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Partnerin John Lennons – Düsseldorf stellt die Künstlerin Yoko Ono vor, die im Februar Geburtstag hat
Im Japanischen bedeutet das Wort „Yoko“ „hübsches Kind“, aber auch „Kind der Sonne“ oder „Kind des Meeres“. Die japanische Künstlerin Yoko Ono bevorzugt letztere Version. Weltweit bekannt und berühmt wurde das „Kind des Meeres“ durch die Ehe mit dem Sänger und Komponisten John Lennon. Am 20. März 1969 heiratete Yoko den damals noch 28-jährigen „Beatle“ im britischen Gibraltar.
Doch nicht erst durch diese Ehe ist sie bekannt geworden. Die gebürtige Tokioterin, die am 18. Februar ihren 92. Geburtstag feiern wird, hatte sich nämlich schon Anfang der 1960er Jahre in der Kunstszene von New York und in London einen Namen als Künstlerin der sogenannten „Fluxusbewegung“ und als Konzeptkünstlerin gemacht.
Werke dieser Kunstrichtung kann man sich nicht zu Hause an die Wand hängen oder ins Zimmer stellen. Die räumlich und zeitlich begrenzten (vergänglichen) Aktionen (Performances) und „Happenings“ werden aber mit Fotos und Videos unbeteiligten Zeitgenossen und der Nachwelt zugänglich gemacht.
Auch die 200 Werke umfassende Ausstellung „Music of the mind“ (Musik des Geistes) der Kunstsammlung NRW/K20 in Düsseldorf zeigt einige der frühen Aktionen Yoko Onos. Zum Beispiel das Video „Cut Piece“ (Schneide-Stück) von 1964. Eine Frau sitzt auf dem Boden, und nach und nach treten einige Frauen und – deutlich mehr – Männer mit einer Schere an sie heran. Dabei zerschneiden sie gemeinsam ihre Kleidung. Manchmal zaghaft, manchmal beherzt werden Teile der Bluse und schließlich auch der BH weggeschnitten. Schamhaft bedeckt die Frau am Ende ihre entblößten Brüste. Ono prangerte damals damit sehr subtil die Gewalt gegen Frauen an.
Der Film No. 4, „Bottoms“ (Hintern, vulgo „Ärsche“) von 1966/67, zeigt in Dauerschleife 200 Gesäße. Nicht mehr und nicht weniger. Obwohl das ermüdend langweilige Video nicht sexistisch ausgelegt ist, wurde es zensiert und war in Großbritannien zeitweise verboten.
Mit ihrem Ehemann John Lennon setzte sich Yoko Ono engagiert für Frieden und Humanität ein. Damals tobte noch der Angriffskrieg der USA gegen Vietnam. Geschichte schrieb damals der weltweit verbreitete Lennon-Song „Give peace a chance“. Er wurde zu einer Art Hymne der Friedensbewegung. Das Lied entstand während einer legendäre „Bed-In for peace“-Aktion. Ono und Lennon legten sich 1969 eine Woche lang in einem Hotelzimmer im kanadischen Montreal ins Bett. Begleitet von Journalisten und Kameras warben sie für Frieden. Onos Licht-Installation „Peace is power“ (Frieden ist Stärke) von 2017 wird während der Ausstellung auf die Museums-Fassade projiziert.
Auch als Musikerin machte sich Yoko Ono einen Namen. Die „Plastic Ono Band“ mit John Lennon produzierte Pop-Musik. Später, nach der Ermordung John Lennons am 8. Dezember 1980, wandte sich Ono mehr und mehr der „Music for the mind“ (Musik für den Geist) zu, „ganz ohne Ton, alle saßen herum und stellten sich Klänge vor“.Siegfried Schmidtke
Yoko Ono. Music of the Mind (bis 16. März). Kunstsammlung NRW, K20, Grabbeplatz 5, 40213 Düsseldorf, Eintritt: 16 Euro, ermäßigt 14 Euro; Katalog: 42 Euro. Die Ausstellung wandert anschließen nach Berlin und ist im Gropius-Bau vom 11. April bis 31. August zu sehen www.kunstsammlung.de