14.01.2026

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Ein Bild wie aus der Vergangenheit: Weiße Schneepracht auf einer Straße in Allenstein
Bild: D.K.Ein Bild wie aus der Vergangenheit: Weiße Schneepracht auf einer Straße in Allenstein

Region Allenstein

Der Winter hält das Land im Griff

Verschneite Straßen, Flug- und Zugausfälle – Die Bewohner hoffen auf eine Wetterberuhigung

Dawid Kazanski
14.01.2026

Die Republik Polen leidet seit der Jahreswende unter einer außergewöhnlich schwierigen Wetterlage, die das Land seitdem fest im Griff hält. Heftige Schneefälle, Winterstürme und eisige Temperaturen legten den Alltag vieler Menschen lahm und zwangen die Behörden zur Ausrufung der höchsten Wetterwarnstufe.

Besonders betroffen waren zu Jahresbeginn die Regionen zwischen Warschau und Danzig, wo kilometerlange Staus, ein allgemeines Verkehrschaos und zahlreiche Flugausfälle den Ernst der Lage verdeutlichten. Am Flughafen Modlin bei Warschau mussten viele Verbindungen gestrichen werden. Die Regierung reagierte mit der Einberufung eines Krisenstabs auf die wachsenden Probleme.

Im Norden des Landes stand vor allem das südliche Ostpreußen im Mittelpunkt der Sorgen. In und um Allenstein schlug der Winter mit heftigen Schneestürmen zu, was dazu führte, dass selbst wichtige Hauptstraßen zeitweise nicht oder nur einspurig befahrbar waren. Die Räumdienste kamen kaum hinterher, neue Schneemassen fielen schneller als alte beseitigt werden konnten.

Kritische Lage in Allenstein, Osterode und Neidenburg
Besonders kritisch war die Lage auf der Schnellstraße S51 zwischen Hohenstein und Allenstein, die stundenlang als unpassierbar galt, was den Verkehr in der gesamten Region stark beeinträchtigte. Auch Osterode oder Neidenburg wurden von den Auswirkungen hart getroffen. Die Autofahrer saßen dort stundenlang in ihren Fahrzeugen fest, während sich der Schnee auf den Fahrbahnen türmte.

Zusätzlich kam es auf der Schnellstraße S7 zwischen Danzig und Warschau zu massiven Behinderungen. In der Region Mława erreichten die Staus eine Länge, die viele Reisende an ihre Grenzen brachte und selbst erfahrene Einsatzkräfte vor große Herausforderungen stellte. Infolge der extremen Schneefälle und umgestürzter Bäume kam es auch auf den Bahnstrecken zu erheblichen Störungen. Besonders betroffen war die Verbindung zwischen Allenstein und Neidenburg sowie weiter nach Soldau. Ein Intercity-Zug musste am Morgen des 1. Januar bei Waplitz unvermittelt anhalten, weil ein umgestürzter Baum die elektrische Oberleitung abgerissen hatte. Der Zug blieb für mehrere Stunden stehen, und die 41 Fahrgäste saßen zeitweise ohne funktionierende Heizung in den Wagen fest, zu ihrem Glück konnte die Leitung innerhalb weniger Stunden repariert werden.

Hochwassergefahr in Elbing
Äußerst angespannt war die Situation auch in Elbing, wo zusätzlich zu Schnee und Sturm auch noch eine Hochwassergefahr ausgerufen wurde. Das Zusammenspiel aus gefrorenem Boden, starkem Wind von der Ostsee, was zu einem Rückstau des Flusses führte, dazu eine beginnende Schneeschmelze sowie anhaltende Niederschläge ließ die Pegelstände steigen und sorgte für große Besorgnis bei den Bewohnern.

Die umliegenden Gemeinden bereiteten sich mit Sandsäcken auf das zu erwartende Hochwasser vor, die Einsatzdienste waren in ständiger Alarmbereitschaft, um im Ernstfall schnell reagieren zu können. Die aktuelle Wetterlage zeigt, wie verletzlich selbst gut vorbereitete Regionen gegenüber extremen Naturereignissen sein können. Während im südlichen Ostpreußen weiterhin um befahrbare Straßen, die Sicherung der Versorgung und den Schutz vor weiteren Schäden gekämpft wird, hoffen viele Menschen auf eine baldige Entspannung der Lage, doch der ostpreußische Winter scheint seine Kraft noch längst nicht verloren zu haben.


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