19.06.2024

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Der Wochenrückblick

Passt gerade nicht

Warum Kerosin plötzlich nicht mehr „klimaschädlich“ ist, und was auf Maui wirklich geschah

Hans Heckel
19.08.2023

Das ist ja mal ganz was Neues: Nachdem der Feldversuch für den Bau eines Oberleitungsnetzes für elektrisch betriebene Lastwagen offensichtlich fehlgeschlagen ist, soll eine der drei Teststrecken wohl bald abgerissen werden!

 Wirklich beeindruckend, wie gründlich der Versuch fehlgeschlagen ist, selbst für unser Deutschland nach 16 Jahren Merkel und unter der Ampel.

Die Teststrecke in Baden-Württemberg wurde von aufgewirbeltem Streusalz lahmgelegt, technische Probleme und organisatorisches Chaos begleiteten das Projekt von Anfang an. Überhaupt hatten Experten den Ausbau eines flächendeckenden Netzes an 4000 Kilometern Autobahn schon beim Start des Tests als „völlig utopisch“ verworfen.

 Warner wiesen zudem darauf hin, dass die gewaltigen Bauten die Landung von Rettungshubschraubern auf der Autobahn unmöglich machten. Die Öko-Bilanz fiel verheerend aus, und dann kostete der Spaß bislang auch noch stolze 190 Millionen Euro.

Ja, ja, alles so weit verstanden. Aber das Ding stoppen, nur weil es bestialisch teuer ist und – vollkommen absehbar – sowieso niemals funktionieren wird? Das überrascht uns dann doch ganz erheblich. Normalerweise lautet die Devise in solchen Fällen: Dann machen wir eben mehr davon, bauen ordentlich aus und versenken Finanzmittel in diesem Blödsinn, bis es kracht. „Es ist ja nur Geld“ lautet das Bonmot unseres Wirtschaftsministers bei derartigen Gelegenheiten, das uns ebenso im Gedächtnis haften blieb wie Habecks sagenhafte Auslassungen zum Thema Insolvenz.

Diese Marschrichtung schlug unsere Politik schon bei der Euro-Krise ein und setzt sie mit ihrem Angriff auf die Heime und Heizungen der Bürger fort. Auch das wird nicht funktionieren, wie wir uns hier neulich zusammengerechnet haben. Aber dann machen wir's eben umso doller.

Aber manchmal geht es eben wirklich nicht mehr. „Nichts klappt“ titelten wir vergangene Woche, ohne zu ahnen, auf welch plastische Weise uns das Auswärtige Amt in dieser recht pauschalen Bestandsaufnahme bestätigen sollte. Die ganze Welt lacht über eine deutsche Außenministerin, die es selbst beim zweiten Anlauf nicht schafft, von Abu Dhabi nach Australien zu fliegen, weil der Schrottvogel der Flugbereitschaft die Startklappen nicht eingefahren bekommt. Das Geld für die Instandhaltung kann halt schon mal knapp werden, wenn man 137.000 Euro jährlich für die Visagistin von Frau Baerbock aufwenden muss. So geht das heute: Sie kriegen zwar nichts gebacken, sehen aber toll dabei aus! 200.000 Liter Kerosin mussten bei den gescheiterten Starts in die Luft gesprüht werden, um eine sichere Landung auf dem Ausgangsflughafen zu gewährleisten.

Ist das nicht auch umweltschädlich? Nicht doch, springt der WDR der Regierung bei: Nur ganz wenig davon lande auf dem Boden, das meiste verdunste in der Atmosphäre. In der Atmosphäre also – und was sagt das Klima dazu? Gar nichts, weil das nämlich jetzt gerade nicht passt.

Denn passen müssen die Geschichten schon, die man uns erzählt. Nicht zur Wirklichkeit natürlich, aber auf jeden Fall zum großen „Narrativ“. So wusste besagtes Außenamt zu dem entsetzlichen Feuer auf der Hawaii-Insel Maui umgehend zu schlussfolgern, dass wir hier einen klaren Beleg für die „tödliche“ Bedrohung durch die „Klimakrise“ vor uns hätten. Es kamen bekanntlich fast hundert Menschen ums Leben.

Die Wähler gehören bestraft
Wer etwas näher hinguckt, dem springt der Vergleich zum Ahrtal ins Gesicht: ein monströses Versagen der Behörden. Auf Maui wurde zunächst gar nicht gewarnt. Die Gefahr zeigte sich den Leuten längst in gewaltigen Rauchsäulen, während Sirenen und Warn-Apps noch gemütlich schwiegen und öffentliche Verlautbarungen versprachen, man habe die Sache unter Kontrolle.

Nichts hatte man. Und als die Warnungen und Evakuierungen endlich anliefen, war es eben für entsetzlich viele Menschen zu spät.

Diese Nachricht ist aber nicht „hilfreich“. Denn die Einsicht, dass behördliches Versagen für die hohe Opferzahl verantwortlich sein könnte, liegt quer zur Erzählung, hier sei das Ergebnis einer „Klimakrise“ zutage getreten. Wenn ein Schiff wegen schlampiger Wartung unter der Aufsicht eines desinteressierten Kapitäns absäuft und dabei fast hundert Menschen ertrinken, weil sie nicht rechtzeitig gewarnt wurden, verweisen Kapitän und Mannschaft gewiss auch lieber auf das schwierige Wetter als Urheber der Katastrophe. Noch dazu, wenn es ihnen gelingt, die Menschheit, also irgendwie sogar die Ertrunkenen, für das Wetter mitverantwortlich zu machen wie in der beliebten Erzählung von der „Klimakrise“.

Die Wahrheit über die Tragödie von Maui ist noch aus einem zweiten Grund zu sperrig, um sie in der Öffentlichkeit groß auszubreiten. Hinter behördlichem Versagen steht bekanntlich immer auch ein politisches. Die Politik übt schließlich die Aufsicht über den Apparat aus, sie ist der Kopf des Fisches. Die Regierung des Staates Hawaii, dem der Katastrophenschutz auf Maui unterliegt, steht aber politisch links, es sind Demokraten, die dort seit vielen Jahren das Zepter führen. Wären es Republikaner, ließe sich über die Versäumnisse des Gouverneurs sicher eine eigene Geschichte schreiben, die man uns ganz gewiss auch in Deutschland sehr gern erzählt hätte. Insbesondere, wenn der Typ womöglich zum Trump-Lager in seiner Partei zählte. Aber so?

Die Buchung des Unglücks aufs Konto der „Klimakrise“ bietet überdies die Chance für die Politik und ihr nahestehende Medien, die eigene Bevölkerung beim Kragen zu packen. Schließlich sollen an der „Krise“ ja die Menschen schuld sein wegen ihres sündigen Lebenswandels, ganz besonders natürlich die deutschen Menschen. So schiebt man die Verantwortung ganz sachte von einer linken Regierung und deren bräsiger Verwaltung auf die eigenen Bürger, auf dass deren Schuldgefühle erblühen mögen. Schuldgefühle machen gefügig. Wer sich schuldig vorkommt, der sehnt sich nach Vergebung und tut daher, was der Ankläger von ihm verlangt.

Wehe ihm, wenn nicht! Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in seiner Rede zum Jubiläum des Herrenchiemsee-Konvents, wo vor 75 Jahren das Grundgesetz entworfen wurde, das Richtschwert aus der Scheide gezogen und es grollend vor das Volk gehalten: „Kein mündiger Wähler kann sich auf mildernde Umstände herausreden, wenn er sehenden Auges politische Kräfte stärkt, die zur Verrohung unserer Gesellschaft und zur Aushöhlung der freiheitlichen Demokratie beitragen.“

Wen er mit diesen „Kräften“ meinte, darüber war sich die Medienwelt rasch einig, und das Bundespräsidialamt hat da auch nicht widersprochen: die AfD. „Mildernde Umstände“ ist ein Begriff aus dem Strafrecht. Ein Bundespräsident droht Oppositionswählern also mit der eisernen Härte des Strafrechts. Und das ausgerechnet zur Feier des Grundgesetzes – sehr aufschlussreich!


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Kommentare

Chris Benthe am 27.08.23, 12:41 Uhr

@ Gregor Scharf am 19.08.23, 11:36 Uhr:
Habe mich köstlich amüsiert über Ihre Wirklichkeits-Verkennung. Diese Verkennung auf Seiten der Regierenden ist es, die unser Land immer tiefer in den Sumpf hineinreitet. Und nicht kluge Leute wie Höcke.

Gregor Scharf am 24.08.23, 14:28 Uhr

@M.Holz
Unabhängig und frei, jede Ideologie und religiöse Dogmen ablehnend, vereidigt auf den Schutz Deutschlands, weder rechts, noch links, noch grün mit der Hoffnung darauf, dass die Menschen sich nicht mehr gegeneinander ausspielen lassen.
Um die Sache aufzuklären: Es ging mir darum, aufzuzeigen, wie leicht man Fakten, Tatsachen und Geschichte verdrehen, verzerren und auslegen kann, um zu manipulieren, wie es einem nützlich erscheint. Mit dem Einsatz von KI wird das Verwirrspiel noch gesteigert.
Danke der Nachfrage.

Michael Holz am 23.08.23, 14:57 Uhr

Gregor Scharf, wessen Lakai sind Sie?

Torsten Gems am 22.08.23, 06:45 Uhr

Danken wir den mutigen Bürgern von 1848 und 1949 für ihren unermüdlichen und aufopferungsvollen Einsatz für Demokratie und Meinungsfreiheit.
Geradezu verwunderlich ist es, oder auch wieder nicht, dass sich die nächste Diktatur auf Abwehrmechanismen beruft, die ein „Nie wieder!“ rechtfertigen sollen.
Die Wahrheit, die ich hier aus einem Kommentar herauslese, der sich auf den Wochenrückblick von Hans Heckel bezieht, entwirft genau dieses Bild eines hochgradig linkskonditionierten Bildungsabgängers, der in reaktionärer Manier gleich jedem Regierungskritiker auf das rechte Händchen haut, aus Angst er hebt zum Gruß gleich den kompletten Arm.

Es ist bezeichnend, wie jeder Keim einer Kritik an der derzeitigen Regierung oder deren Projekte immer wieder mit dem linken Nazispaten plattgedroschen werden soll.
Dabei ist man sich der Konditionierung bewusst, die viele Bürger in sich tragen, die in der Bundesrepublik seit den späten 1960er Jahren das Bildungssystem durchlaufen und absolviert haben.
Immer wieder appelliert man durch Schlagworte und rechte Zuordnungen dieses unwohlsame Bauchgefühl zu wecken und hofft dabei, dass alle mit dem Finger auf diesen Neofaschisten zeigen, der es gewagt hat eine linke Regierung zu kritisieren. Selten zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik waren Meinungen so polarisierend. Die Zunahme der eindeutigen Lagerzugewandtheit wird mit dem totalen Versagen eines passiven Lachkanzlers und einer regierenden Partei, die nur von 14,8 Prozent der Wähler gewählt wurde, immer deutlicher.
Kaum auszuhalten ist dies auf der Seite, auf der man sich mit knapp 15 Prozent und Dank eines nicht in Erscheinung tretenden Kanzler so sicher fühlte, dieses Land in eine romantisierte Multikulti-Ökokommune verwandeln zu können.
All dies steht Dank einer Regelmäßigkeit, die wir aus der Geschichte bereits mindestens zweimal entnehmen konnten, vor dem Scheitern. Totalitäre Verbotsstrukturen sind nicht nur in Deutschland ein offensichtlich ungern gesehener Gast.
Linke haben nicht umsonst die Terminologie des „Whataboutism“ erfunden, der in seiner ursprünglichen Form die Kritik an der Regierung in der Quantität stigmatisieren sollte. Aber gerade scheint es so, als hätten linksgrüne Jünger den „Whataboutism“ für sich entdeckt, wie sonst ist es zu erklären, dass nach einem regierungskristischen Artikel, zusammenhanglos an das Gewissen der Nachfahren appelliert wird, ein Versprechen einzuhalten, das die meisten niemals gegeben haben. Ich selbst habe meine Großeltern und den Großonkel regelmäßig zu Ostpreußentreffen begleitet und habe somit bis ins junge Erwachsenenalter Kontakt zu denen gehabt, die ein Versprechen hätten einfordern können, dass niemals gegeben und auch niemals so eingefordert wurde.
Allenfalls in den feuchten Propagandaträumen betroffenheitsbesoffener und deutschlandhassender Linksgläubiger werden derartige Schwüre geschwurbelt.
Genauso abenteuerlich ist die Behauptung, dass Hitler ein Lakai Stalins war und die AfD der Lakai Moskaus. Im linken Saft wird nicht nur in unserem Bildungssystem die Stalinsche Säuberung, der mehr als neun Mio. Menschen bis zum Tode Stalin 1953 zum Opfer fielen, totgeschwiegen, auch der Öffentlich rechtliche Rundfunk schaut bei diesem Thema beschämt auf den Boden und zählt die Teppichflusen.
Gegen Waffenlieferungen zu sein und sich für diplomatische Beziehungen zu einzusetzen, kehren linksgrüne Gutmenschen in das rrrräääächtsreaktive Lager. Bitte entscheidet euch jetzt einmal, ob wir ein Versprechen einhalten sollen, den Frieden in Deutschland und Europa zu sichern oder wieder einmal alles einer Ideologie opfern sollen!
Die Grünen haben unter dem Deckmantel des Umweltbewusstseins den Weg in die Regierungen und Parlamente gefunden.
Die Ökoideologie ersetzt den Rassenwahn einer gescheiterten Epoche und die Menschen entwickeln ein Gespür dafür, was in diesem Land gerade passiert. Die Menschen in Mitteldeutschland, die noch unmittelbar von der zweiten Diktatur betroffen waren, haben ein feines Gespür für derartige Entwicklungen und bringen soviel Energie in dieses Aufbegehren, dass Ihre sog. rechte Welle schon bald im Westen anlanden wird. Sie wird, so hoffe ich, die Republik reinwaschen vom Transformationswahn.

Gregor Scharf am 19.08.23, 11:36 Uhr

Guten Tag Herr Heckel, Verdrehen, Hineininterpretieren und Zusammenhänge konstruieren gehören zum politischen Tagesgeschäft. Das ist bei Ihnen und Ihren Kommentaren nicht anders. Man könnte auch hier anders argumentieren. Denn tatsächlich ist es für jeden Deutschen, der seinen Grosseltern versprochen hat, nicht noch einmal zuzulassen, dass sich nationalsozialistische und rassistische Strömungen mit dem feuchten Traum von einem Grossdeutschland hier in unserem Land rotzfrech und dreist etablieren können, eine ernsthafte Herausforderung und Pflichtaufgabe.
Was hier aus den westlichen Bundesländern über die mitteldeutschen hereingeschwappt ist, gemeint ist die Mischpoke der Hitlerversteher, die sich als Vertreter des deutschen Volkes gerieren, verbietet sich von selbst.
Wer dafür Partei ergreift, hat tatsächlich unsere Vergangenheit nicht richtig bewältigt und aufgearbeitet und verspielt die Zukunft ganz Europas. Deutschland ist ohnehin nur mit sich selbst beschäftigt und wird durch die unzulängliche Aufarbeitung seiner Geschichte abermals in diese verstrickt. Und wer heute noch meint, den rechten Arm heben zu müssen, um lauthals in einem Fussballstadion "Heil H*er" zu grölen, wird selbigen vermutlich schon morgen abgehackt bekommen, denn die Russen werden ein erneutes Aufkeimen zu ersticken wissen. Das ist das Dilemma eines Volkes, das bis auf den heutigen Tag in weiten Teilen nicht in der Lage ist, seine Vergangenheit zu bewältigen und zu erkennen, dass unsere Vorfahren zwei aufeinanderfolgenden Verbrechersyndikaten aufgesessen sind, die durch ihre Hirngespinste und Taten erst dazu beigetragen haben, den Bolschewismus über einen grossen Teil Europas auszubreiten. Hitler war ein Lakai Stalins. Die hochgejubelte AfD ist ein Lakai Moskaus. Parallelen tun sich auf, die man ebenfalls hineininterpretieren kann, wenn man den Reden eines Herrn Höcke und anderer Parteimitglieder zuhört. Bedauerlicherweise ist dem so und ich habe es exakt so verhergesagt, als die Frauke Petry noch das Zugpferd gespielt hat.
Der "Alte Fritz" würde sich im Grabe herumdrehen bei so vielen Wirrköpfen in seinem Land. Er plädierte dafür, dass jeder nach seiner Facon leben solle und war es leid über Dummköpfe zu regieren. Wie sich die Zeiten doch ändern. Deutschland hat seinen Zenit überschritten. Das ist eine Tatsache. Es bedeutet aber nicht, dass man deshalb seine Menschlichkeit und den Kampf gegen jede Form von Unterdrückung und ideologische Ghettos aufgibt. Erinnert sei daran, wer Hader und Zwietracht sät, ist ein Kind des Verderbers. Und wer sich öffentlich bekreuzigt, um anschliessend andere mit Raketen und Bomben zu überziehen, ist ein Gotteslästerer der schlimmsten Sorte.

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