01.10.2022

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Will die Geschichte nicht ruhen lassen: Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bei der Vorstellung des Gutachtens zu den Reparationsforderungen seines Landes an Deutschland
Foto: imago newspixWill die Geschichte nicht ruhen lassen: Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bei der Vorstellung des Gutachtens zu den Reparationsforderungen seines Landes an Deutschland

Debatte

Warschau spielt mit dem Feuer

Mehr als ein Dreivierteljahrhundert nach Kriegsende beziffert Polen seine Entschädigungsforderungen an Deutschland. Aussicht auf Erfolg haben diese nicht. Dafür haben sie das Potential, den inneren Frieden Europas nachhaltig zu stören

René Nehring
08.09.2022

Die polnische Regierung gibt keinen Frieden. Nachdem in den vergangenen Jahren wiederholt Spitzenpolitiker der Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) eher pauschal Entschädigungszahlungen von Deutschland wegen der durch den Zweiten Weltkrieg erlittenen Verluste gefordert hatten, stellten am Donnerstag vergangener Woche, dem symbolträchtigen 1. September, Premierminister Mateusz Morawiecki und der PiS-Vorsitzende Jarosław Kaczyński ein Gutachten vor, dass die Ansprüche Polens mit 6 Billionen, 220 Milliarden und 609 Millionen Zloty beziffert, was nach derzeitigem Kurs etwa 1,3 Billionen Euro entspricht.

Zur Begründung verwiesen die beiden nicht nur auf die durch den deutschen Angriffskrieg erlittenen menschlichen und materiellen Verluste ihres Landes, sondern auch auf die dadurch entstandenen und bis heute nachwirkenden Beeinträchtigungen. Ohne die Auswirkungen des Krieges, so die Warschauer Argumentation, stünde der polnische Staat heute in seiner zivilisatorischen Entwicklung auf einem völlig anderen Platz.

Juristisch ist die Sache erledigt

Die Antwort der Bundesregierung kam prompt. Deutschland sehe, so ein Sprecher des Auswärtigen Amtes, keine Grundlage für die polnischen Forderungen: „Die Position der Bundesregierung ist unverändert. Die Reparationsfrage ist abgeschlossen.“ Polen habe schon 1953 auf Reparationen verzichtet und diesen Verzicht mehrfach bestätigt. „Dies ist eine wesentliche Grundlage für die heutige Ordnung Europas“, so der Sprecher weiter.

Damit könnte die Sache ihr Bewenden haben. Doch angesichts der nicht ruhenden polnischen Forderungen und mit Blick auf den mit dem Gutachten verbundenen Aufwand ist davon auszugehen, dass PiS-Politiker die Reparationsfrage keineswegs ruhen lassen werden. Deshalb ist es angebracht, das Thema noch einmal umfassend zu betrachten, wozu neben Rechtsfragen auch historische Aspekte gehören und nicht zuletzt die Frage, welche politischen Folgen das Warschauer Insistieren auf Entschädigungen haben könnte.

Juristisch ist der Fall klar. Im Potsdamer Protokoll der alliierten Siegermächte von 1945, das bislang von keiner Warschauer Regierung in Zweifel gezogen wurde, weil Polen darin den historischen deutschen Osten zugesprochen bekam, heißt es unter Punkt III 2., dass sich die UdSSR dazu verpflichtet, Reparationsforderungen Polens aus ihrem eigenen Anteil an Reparationen zu begleichen. Insofern müsste Polen etwaige Ansprüche nicht an Deutschland, sondern an die Russländische Föderation als faktische Rechtsnachfolgerin der UdSSR richten. Zumal Polen 1939 nicht nur von Deutschland, sondern auch von der Sowjetunion angegriffen wurde und diese – etwa in Katyn – ebenfalls schwerste Kriegsverbrechen begangen hat.

Zudem erklärte 1953 die damalige polnische Regierung auf der Grundlage des Görlitzer Abkommens von 1950, in dem die DDR die Oder-Neiße-Linie als deutsche Ostgrenze anerkannte, dass Deutschland „seinen Verpflichtungen zur Zahlung von Reparationen bereits in bedeutendem Maße nachgekommen“ sei und sie deswegen auf weitere Zahlungen verzichte. Heute argumentieren die Verfechter der aktuellen polnischen Forderungen, dass ihr Land damals nicht souverän gewesen sei und der Verzicht von 1953 deshalb keine Gültigkeit besitze. In Bezug auf die Festlegung der Oder-Neiße-Grenze stört es PiS und Co. freilich nicht, dass diese beiderseits durch unsouveräne Regierungen erfolgte.

Neben der Erklärung von 1953 verwiesen alle Bundesregierungen der letzten drei Jahrzehnte auch darauf, dass das vereinte Deutschland und das demokratische Polen in ihrem Grenzvertrag von 1990 und im Deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrag von 1991 abschließend alle noch offenen Fragen bezüglich des Zweiten Weltkriegs geregelt haben – und Polen damals keine Reparationsforderungen erhoben hat.

Und als 2004 der Sejm die eigene Regierung aufforderte, mit Deutschland Verhandlungen über Entschädigungen aufzunehmen, erklärte mit dem damaligen Warschauer Premierminister Marek Belka ein demokratisch legitimierter Warschauer Kabinettschef, dass seine Regierung der Meinung sei, „dass die Angelegenheit der gegenseitigen Ansprüche zwischen Polen und Deutschland ein für alle Mal abgeschlossen ist“. Der damalige Staatspräsident Aleksander Kwaśniewski äußerte sich ähnlich.

Historische Sachverhalte

Letztendlich ist der polnischen Regierung durchaus bewusst, dass ihren Forderungen die juristische Grundlage fehlt, weshalb sie denn auch überwiegend historische und moralische Motive anführt. Doch auch auf diesem Feld gibt es Punkte, die die Argumentation Warschaus widerlegen.

Da ist vor allem die Behauptung, Polen sei für seine immensen Kriegsverluste – die unbestreitbar sind – nie entschädigt worden. Tatsächlich bekam Polen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs den historischen deutschen Osten zugesprochen. Zwar verlor das Land 1945 zugleich die Ostgebiete seiner Zweiten Republik, doch handelt es sich bei diesen östlichen Grenzlanden (Polnisch: Kresy) um Territorien, die Polen zum Zeitpunkt seiner staatlichen Wiedergründung 1918 gar nicht besessen, sondern erst im Polnisch-Sowjetischen Krieg (1919–1921) erobert hatte.

Unbestreitbar ist auch, dass die neuen polnischen Westgebiete – der historische Osten Deutschlands – ungleich höher entwickelt waren als jene Territorien, die Polen mit seinen Ostgebieten verlor. Weshalb denn auch keine einzige polnische Regierung seit 1945 die „Westverschiebung Polens“ infrage stellte. Es ist somit legitim, den durch den Zweiten Weltkrieg entstandenen polnischen Verlusten jene deutschen Verluste im Osten gegenüberzustellen, die Polen 1945 erhielt.

Da ist vor allem das Land selbst zu nennen. Von den 114.267 Quadratkilometern, die Deutschland infolge der alliierten Entscheidung 1945 im Osten verlor, bekam Polen fast 100.000 Quadratkilometer. Veranschlagt man für jeden Quadratmeter nur zehn Euro (was angesichts der horrenden Bodenpreise in Metropolen wie Danzig, Breslau und Stettin weit untertrieben ist), so macht dies allein bereits einen Wert von fast einer Billion Euro.

Einen großen Wert stellen auch die oberschlesischen Steinkohlevorkommen dar, die Polen seit 1945 nutzen konnte. Allein im Jahr 2021 hat Polen Kohle im Wert von 40 Milliarden Euro abgebaut. Rechnet man dies auf 75 Jahre hoch, ergibt dies einen weiteren Betrag in Billionenhöhe zugunsten Polens. Auch wenn dieser Vergleich hinkt, da sowohl die Preise für Kohle als auch die Fördermengen im Laufe der Zeit Schwankungen unterlagen, zeigt diese Überschlagsrechnung doch die Dimensionen der deutschen Verluste, von denen Polen seit 1945 Jahr für Jahr profitiert.

Das Magazin „Der Spiegel“ stellte 1947 deutsche Verluste und polnische Zugewinne gegenüber und erwähnte dabei unter anderem 121 Textilfabriken, 21 Bergwerke, 89 Chemiefabriken sowie 39 Eisen- und Stahlwerke. Hinzu kamen die hochentwickelten landwirtschaftlichen Produktionsgebiete in Pommern, Ost- und Westpreußen, Schlesien sowie in der Neumark. Am Schluss des Artikels zitierte der „Spiegel“ den damaligen polnischen Industrieminister Hilary Minc mit den Worten: „Die Gewinn- und Verlustrechnung ergibt eine geradezu ideale Bilanz, so ideal, daß manchem Polen vor der Götter Neid zu grauen beginnt.“

Die vielfache Behauptung heutiger polnischer Vertreter, ihr Land habe für die erlittenen Kriegsverluste niemals eine Kompensation erhalten, ist somit falsch.

Deutsche Probleme

Allerdings können sich Warschauer Politiker diese Haltung leisten, weil sie von den führenden Repräsentanten der deutschen Politik keine Gegenwehr mehr zu erwarten haben. Diese kennen die eigene Geschichte nicht mehr – und wollen sie auch nicht mehr kennen. Stattdessen klagen sie die von Deutschen während des Zweiten Weltkriegs begangenen Verbrechen an – und blenden dabei systematisch aus, dass es eben nicht nur deutsche Täter gab, sondern auch Millionen Deutsche, die mit den Verbrechen des NS-Regimes nichts zu tun hatten, dafür jedoch während des Krieges und danach (!) Opfer russischer, tschechischer, jugoslawischer und eben auch polnischer Täter wurden.

Früheren Generationen war dies noch bewusst. Im 18. November 1965 schrieben die polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder die großen Worte: „Wir gewähren Vergebung und bitten um Vergebung.“ Und nachdem Willy Brandt am 7. Dezember 1970 im Warschauer Vertrag die deutsche Ostgrenze anerkannt hatte, wandte er sich an seine Landsleute und sagte: „Wir dürfen nicht vergessen, dass dem polnischen Volk nach 1939 das Schlimmste zugefügt wurde, was es in seiner Geschichte hat durchmachen müssen. (...) Großes Leid traf auch unser Volk, vor allem unsere ostdeutschen Landsleute. Wir müssen gerecht sein: Das schwerste Opfer haben jene gebracht, deren Väter, Söhne oder Brüder ihr Leben verloren haben. Aber nach ihnen hat am bittersten für den Krieg bezahlt, wer seine Heimat verlassen musste.“

Von diesem Bewusstsein ist nichts mehr zu spüren. Bundespräsident Steinmeier etwa nennt in seinen erinnerungspolitischen Reden – zum Beispiel zum 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges in Wieluń oder im vergangenen Jahr zum Volkstrauertag – nur noch deutsche Verbrechen, deutsche Opfer kommen bei ihm nicht mehr vor.

Die politische Dimension

In der aktuellen Debatte gehört auch erwähnt, dass Deutschland nach 1990 immer wieder als Vertreter polnischer Interessen in Europa und in der Welt aufgetreten ist. So erließen die im Pariser Club vertretenen Nationen 1991 auf Betreiben der Bundesregierung Polen die Hälfte seiner fast fünfzig Milliarden D-Mark Auslandsschulden. Dieser Schuldenerlass ermöglichte dem Land einen gedeihlichen Neustart nach dem Ende des Kommunismus.

Seit Mitte der neunziger Jahre dann unterstützte niemand im Westen den polnischen Wunsch nach einem Beitritt in EU und zu NATO so entschieden wie die Bundesrepublik. Es waren weder die US-Amerikaner noch die Briten und Franzosen, sondern der deutsche Kanzler Helmut Kohl und seine Minister, die die Osterweiterung beider Bündnisse durchdrückten.

Polen und Deutsche haben in den vergangenen Jahren einen weiten gemeinsamen Weg der Versöhnung zurückgelegt. Aus einstigen Kriegsgegnern wurden Verbündete. Die Volkswirtschaften beider Länder sind eng verflochten, Millionen Menschen haben das jeweils andere Land besucht, unzählige Kriegsspuren wurden in beeindruckenden Wiederaufbauprojekten beseitigt. Nicht zuletzt sind zwischen Deutschen und Polen unzählige persönliche Freundschaften entstanden – auch und gerade zwischen Angehörigen der Kriegsgeneration.

Möglich wurde dies, weil die Verantwortlichen trotz aller historischen Wunden die Geister der Vergangenheit ruhen ließen und sie nie die Politik bestimmen ließen. Mit ihren aktuellen Forderungen rufen die PiS-Politiker nun allerdings eben jene unguten Geister herbei. Wohin dies auf lange Sicht führen kann, zeigt sich in der Ukraine. Seit dem 24. Februar 2022 tobt dort ein Krieg, der die europäische Nachkriegsordnung infragestellt – und der ebenfalls mit dem Verweis auf vermeintliche historische Ansprüche begründet wurde.

Falls Polen nun offiziell Entschädigungsforderungen an Deutschland richten sollte, wäre das weit mehr als ein unfreundlicher Akt gegenüber einem Verbündeten. Es wäre das Aufkündigen eines jahrzehntelangen Konsenses – und somit gleichfalls ein Angriff auf die europäische Nachkriegsordnung. Natürlich ist das Aufstellen von Entschädigungsforderungen bei Weitem nicht das Gleiche wie die Eröffnung eines Angriffskriegs. In der Wirkung freilich, im Stiften von Unfrieden und Zwiespalt zwischen befreundeten Nationen, käme eine solche Forderung, deren Erfüllung letztlich zum Ruin des Partners führen würde, dem Beginn einer neuen Eiszeit gleich.



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Kommentare

Gustav Leser am 21.09.22, 22:40 Uhr

Um die polnischen Geldforderungen ist es still geworden

Vermutlich hatte Warschau damit gerechnet dass Berlin sofort einknickt.
Und jetzt bricht die deutsche Wirtschaft gerade planmäßig zusammen. So dass bald gar nichts mehr zu holen ist.

Und dann ist Warschau sicher aufgefallen,
dass die deutschen Ansprüche (Ländereien, Infrastruktur, Immobilien usw.) an Polen ein Vielfaches dieser 1.300 Milliarden ausmachen.

Nun hat Warschau dieses Geld offenbar bereits ausgegeben:
1.000 (tausend!) Panzer allein in Südkorea bestellt
+ jede Menge Waffen in USA und Italien.

Falls Warschau meint, sich das Geld in Russland holen zu können:
Da müssten sie schon wie 1605 wieder einen falschen Dimitri auf den Zarenthron setzen.

Mats Osrig am 14.09.22, 18:08 Uhr

Ich beziehe mich mit meinem Text auf den Kommentar von Tom Schroeder vom 13.09.22:

Sie schreiben, es sei für Sie "unertraeglich, wie Mitforisten[...]den Polen die Schuld am WK II geben" und legen sich dann fest: "Schuld war diese Nazibande mit ihren Mitlaeufern - alles andere ist relativierendes Gewaesch und koennte auf eine braune Gesinnung hindeuten"

Wie demaskierend! Eine Aussage, die geschichtliche Fakten, wie z.B. die von Polen am 30.08.39 ausgerufene Generalmobilmachung, und das Hinweisen auf Zusammenhänge, z.B. die polnischen Kriegsplanungen, sind für sie also "relativierendes Gewäsch"?
Es geht ihn also gar nicht um Fakten und Zusammenhänge? Die Dinge so darzustellen, wie sie gewesen sind, ist für Sie also nicht richtig, sondern ein Fehler? Und daher gilt es für Sie, Ihnen nicht genehme Umstände abzuwerten und nicht zu berücksichtigen?
Was ist denn das für eine unwissenschaftliche Vorgehensweise?

Ja, die Zukunft zählt! Aber Zukunft muss auch gestaltet werden, und die Zukunft kann dann am besten gestaltet werden, wenn man die Vergangenheit kennt und einschätzen kann. Das Weglassen von Fakten und das Ignorieren von Zusammenhängen ist da nicht hilfreich!

Aber Sie befinden sich da in bester Gesellschaft! Die Verantwortlichen des Internationalen Militärgerichtshofs in Nürnberg sind vergleichbar vorgegangen! Sie haben ein Urteil gefällt, dessen Ergebnis schon zuvor feststand, und es unter Ignorieren und Weglassen wesentlicher Fakten begründet, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen! Nur hat das mit Rechtstaatlichkeit und Demokratie wenig bis gar nichts zu tun!

Tom Schroeder am 13.09.22, 18:22 Uhr

Es ist unertraeglich, wie Mitforisten teils unterschwellig teils offen den Polen die Schuld am WK II geben, so versteh ich so manche Aeusserung hier - Schuld war diese Nazibande mit ihren Mitlaeufern - alles andere ist relativierendes Gewaesch und koennte auf eine braune Gesinnung hindeuten - unappetitlich, es ist Vergangenheit und mich als mehr als 60 jaehriger betrifft das doch schon gar nicht mehr direkt, die Juengeren schon gar nicht. Lasst die alten Wunden zu, lasst die PIS sich totlaufen mit ihrem ebenso dummen Gekroese und dann lasst uns in Frieden miteinander leben! Nur die Zukunft zaehlt.

Michael Holz am 11.09.22, 12:17 Uhr

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Es ist tragisch, dass wieder die Polen mit ihrer "Kavallerie" bis zum Ostufer der Elbe reiten möchten, da ja dies ALLES altes, polnisches Gebiet sei. Ich hatte vor Jahren das Glück in Kolberg zu arbeiten und ich habe polnische Freunde gefunden. Diese lasse ich mir von polnischen Chauvinisten nicht nehmen. "Noch ist Polen nicht verloren!" - aber Deutschland steht vor dem nationalen Abgrund.

Volker Campmann am 11.09.22, 02:33 Uhr

Dieses Volk, das uns, angestachtelt durch England, in den letzten Krieg getrieben hat, versucht's halt mal wieder. Man weiß erkennbar: Wenn wir die Forderung nur hoch genug ansetzen - werden die dämlichen, schuldneurotischen Deutschen schon ein paar Prozent davon rüberreichen. Und ein paar Prozent von 300 Mrd. könnten 2-3 Mrd sein - dafür kann der Oberpollacke sich dann auf seiner nächsten Parteiversammlung den Heiligenschein abholen.

Das wird erst ein Ende haben, wenn die Deutschen in dem, was wir heute noch D. nennen, soweit von den Invasoren an den Rand gedrängt sind, dass diese hier das Ruder übernehmen. Dies ist ja im Lichte der stattfindenden deutschen und orientalischen Bevölkerungsentwicklung nur eine Frage von wenigen Jahren. Diese Völker werden sich a) dann gegenseitig bekriegen bis aufs Blut, und b) einen Dreck scheren um die Ansprache an die eeeewige Schuld der Deutschen - diese geht an diesen nämlich ab wie das Wasser an der Ente!

Das war's dann mit D.
Die Germanen sind zwar den anderen in vielen Punkten überlegen - aber eben nicht in den entscheidenden im Kampf der Völker. Wer sich im Angesicht der Bedrohung noch unter einander bekriegte, statt vereint gegen die Bedroher (pardon) zieht, der hat eben evolutionär kein Überlebensrecht. Damit fing es an: zu Zeiten der römischen Besatzung. Da sind die Vorfahren eher mit den Besatzern gegen die eigenen Brüder gezogen – als vereint gegen die Besatzer ...
Wie anders da die wackeren Afghanen, die noch jeden Besatzer rausgeworfen haben – bis auf die aktuellen ... gegen JENE ist kein irdisches Kraut gewachsen ...

Ralf Pöhling am 10.09.22, 13:20 Uhr

Man nehme bitte ein wenig den Druck und die Empörung aus dem Thema. So weit ich das von den genannten Fakten her beurteilen kann, ohne selbst vollumfänglich in Verträge und Akten einzusteigen, sind die im Artikel genannten Fakten richtig.
Aber die tendenziell emotionale Bewertung ist falsch.
Die Polen haben absolut recht, wenn sie sagen, dass die Verträge, denen sie nach Ende des Zweiten Weltkrieges zugestimmt haben, unter durch Dritte auferlegte Bedingungen und durch deren Druck ihren Abschluss fanden. Natürlich gilt dies auch für die Deutschen. Aber es nicht Aufgabe der Polen dies festzustellen, geschweige denn deutsche Ansprüche gegenzurechnen. Das ist die Aufgabe der Deutschen.
In einer Gerichtsverhandlung vertritt jede Partei ihre eigenen Interessen und nicht die der Gegenseite. Stellt man jetzt fest, dass damalige Rechtskonstrukte zu dem Sachverhalt unter für beide Seiten ungerechten Bedingungen aufgelegt worden sind, so ist der Grundgedanke, die Sache nochmals aufzurollen, doch absolut nachvollziehbar und im Kern richtig.
Ich sehe bei den Deutschen im Umgang mit den Polen das gleiche Problem, wie auch beim Umgang der Deutschen mit den Franzosen: Während die Franzosen selbstbewusst ihre Ansprüche einfordern und ihre Interessen durchsetzen, tun die Deutschen das nicht. Während die Polen selbstbewusst ihre Ansprüche einfordern und ihre Interessen durchsetzen, tun die Deutschen das nicht.
Warum nicht? Wie will man verhandeln, wenn man zur Verhandlung gar nicht bereit ist? Der Fehler liegt bei uns.
Das Potsdamer Abkommen, wie auch die 2+4 Verträge sind beides Rechtskonstrukte, die nicht etwa frei zwischen Polen und Deutschland ausgehandelt worden sind, sondern unter Druck fremder Interessen.
Juristisch gesehen ist es in Frage zu stellen, ob derartige Rechtskonstrukte überhaupt rechtswirksam sind.
Die Polen stellen das also zu Recht in Frage. Wir nicht.
Lasst doch eine deutsche Kommission mal ganz offiziell gegenrechnen, was wir für Schäden erlitten haben und ob das Potsdamer Abkommen, wie auch die 2+4 Verträge in ihrer bestehenden Form überhaupt rechtswirksam sein können, da Polen wie auch Deutschland im Ablauf durch die Einwirkung Dritter massiv zu deren Gunsten benachteiligt worden sind. Die Polen versuchen das schon seit geraumer Zeit zu korrigieren. Wir müssen nur endlich mal mitziehen. Ich sehe das ganz entspannt.

Mats Osrig am 08.09.22, 19:55 Uhr

Ich bin beeindruckt! Der Artikel spricht - endlich mal - jene Tatsachen an, die von unseren zeitgeisthörigen Mainstream-Medien völlig unter den Tisch fallen gelassen werden.
Vielen Dank dafür, dieses so wichtige Thema wieder öffentlich anzusprechen!
Oh, und auch die Kommentare der Mitforisten beeindruckt mich! Es scheint doch noch so manchen Leser zu geben, der ein genaueres Wissen darüber hat, dass die polnische Seite ein hohes Maß an Verantwortung für die Entwicklung hin zum Kriege zwischen Deutschland und Polen trägt:
Die Ablehnung der - durchaus ausgewogenen - deutschen Angebote zur Regelung der Situation im Korridor und Danzig und das Abkommen mit England vom März 1939, in welchem Großbritannien den Polen Beistand versprochen hatte, nicht nur im Falle eines deutschen Angriffs, sondern selbst dann, wenn Polen sich durch Deutschland bedroht fühlte und deshalb zu den Waffen greifen müsste. Verbunden mit der Teilmobilisierung der polnischen Streitkräfte eine zweifellos feindselige Handlung, weswegen sich die deutsche Führung dann auch genötigt sah, nun ihrerseits Gegenmaßnahmen zu ergreifen und den "Fall Weiß", den Angriff auf Polen, vorbereiten lies! Dies ausdrücklich unter der Vorgabe, dass die Umsetzung nur dann erfolgen solle, wenn Polen seine bisherige zurückhaltende Haltung aufgeben und eine Deutschland bedrohende Haltung einnehmen würde.
Dies war dann sicherlich spätestens ab dem Zeitpunkt gegeben, als am 30.08.1939 von polnischer Seite die Generalmobilmachung ausgerufen wurde, nachdem sich polnische und deutsche Truppen schon seit dem ganzen Sommer an der Grenze gegenüber lagen und es immer wieder zu Scharmützeln kam.

Rückblickend wäre es interessant, wenn auch rein spekulativ, zu überlegen, ob es nicht ratsamer gewesen wäre, in den Ausgangsstellungen zu bleiben und zu versuchen, den mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf die Mobilmachung folgenden polnischen Angriff zurück zu schlagen. Da der Verteidiger aber immer im Nachteil ist, und die polnischen Streitkräfte eine beachtliche Stärke erreichten, wäre ein Durchbruch bis nach Berlin, wie von der polnischen Führung geplant, im Bereich des Möglichen gewesen. Etwas, was für die deutsche Führung wiederum nicht hinnehmbar war.

Tom Schroeder am 08.09.22, 18:10 Uhr

In PL sind mit der jetzigen Regierung der PIS eben einige alte Revanchisten an der Regierung, die nun versuchen mit Reparationsforderungen aus der Konservenkiste Stimmen zu fangen. Eine Polin, die ich kenne, sagt, dass die PIS eine Katastrophe sei und die letzte Wahl nur mit irgendwelchem Maria-Katholizismus-Gequake "gewonnen" hat - Na ja in Bayern hatte die CSU mit ebensolchem religioesen und revanchistischen Getoese auch Wahlen gewonnen bis in die 1990er hinein. Mit "revanchistisch" meine ich das Grundgefuehl noch eine Rechnung offen zu haben. Ein weitaus grosser Teil der Polen und Deutschen hat dieses Gefuehl aber nicht und moechte sicherlich endlich Ruhe haben, es laeuft doch gar nicht so schlecht, nehmen wir diese Kremlgangster in Moskau mal raus aus der Betrachtung, das ist ein anders Thema. Ich bin da optimistisch, in 2-3 Jahrzehnten kommt sowas nicht mehr aufs Tapet - ist ja in Bayern nun schon laenger so, man ist eben in PL historisch betrachte noch ein bisschen hinten dran, das wird schon, vielleicht nicht fuer uns, aber fuer die naechste Generation bestimmt. Deshalb: Cool down, kraeftig durchatmen und das einfach mal aushalten, wir zahlen eh nix und vielleicht verliert PIS ja die naechsten Wahlen, dann ist's sowieso vorbei mit dem Bleodsinn.

Gregor Scharf am 08.09.22, 15:17 Uhr

Das alles gleicht einer Blaupause zum Geschehen vor dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Polen 1939. Ich kenne die Geschichte noch. Und wenn man die Brandstifter und Hetzer von heute mit denen von damals vergleicht, könnte man glatt in Versuchung geraten, sich eine Wehrmacht herbeiwünschen zu wollen.
Dass es dazu nicht kommt, liegt in unser aller Verantwortung. Die Polen mögen auf moralische Rechte pochen, die sie angesichts der aufgezeigten Gegenüberstellungen jedoch nicht rechtfertigen können. Ich gehe sogar so weit, dass die heutigen Generationen überhaupt keinerlei Recht dazu haben, hier einen auf Moralapostel zu machen, denn wir waren nicht dabei.
Man soll die Vergangenheit ruhen lassen und ihre Toten, hat seine Berechtigung. Wer sie jedoch bewusst für politische Zwecke missbraucht und immer wieder hervorkramt, führt unter dieser Maske weitaus Schlimmeres im Schilde, als er vorgibt. Wenn Polen so weiter macht, knüpft es an, an die Unruhestiftungen vergangen geglaubter Tage. Doch was ist heute noch, wie es war, wenn Politiker abermals von Kriegen und Eroberungen phantasieren und ihre Gewaltorgien ausleben? Die Einkreisungspolitik Deutschlands wiederholt sich. Ein Grund mehr, sofort die deutschen Ostgebiete zurück zu verlangen. Die Enteignungen waren nachweislich ein Völkerrrechtsbruch. Hier legen völlig Durchgeknallte mit Vorsatz die Lunte an ein Pulverfasss und unterschätzen dessen Sprengkraft. Ganz schnell kann es die Brunnenvergifter selbst hinweggraffen, wenn die EU derart geschwächt wird, dass die Ostgrenze zu bröckeln beginnt. Will Polen eine Zweifrontenkrieg muss man sich fragen? Überstrapaziert bitte nicht unsere Geduld und Nachbarschaftsliebe. Die Zeiten ändern sich gerade mächtig gewaltig und wer Zwietracht sät, erntet Sturm. Die vermeintliche Schwäche Deutschlands kann schon morgen anders aussehen. Immer in den Rückspiegel der Geschichte schauen und daraus lernen.

Gisela Schuler am 08.09.22, 07:10 Uhr

Ein für mich als Nachkriegsgeborene sehr interessanter und informativer Artikel. Vielen Dank! Ich werde ihn mir kopieren.

Was fehlt, ist die Erwähnung, daß Polen schon vor dem Krieg ein hochaggressiver Staat war, auch, aber nicht nur gegenüber Deutschland, und daß bereits vor dem Krieg Deutsche auf deutschem Reichsgebiet angegriffen und zum Teil getötet wurden, ohne daß die damalige polnische Regierung dagegen vorging. Auch in Bezug auf die Danzigfrage hat die damalige deutsche Regierung verschiedene Lösungsvor-
schläge unterbreitet, um den Frieden zu bewahren. Jedoch wurden von polnischer Seite alle abgelehnt. Polen war zur damaligen Zeit der agent provocateur im Interesse Großbritanniens und hat nicht damit gerechnet, daß es von GB anschließend im Stich gelassen wurde.

Seit einigen Jahren zündeln die polnischen Regierungen wieder. Ich hoffe nur, daß sie diesmal von der gesamten EU contra bekommen.

Zudem wird in Polen die historische Wahrheit auf Betreiben polnischer Regierungen absichtlich verdreht. So darf beispielsweise kein polnischer Bürger auf die Judenfeindlichkeit der Polen vor, während und auch nach dem WKII hinweisen. Polen stellt sich als reines Opferlamm

Chris Benthe am 08.09.22, 05:49 Uhr

Sehr informativer Beitrag !
"Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los" (Goethe).
Jaja, da kann man mal sehen, dass wir offenbar doch noch nicht in modernen Zeiten angekommen sind. Die alte Polenkrankheit ist wieder ausgebrochen, der gleiche Fanatismus und Hang zur Selbstüberschätzung sind wieder da. Man fühlt sich stark an die Jahre 1918-1939 erinnert. Jede noch so attraktive und versöhnliche Offerte in jenen Jahren an Polen, hinsichtlich der Danzig-, Korridor- und Minderheiten-Frage, wurde arrogant abgeschmettert, mit den britischen und französischen Garantiemächten im Rücken. Die deutsche "Minderheit" in Polen hat damals entsetzlich gelitten, wovon Herr Steinmeier natürlich nichts weiß. Das fatale Ergebnis ist bekannt. Heute, nach dem Nato-Beitritt, fühlen sich die Polen wieder stark und leiden erneut an Selbstüberschätzung. Aber wie der Artikel schon richtig feststellt: die schwache deutsche Regierungspolitik ist ein guter Katalysator für Begehrlichkeiten aller Art. Eine ironische Antwort auf die anmaßende polnische Forderung könnte sein: "Ok, ihr wollt Reparationen ? In Ordnung ! Dann wollen wir mal in Verhandlungen eintreten über die Rückgabe deutscher Gebiete. Wollt ihr das ernstlich ? "

Gustav Leser am 08.09.22, 02:29 Uhr

Es geht natürlich nicht um den Zweiten Weltkrieg
Da wäre es Polen, dass herausgeben müsste

Sondern um den DRITTEN und seine Finanzierung.
Siehe Drei-Meeres-Initiative von 1991/2016/2021.
Pilsudskis Intermarium von 1919.

Wenn Polen damit durchkommen würde, gingen in Deutschland wirklich die Lichter aus.

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