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Der Wochenrückblick

Hauptsache neben dem Thema

Wie Carsten Linnemann die Debatte rettet, und wie sich die Linkspartei in den Abgrund schleudert

Hans Heckel
22.07.2023

Wenn man nicht will, dass sich die Öffentlichkeit allzu sehr für ein Thema interessiert, das einem unangenehm ist, muss man den Leuten ein anderes Thema servieren, das sich vor das unangenehme schiebt wie eine Theaterkulisse. Die Sache mit den immigrantischen Schwimmbadkrawallen passt niemandem im etablierten Parteienkarussell so recht in den Kram, wofür jeder seine eigenen Gründe hat.

Schwung in die Debatte brachte erst der designierte neue CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann mit seiner Forderung nach Schnellgerichten, welche die Gewalttäter noch am Tage des Vergehens aburteilen sollen. Mit maximal gespielter Empörung stürzte sich das grünrote Lager auf Linnemanns Vorstoß, wobei die schimpfenden Rohrspatzen ihre tiefe Erleichterung kaum verbergen konnten: Da hatten sie ihr Ablenkungsthema, ihre Kulisse, hinter der sie das eigentliche Drama verstecken konnten.

Nun ging es zum Glück nicht mehr um das Verhalten gewisser junger Männer, die aus Ländern zu uns kamen, aus denen man um jeden Preis (den der deutsche Normalmichel bezahlen soll) noch so viel mehr Menschen zu uns holen möchte – sondern um den verwerflichen „Populismus“ des bösen CDU-Sheriffs. All jene, die wegen des unübersehbaren Zusammenhangs von offenen Grenzen und verlogener Multikulti-Seligkeit mit den Vorgängen in den Freibädern zunächst nur herumdrucksen konnten, liefen im Nu zur Hochform auf.

Wobei Linnemann sehr gern das Ziel dieser Ablenkungskampagne abgibt. Denn auch seine Partei zieht einen schönen Vorteil aus der Spiegelfechterei. War es nicht eine CDU-Vorsitzende im Kanzleramt, die dereinst die Schleusen sperrangelweit geöffnet hat für die ungebremste Einwanderung, als sie log, „wir können nicht kontrollieren, wer über unsere Grenzen kommt“? Daran möchte man im Adenauerhaus aus gutem Grunde nicht gern erinnert werden und schlüpft daher voller Wonne in die Kluft des „Law and Oder“-Kämpfers.

Apropos „herumdrucksen“: Im verschwitzten Bemühen, von den eigentlichen Problemen abzulenken, haben uns manche Medienmacher wieder wahre Meisterstücke des Schwachsinns geliefert. Am besten hat mir der Autor der „Zeit“ gefallen, der die gestiegenen Pommes-Preise als Auslöser der Gewaltexzesse erkannt haben will. Selten setzt sich Ratlosigkeit derart phantasievoll in Szene, wundervoll!

Das ist sogar noch besser als die Geschichte, die man uns angesichts der Freibad-Keilereien im vergangenen Jahr angeboten hatte. Damals hieß es, die hohen Temperaturen hätten die Gemüter der jungen Männer erhitzt. Allerdings zerschellte diese Mär an der simplen Frage, warum dann nicht die Olivers aus unserem kühlen Norden durchgedreht sind statt der Ahmeds mit deren Wurzeln in den heißesten Regionen der Welt.

Egal: Hauptsache, das eigentliche Problem kommt nicht zur Sprache. Da ist jede noch so dämliche Ausrede gut genug. Zumindest, solange man sich darauf verlassen kann, dass die tonangebenden Medien den hanebüchenen Quatsch kritiklos übernehmen werden. Aber deren Brandmauer gegen die Wirklichkeit steht immer noch bemerkenswert fest.

Indes lässt die Schutzwirkung der Mauer nach, wenn sich immer mehr Bürger die Finger verbrennen an jener Realität, die nicht sein darf. Wer bei so einem Krawall mal selbst dabei war oder – als ferner Beobachter – bloß eins und eins zusammenzählen kann, der lässt sich nur mit abnehmender Begeisterung von wohlfeilen Kommentatoren und „Experten“ erklären, dass alles ganz anders sei.

Das hätte schon was Historisches
Ein Knackpunkt ist, dass die Betroffenen der sich ausbreitenden Gewalt, sei es in Freibädern, sei es in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in „Brennpunktvierteln“, ganz überwiegend den einfachen Schichten des Volkes angehören, wo sich linke Parteien (die Grünen ausdrücklich ausgenommen) traditionell die Masse ihrer Wähler abholen.

Sahra Wagenknecht hat das erkannt und bastelt seit einiger Zeit schon an ihrer eigenen Partei, in der sie sozialistisches Gedankengut mit einer kritischen Einwanderungspolitik vermählen will. Ihr gegenüber steht die akademisch-kapitalistisch-aktivistische linke Elite des „Wokismus“, die sich wegen Wagenknechts Vorhaben Sorgen machen sollte. Und beileibe nicht nur die: Die Insa-Umfrage, was eine Wagenknecht-Partei bei den Thüringer Landtagswahlen im Herbst 2024 erwarten könnte (siehe Seite 8), sollte sämtlichen etablierten Parteien einen Schauer den Rücken runterjagen. Die AfD würde kräftig Federn lassen zugunsten einer Wagenknecht-Truppe. Das war zu erwarten und dürfte nicht einmal die Blauen selbst groß überraschen. Aber genauso viele Stimmenanteile wie von der AfD, nämlich zehn Prozentpunkte, könnte Wagenknecht zusammengenommen von den etablierten Parteien holen, wozu in Thüringen auch die Linkspartei zählt, die dort schließlich den Ministerpräsidenten stellt.

Gut, Thüringen ist nicht der Bund. Aber hier ging zusammen mit zwei weiteren mitteldeutschen Landtagswahlen vor neun Jahren der Siegeszug der AfD los. Und nach den Zahlen von Insa wäre das herkömmliche bundesdeutsche Parteiensystem im Freistaat demnächst komplett in Trümmer gelegt.

Das hätte schon was Historisches. In der Geschichte kann man beobachten, dass sich dahinsiechende Systeme ihrem eigenen Untergang nicht etwa entgegengestemmt haben, sondern dass sie ihr eigenes Ende ganz im Gegenteil noch beschleunigten. Der Zusammenbruch in Thüringen träfe niemanden härter als die Linkspartei, die dort ihren einzigen Regierungschef hat. Dem historischen Muster folgend scheint sich tatsächlich gerade jene Partei mit Eifer in den Strudel des eigenen Absturzes zu schleudern.

Kurz nach Bekanntwerden der bedrohlichen Umfrage hoben die Genossen Carola Rackete als Spitzenkandidatin für die EU-Wahlen auf den Schild, die nur wenige Wochen vor der Thüringen-Wahl auf dem Kalender stehen. Rackete, die „Kapitänin“, ist ein Inbild des elitären, die einfachen Landsleute verachtenden Linksextremismus der höheren Bürgerkinder, weshalb sie die letzten altsozialistischen Traditionswähler der Linkspartei in die Flucht schlagen dürfte. Sahra wartet auf sie mit weit ausgebreiteten Armen!

Martin Schirdewan, Co-Bundeschef der Linken, schwärmt über die Rackete-Kandidatur: „Wir öffnen die Linke für breite gesellschaftliche Bündnisse.“ Der arme Tropf verwechselt das gut geflochtene Netzwerk linksgrüner Lobbygruppen tatsächlich mit der Gesellschaft und sieht nicht, dass dieses Netzwerk das, was man gemeinhin „Gesellschaft“ nennt, bloß simuliert.

Und Rackete selbst? Die sagte einmal, dass sie sich gut vorstellen könne, weitere 50 Millionen Afrikaner nach Deutschland zu holen. Sie selbst wolle aber nach Chile oder so auswandern, weil in Deutschland dann zu viele Menschen auf zu engem Raum wohnten.


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Kommentare

Gregor Scharf am 22.07.23, 10:59 Uhr

Nach der Wende schwappte der Kriminelle Abschaum über Mitteldeutschland herein und wir hatten im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände und Füße voll zu tun, um unsere Clubs, Diskotheken, Bars und vor allem die Mädels zu beschützen. „Nazis“ war das Schimpfwort, dass uns ständig entgegenschlug, wenn wir hinlangten, weil Bildungsferne nicht auf gute Worte reagieren, sondern nur eine Sprache verstehen. Wir hielten unsere Viertel sauber. Die Polizei war froh, dass sie sich auf uns verlassen konnten. Die Folgegeneration kämpfte schon nicht mehr so zäh, während auch zunehmend Schusswaffen ins Spiel kamen. Und wo stehen wir heute?
Es gibt kein deutsches Volk mehr. Die letzte Bastion war Mitteldeutschland. Aus der Not heraus, hielten wir zusammen und schützten, was uns am Herzen lag. Heute sitzen die Kriminellen in höchsten Ämtern, befolgen ihren Irrweg der Zerstörung und nennen es obendrein auch noch Transformation. Schaffung von zielgerichteter, existenzieller Not weltweit, um sich hier als Helfer und Retter in Szene setzen zu können. Das ist die Basis „linker“ Politik, denn ohne Not und Elend haben sie keine Daseinsberechtigung.
Für die Völker Europas kommt es mit oder ohne Wahlen noch dicker. Vorbereiten, mental und physisch, so gut es geht. Was zählt, sind der Schutz von Leben und Gesundheit gegen Jeden, der es bedroht, unabhängig ob Strassengang oder Parteienclan.

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