchowski, Germanist und Deutschlehrer unter anderem für Deutsch als Minderheitensprache.

Wir sind im Büro der Landsmannschaft Ostpreußen in Allenstein. Ist das nicht noch ein wenig ungewohnt?
Ja, zum einen in Zeiten der Pandemie, auch wenn das inzwischen etwas gelockert ist. Ich war im Schuljahr nur zweimal die Woche im Büro und da passierte nicht viel. Zum anderen bin ich seit April hier, habe mich noch einen Monat mit Edyta Gładkowska eingearbeitet und bin erst seit Mai allein hier im Dienst.

Kommen Sie selbst aus der Woiwodschaft Ermland-Masuren? Wie kamen Sie zur Germanistik?
Ursprünglich komme ich aus dem Dorf Lichteinen in der Nähe von Hohenstein, oder, wenn man so will, bei Tannenberg. Zu meinem Studium bin ich nach Allenstein umgezogen und lebe dort seit mehr als zehn Jahren. Ich wusste eigentlich immer schon, dass ich Deutschlehrer werden wollte, und dass ich es schaffe, obwohl einige Leute Zweifel hatten. Meine Großeltern und Urgroßeltern waren Deutsche, man kann also sagen, dass ich deutsches Blut habe. Von dort auch der Kontakt zur deutschen Sprache.

Woher dann aber die Zweifel? War das Studium so schwer?
Das war eher in der Zeit vor meinem Studium; alle haben mir abgeraten, Deutsch zu studieren. Mir ging es vor allem darum, dass ich Deutsch sprechen wollte, aber Germanistik ist etwas anderes als nur die Sprache; man muss auch Literatur, Geschichte und alles, was zu Deutsch, zu Deutschland und anderen deutschsprachigen Ländern gehört, lernen.

Hat es dann direkt nach dem Studium mit einer Stelle als Lehrer geklappt?
Zuerst konnte ich nicht Deutschlehrer werden, weil es keine Angebote gab. Nach einem Jahr anderer Arbeit habe ich meinen „richtigen“ Job gefunden. Ich musste zwar weit fahren, aber es hat sich gelohnt, der Traum wurde wahr. Ich habe in Rontzken bei Neidenburg gearbeitet, wo ich gute Kollegen kennengelernt habe. Eine dieser Personen ist Sabina Reguła von der Neidenburger Gesellschaft der Deutschen Minderheit; wir haben uns getroffen, Projekte realisiert, zusammengearbeitet.

War das in Rontzken normaler Deutschunterricht?
Das war kein Unterricht in Deutsch als Fremdsprache, sondern als Minderheitensprache, mit dem ich Erfahrungen gesammelt habe. Da musste ich zwei Welten verbinden. In einer wurde zu Hause kein Deutsch gesprochen und in der anderen hatten die Schüler Erfahrung mit der deutschen Sprache. Es war anstrengend, aber eine schöne Zeit. Heute unterrichte ich weiterhin – Deutsch als Fremdsprache im Verband der Wirtschaftsschulen in Allenstein – und arbeite außerdem in der Geschäftsstelle der Landsmannschaft Ostpreußen. Frau Reguła hat mich für diese Stelle empfohlen, es gab einen Anruf von der Landsmannschaft, ich habe das Angebot angenommen und bin jetzt hier. Die Stelle ist erst einmal bis Ende Juni nächsten Jahres geplant.

Was kommt im Moment auf Sie zu?
Das eine war die Arbeitstagung der deutschen Vereine im südlichen Ostpreußen im Juni in Osterode. Ich war etwas nervös, weil ich viele Leute treffen sollte, die ich bisher nur von Webcams oder Gesprächen über das Internet kannte. Aber das hat sich schnell gelegt. Das zweite ist der 13. Kommunalpolitische Kongress im Oktober. Wir planen das, was mit den aktuellen Vorschriften möglich ist, das Hotel ist gebucht, das Programm steht und die Einladungen sind verschickt. Als drittes steht im November das Volkstanzseminar an, das hoffentlich nach der Corona-Pause wieder stattfinden kann. Jetzt in den Schulferien lässt sich zum Glück intensiver planen. Es gibt viel zu tun.



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