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Vor 80 Jahren wurde die „Kaliningradskaja Oblast“ gegründet – Umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur
Die Region Königsberg geht mit einem ambitionierten Haushalts- und Wirtschaftsplan ins neue Jahr. Bei der letzten Sitzung der Regionalregierung im Jahr 2025 skizzierte Gouverneur Alexej Besproswannych die zentralen Punkte: Investitionen in die kommunale Infrastruktur, gezielte Wirtschaftsförderung sowie umfangreiche Bundeszuschüsse sollen die Entwicklung der Exklave stabilisieren und vorantreiben.
Einen Schwerpunkt für 2026 bildet die Abfallwirtschaft. Nach Angaben des Gouverneurs sollen mehr als 1.100 Containerstellplätze saniert oder neu errichtet sowie rund 2.500 neue Müllcontainer angeschafft werden. Zusätzlich ist geplant, in den kommenden drei Jahren 102 Spezialfahrzeuge für den Abfalltransport zu erwerben. Das Investitionsvolumen liegt bei umgerechnet rund 13 Millionen Euro.
Parallel rückt die Lage vieler Wohnhäuser in den Fokus. Insbesondere der schlechte Zustand veralteter Aufzugsanlagen in Hochhäusern bereitet der Regionalregierung Sorgen. Wohnungs-Verwaltungsgesellschaften, die ihren Pflichten nicht nachkommen, sollen überprüft und gegebenenfalls sanktioniert werden.
2026 wird für die Region ein Jubiläumsjahr: „80 Jahre Oblastgründung“. Mehrere ursprünglich später geplante Projekte konnten bereits 2025 umgesetzt werden, darunter die Fertigstellung des Golowko-Parks in Pillau für die kommende Tourismussaison.
Der Haushalt 2026 wird maßgeblich mit Mitteln aus Moskau bestritten. Nach Angaben des Vorsitzenden der regionalen Verwaltung, Andrej Kropotkin, erhält die Region knapp 490 Millionen Euro aus dem Bundesföderationshaushalt. Davon fließen mehr als 170 Millionen in die Unterstützung von Unternehmen.
Moskau stellt Milliarden bereit
In den Folgejahren soll dieser Betrag weiter auf über 220 Millionen Euro 2027 und fast 275 Millionen im Jahr 2028 steigen. Die größte Steigerung bei der Mittelbereitstellung betrifft den Straßenbau. Die Gesamtausgaben des Straßenfonds der Region belaufen sich 2026 auf 249 Millionen Euro. Neben Großprojekten wie der Nordumgehung und der Brücke über den Pregel sind der Bau und die Sanierung von 25 weiteren Straßen und Brücken vorgesehen.
Größter Einzelposten im regionalen Haushalt ist die Bildung. Für das staatliche Programm sind 2026 280 Millionen Euro vorgesehen. Geplant sind unter anderem die Sanierung und Aufwertung der Gelände von 23 Bildungseinrichtungen sowie der Weiterbau von drei Schulen in Königsberg. Auch andere soziale Bereiche profitieren: Das Gesundheitswesen erhält zusätzliche 30 Millionen Euro, für soziale Unterstützungsmaßnahmen sind 23 Millionen Euro eingeplant, für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung stehen 17 Millionen Euro bereit.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die kommunale Infrastruktur. Insgesamt sollen rund 340 Millionen Euro in diesen Bereich fließen – darunter Subventionen für Versorgungsunternehmen, die Modernisierung von Wasser-, Wärme- und Gasnetzen, die Sanierung von Mehrfamilienhäusern sowie Programme zur Umsiedlung aus baufälligen Wohnungen.
Die Einnahmen des Regionalhaushalts belaufen sich 2026 auf 1,2 Milliarden, während die Ausgaben bei rund 1,7 Milliarden Euro liegen. Der Haushalt bleibt damit deutlich investitionsorientiert – getragen von einer umfangreichen Unterstützung aus Moskau und dem Anspruch, Infrastruktur, Wirtschaft und Lebensqualität gleichermaßen zu stärken.