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Ufo-Forschung

„Wir sind nicht allein“

Ein Whistleblower enthüllt, dass der US-Geheimdienst über Akten zu Sichtungen von Ufos verfügt. Allein, dass er das ungestraft sagen darf, ist ein Phänomen

Wolfgang Kaufmann
23.06.2023

Jahrzehntelang drohte US-Militärangehörigen das abrupte Ende ihrer Karriere, wenn sie über Sichtungen von unbekannten Flugobjekten (Ufos) beziehungsweise unidentifizierten Luft-/Luftraum-Phänomenen (UAP) berichteten. Dies änderte sich, nachdem der Geheimdienstausschuss des US-Kongresses (SSCI) im Juni 2020 Mittel für eine Einsatzgruppe zur Untersuchung von Ufos bereitstellte. Verantwortlich hierfür war vor allem die Befürchtung, dass es sich dabei um „fortschrittliche Bedrohungen“ handele, hinter denen „gegnerische ausländische Regierungen“ wie die in Peking oder Moskau stecken könnten. Darüber hinaus galt aber auch eine außerirdische Herkunft mancher Ufos als möglich.

Aus der Entscheidung des SSCI resultierte die Gründung der UAP Task Force (TF) zum 4. August 2020. Die UAPTF wurde 2021 in Airborne Object Identification and Management Synchronization Group unbenannt, aus der am 15. Juli 2022 das All-domain Anomaly Resolution Office (AARO) hervorging. Dessen Leiter wurde Sean Kirkpatrick, zuvor Chefwissenschaftler im Missile and Space Intelligence Center der Dachorganisation der Nachrichtendienste der US-Teilstreitkräfte DIA.

Am 19. April musste Kirkpatrick dem SASC des Parlaments in Washington Rede und Antwort über die Tätigkeit des AARO und seiner „mehr als drei Dutzend Experten“ stehen. Dabei gab er zu Protokoll, das typische Ufo sei kugelförmig und glänze metallisch. Dem folgte dieser Satz: „Weiterhin möchte ich hier sehr deutlich und für die Akten erklären, dass AARO bislang keine glaubwürdigen Beweise für außerirdische Aktivitäten, Technologie oder für Objekte gefunden hat, die den bekannten Gesetzen der Physik widersprechen.“ Das kann bedeuten, dass Kirkpatrick log oder dem AARO wichtige Informationen vorenthalten wurden.

Denn den Aussagen eines Geheimdienstmitarbeiters namens David Grusch gegenüber dem Kongress und dem Generalinspekteur der Geheimdienste der Vereinigten Staaten, Thomas Monheim, zufolge gibt es verdeckte militärische Programme, in deren Rahmen intakte oder auch beschädigte Luft- und Raumfahrzeuge „nichtmenschlichen Ursprungs“ geborgen und wissenschaftlich untersucht worden sind. Daraus zog der Whistleblower den Schluss: „Das Phänomen der nichtmenschlichen Intelligenz ist real. Wir sind nicht allein.“ Weiterhin äußerte Grusch, dass seine Informationen von involvierten Geheimdienstmitarbeitern stammten, die Bedenken wegen der „Schwarzen Programme“ entwickelt hätten, die man auf rechtswidrige Weise der Kontrolle des Kongresses entziehe.

„Futuristische Dominanz“

Anfang Juni fügte Grusch in einem Interview mit dem US-Fernsehsender „NewsNation“ hinzu, die Erforschung von Flugkörpern aus „merkwürdigen Materialverbindungen, die ganz sicher nicht von Menschen geschaffen wurden“, habe bereits im Jahre 1944 begonnen und sei von einer ebenso aufwendigen wie „unethischen und unmoralischen Desinformationskampagne“ begleitet gewesen. Auf die Frage nach dem Grund für die Geheimprogramme antwortete der Whistleblower: „Futuristische Dominanz. Vorteile durch asymmetrische Kriegsführung. Kurz: Förderung der Kriegsmaschinerie.“

Allerdings täten gegnerische Staaten genau das Gleiche: „Das ist ein seit einigen Jahrzehnten andauernder Kalter Krieg ... Diese ganze Geheimhaltung versetzt uns alle in eine sehr gefährliche Lage, wenn es einem Land gelingt, wirkliche Durchbrüche in der Auswertung der geborgenen Objekte zu erzielen ... Ich hoffe, dass meine Enthüllungen soziologisch gesehen einen ontologischen Schock auslösen und einen allgemeinverbindlichen Anstoß für die Nationen der Welt darstellen, ihre Prioritäten neu zu bewerten.“

Die Brisanz dieser Aussagen ergibt sich aus dem persönlichen Hintergrund von Grusch. Der heute 37-Jährige ist ein hochdekorierter Veteran der US-Luftwaffe mit Afghanistan-Erfahrung und arbeitete seit 2016 als Zivilist in der Dienststellung eines Obersten für die dem Pentagon unterstehende Behörde für geographische Aufklärung NGA, sowie auch für den Nachrichtendienst mit Zuständigkeit für das militärische Raumfahrtprogramm der USA NRO. In dieser Eigenschaft hatte Grusch Zugang zu „Top Secret“-Unterlagen und fungierte von 2019 bis Mitte 2022 als Co-Leiter für die UAP-Analyse sowie Vertreter der NGA und des NRO in der UAPTF beziehungsweise AOIMSG.

National Defense Authorization Act

Dass Grusch es gewagt hat, in die Offensive zu gehen und von „schwarzen“ Ufo-Programmen der USA zu sprechen, resultiert aus dem National Defense Authorization Act für 2023, der am 19. Dezember 2022 von Präsident Joe Biden in Kraft gesetzt wurde. Denn dessen Abschnitt 1673 ermächtigt jede Person im Staatsdienst mit relevanten Informationen über eine eventuelle „Materialbergung und Materialanalyse“ bei Ufos oder auch Nachbauten derselben, den US-Kongress zu informieren – und zwar gänzlich unabhängig von bestehenden Geheimhaltungsverpflichtungen.

Außerdem erhielt Grusch öffentliche Rückendeckung von mehreren hochrangigen Militärs und Geheimdienstlern, die seine Informationen beziehungsweise Integrität bestätigten. Dazu zählten der frühere Verbindungsmann des US-Heeres zur UAPTF, Oberst Karl Nell, der ehemalige Stellvertretende Verteidigungsminister für Geheimdienste sowie Stabsdirektor des Geheimdienstausschusses des Senats, Christopher Mellon, ein UAP-Spezialist mit dem Decknamen „Jonathan Gray“ sowie der von 2010 bis 2017 amtierende einstige Generalinspekteur der Geheimdienste der Vereinigten Staaten und nunmehrige Anwalt Charles McCullough, der Grusch auch juristisch vertritt. Denn sollten dem Whistleblower Falschaussagen nachgewiesen werden, dann warten auf diesen ungeachtet der Regelungen des National Defense Authorization Act ernste strafrechtliche Konsequenzen.


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Kommentare

J F am 02.07.23, 09:12 Uhr

Vielen Dank, dass sie seriös über dieses Thema berichten!
Die Ereignisse und Aussagen von glaubhaften und etablierten Personen in den USA überschlagen sich, doch unsere Medienorgane halten sich bedeckt. Meiner Meinung nach ein Anzeichen von fehlendem Mut, Neugierde und Offenheit. Denn die Informationen sind alle vorhanden.
Die Ereignisse müssen wohl noch eindeutiger werden, damit endlich hierzulande berichtet wird. Und das werden sie in den nächsten Wochen, denn es folgen Anhörungen der Whistleblower vor dem Kongress.

Johanna Jahns am 29.06.23, 19:18 Uhr

Ein informierter, sachlicher Artikel - wie erfreulich!

Manuel Brodhäcker am 27.06.23, 17:10 Uhr

@Cornelius Angermann: Das ist doch ganz logisch, und wird von Herrn Grusch auch erwähnt, wie es im Artikel herauszulesen ist: es scheint noch niemandem bisher gelungen zu sein, die Technologie zu entschlüsseln. Das nennt sich "Reverse Engineering". Wenn man nicht weiß, mit welchen chemischen Bauteilen oder Legierungen man es hier zu tun hat, kommt man nicht (oder nur extrem langsam) zu dem Punkt, an dem man die Technologie versteht geschweige denn sie überhaupt beherrschen kann. Grusch's Sorge ist es ja, dass es ein Wettrennen zwischen den verschiedenen Regierungen gibt, und wer die Rätsel zuerst lösen wird, wird wahrscheinlich damit seinen Vorteil zu nutzen wissen - insbesondere in militärischer Hinsicht. Grusch appeliert daher an eine vereinte Zusammenarbeit.
Und warum Grusch noch nicht "weg vom Fenster" ist? Weil die US-Regierung in diesem Punkt seit Beginn der Bergung des fremden Materials u.a. mit Diskreditierungsaktionen arbeitet. Jetzt Grusch verschwinden zu lassen, nach seinem Outing, wäre ab diesem Zeitpunkt zu auffällig und würde noch mehr Aufmerksamkeit auf das Thema lenken. Ich könnte mir eher vorstellen, dass man ihm mit "milderen Mitteln" die Seriosität absprechen wird: Vorwurf von Straftaten, sexuelle Belästigung von Frauen, Drogenkonsum, ... irgendwie so etwas.

gregor scharf am 26.06.23, 10:42 Uhr

Ich glaube denen aufs Wort, dass sie nicht allein sind und somit ein paar Tassen im Schrank fehlen.

Michael Holz am 25.06.23, 16:22 Uhr

Der US-amerikanische Astrophysiker Frank Drake hatte bereits 1960 auf einer Konferenz in Green Bank (USA) seine Formel über die Wahrscheinlichkeit von extraterrestrischem Leben vorgestellt. Nach dieser Formel könnte es in der unsrigen Galaxis tausende intelligente Spezies geben und im gesamten Kosmos Millionen.

Die Formel wird häufig bei Überlegungen in Bezug auf die Suche nach extraterrestrischem Leben herangezogen.
Auf Schwefel und Silizium basierendes Leben wird in der Gleichung nicht berücksichtigt, da nicht genau vorhersehbar ist, ob überhaupt und unter welchen Bedingungen solches Leben entstehen kann. Die Drakeschen Betrachtungen beziehen sich auf Leben, das sich unter bestimmten Bedingungen bezüglich der Verhältnisse von Stickstoff, Kohlenstoff und weiteren Unsicherheitsfaktoren entwickelt. Die Spezies Mensch gilt als Beweis, dass es funktionieren kann. Das System und der Planet, auf dem sich solches Leben entwickeln soll, muss nach dieser Theorie bestimmte astronomische und physikalisch-chemische Voraussetzungen erfüllen:
Der Zentralstern muss eine geeignete zirkumstellare habitable Zone aufweisen. Dies ist der Fall für Sterne der Spektralklassen F-M und der Leuchtkraftklasse V. Damit sich einerseits Planeten mit geeigneter Chemie bilden können, andererseits diese Planeten vor allzu häufigen kosmischen Katastrophen wie Supernovaexplosionen geschützt sind, muss sich das System in der galaktischen habitablen Zone befinden. Damit genügend radioaktive Elemente zur Verfügung stehen, um einen Karbonat-Silikat-Zyklus in Gang zu halten, muss sich der Planet vor Ablauf des kosmischen habitablen Alters bilden (welches allerdings noch 10 bis 20 Milliarden Jahre andauern wird).
Neben diesen als allgemein anerkannten Bedingungen, gibt es einige Einschränkungen, die in der Astrobiologie aufgrund der Entwicklung unserer Erde zwar für wahrscheinlich gehalten werden, die aber nicht als unbedingt notwendig anerkannt sind. Zum Beispiel geht man davon aus, dass die Rotationsachse nicht zu stark geneigt sein sollte, damit es keine großen jahreszeitlichen Unterschiede gibt. Ein Mond in der richtigen Größe stabilisiert die Neigung der Rotationsachse und somit das Klima, allerdings kann auch ein Planet mit hoher oder sogar chaotischer Achsneigung habitabel sein.
Das hört sich gut an und es eröffnet bei vielen Menschen die Hoffnung, dass unsere Spezies mit anderen extraterrestrischem Spezies in Kontakt treten könnte. Dieser mögliche Kontakt scheitert jedoch an den riesigen Entfernungen im All und der Tatsache, dass der Homo sapiens nach Erkenntnissen der „Aliens“ wahrscheinlich nicht ausreichend mit Vernunft begabt eingeschätzt wird. Darüber hat der Autor Hans-Peter Michael in seinen Romanen „Alpha Centaurus“ und „Eine unheimliche Spezies“ eingehend bei KDP (Amazon) geschrieben.
Das ganze Drumherum um UFOS dient nur der Mittelbeschaffung für träumerische Wissenschaftler und Militärs in den USA und der Ablenkung von besonders großen Problemen in der Welt, welche die USA geschaffen haben.

Cornelius Angermann am 23.06.23, 11:44 Uhr

Mal das Hirn einschalten: wenn das alles wahr wäre, warum gibt es dann immer noch keine Raumschiffe, die mit Antigravitation anstatt chemischem Treibstoff von der Erde starten? Wo sind denn all diese fantastischen Alien-Technologien, die man angeblich gefunden oder erbeutet hat? Kann mir jemand irgendeine technische Erfindung nennen, die definitiv nicht auf menschlichen Erfindungsgeist zurückgeht?

Ich persönlich halte dieses UFO-Geschwätz für eine PsyOp, mit der permanent gecheckt werden soll, wie einfältig die Menschen sind und welchen Bären man ihnen noch aufbinden kann. Hat ja schon bei der Griechenland-Euro-"Rettung" geklappt, bei Corona auch und jetzt beim Klima.

Die Finanzwelt braucht aber immer neue Krisen, damit sie das Geld von unten nach oben verteilen kann und dieses Geld dann wieder gewinnbringend anlegen kann. Die herkömmlichen Wirtschaftsbereiche sind dazu aber nicht mehr aufnahmefähig, weil das weltweite Geldvolumen die reale Wertschöpfung um einen Faktor 100 oder 1000 übersteigt. Also müssen Krisen erfunden werden. Und dafür ist es notwendig zu wissen, dass die Menschen solche Narrative auch glauben. Allein mit Zensur und Strafandrohung wird man die notwendige Akzeptanz dieser Lügen nicht erreichen. Also braucht man Meinungssonden, die so absurd sind, dass die Zustimmung dazu auf jeden Fall eine leichte Manipulierbarkeit signalisiert.

Dieser sogenannte Whistleblower soll dem nur einen seriösen Anstrich geben. Wenn der wirklich Geheimnisse preisgeben würde, die die US-Administration seit 80 Jahren geheimgehalten hatte, dann wäre der wie Edward Snowden schon längst weg von Fenster. Da aber nichts dergleichen passiert, kann man davon ausgehen, dass es sich hier um eine gezielte Desinformationskampagne handelt.

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