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Fischerdorf Rowe – Ein verträumter, an der Ostsee gelegener Ort, umgeben von Wanderdünen und Wald
Rowe [Rowy], einst ein kleines Fischerdorf, fand 1282 mit der Bezeichnung Rou erstmalige Erwähnung. Der Ort liegt auf einer kleinen Landzunge zwischen der Mündung des Flüsschens Lupow, das hier in die Ostsee fließt und dem Garder-See. Es ist nach historischer Bezeichnung ein Haufendorf. 1350 wurde der Ritter von Bartowitz mit dem Heringsfang in Rowe belehnt. Eine wechselvolle Geschichte wurde dem Dorf beschert, das zum Landkreis Stolp im Regierungsbezirk Köslin gehörte.
Ab der Wende zum 20. Jahrhundert gab es hier die ersten Badegäste. Wegen seiner verwunschenen Atmosphäre und der reizvollen Motive der Wanderdünen entwickelte sich eine Künstlerkolonie. Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff, Mitglieder in der in Dresden gegründeten Künstlervereinigung „Brücke“, fanden hier zahlreiche Motive. Pechstein verlebte von 1927 bis zum Krieg die Sommer in dem beschaulichen Dorf. Er schrieb dazu: „ ... vielleicht ist es auch ganz gut, wenn ich hier allein an einem Ort sitze, wo ich mich mit Vielem auseinandersetzen kann, ohne gestört zu sein.“
Wenn die Sommersaison vorbei ist, wird der Ort wieder zu einem verträumten, ruhigen Ort, der sich auch gerne als „Tor zum Slowinzischen Nationalpark“ bezeichnet.