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Eine Schau über Max Liebermann im Museum Frieder Burda in Baden-Baden demnächst auch in Potsdam
Seit Anfang Oktober hat die Ausstellung „Liebermann und seine Zeit – Impressionismus in Deutschland“ im Museum Frieder Burda in Baden-Baden tausende Besucher in ihren Bann gezogen. Noch bis zum 8. Februar ist die hochkarätige Schau in der Lichtentaler Allee zu sehen, bevor sie ab dem 28. Februar im Museum Barberini in Potsdam präsentiert wird.
Selten waren so viele zentrale Werke dieser Bewegung an einem Ort vereint. Rund fünf Jahre lang haben die Ausstellungsmacher an dem Projekt gearbeitet und eine Schau realisiert, die nicht nur kunsthistorisch, sondern auch logistisch eine Meisterleistung darstellt.
Im Zentrum der Ausstellung steht der Maler Max Liebermann, der auch der Kopf der Künstlergruppe Berliner Secession und ein großer Wegbereiter des deutschen Impressionismus war. Die Kuratoren beschreiben ihn nicht nur als herausragenden Künstler, sondern auch als Netzwerker und frühen „Influencer“ seiner Zeit. Gemeinsam mit dem ostpreußischen Maler Lovis Corinth und Max Slevogt bildete Liebermann das berühmte Dreigestirn des deutschen Impressionismus. Ihre Werke zeigen das moderne Leben um 1900 in leuchtender Farbigkeit, mit freiem Pinselduktus und einer neuen, unmittelbaren Sicht auf Alltag, Arbeit und Freizeit.
Ein Höhepunkt ist Slevogts monumentales, fast vier Quadratmeter großes Gemälde „Der Sänger Francisco d'Andrade als Don Giovanni“, das eigens mit einer Sondergenehmigung aus der Alten Nationalgalerie in Berlin nach Baden-Baden ausgeliehen wurde. Damit sind erstmals in einer Ausstellung drei Porträts des Berliner Opernstars Francisco d'Andrade aus der Hand Slevogts gemeinsam zu sehen. Insgesamt vereint die Ausstellung 108 Werke aus 64 internationalen Sammlungen, darunter Leihgaben aus Paris, Wien und Berlin. Viele dieser Gemälde gelten als kaum reisefähig und haben feste Plätze in ihren Museumssammlungen. Umso außergewöhnlicher ist ihre Zusammenführung in Baden-Baden.
In acht thematischen Kapiteln entfaltet sich ein vielschichtiges Bild des Impressionismus in Deutschland zwischen 1880 und 1920. Neben den bekannten Protagonisten werden 20 weitere Künstler vorgestellt, darunter auch lange vergessene Frauen des Impressionismus, deren Beiträge nun neu gewürdigt werden.
Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Museum Barberini in Potsdam. Direktorin Ortrud Westheider betont, dass die Idee zu dieser Schau in Potsdam geboren und über Jahre hinweg in mehreren Schritten vorbereitet worden sei. Grundlage des begleitenden Katalogs ist ein wissenschaftliches Symposium, das ebenfalls in Potsdam stattfand. Das Museum, das über eine der bedeutendsten Impressionismus-Sammlungen weltweit verfügt, darunter 40 Werke von Claude Monet aus der Sammlung Hasso Plattner, übernimmt die Ausstellung von Baden-Baden. Sie fällt damit in ein regelrechtes Impressionismus-Jahr.
Neben „Liebermann und seine Zeit“ im Museum Barberini zeigt die Nationalgalerie „Paul Cassirer – Der Durchbruch des Impressionismus“, und die Berlinische Galerie widmet sich Lovis Corinth. Zudem plant die Liebermann-Villa am Wannsee eine Ausstellung zum Selbstverständnis des Künstlers.
„Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland“ im Museum Barberini in Potsdam ist vom 28. Februar bis 7. Juni zu sehen www.museum-barberini.de