04.06.2020

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Sehr einseitige Studie

W. K.
01.01.2020

Systematische Vertreibungen bestimmter Volksgruppen aus ihren angestammten Siedlungsgebieten habe es nicht nur zum Ende des Zweiten Weltkrieges oder später auf dem Balkan gegeben, sondern auch im „Heiligen Land" vor und nach der Gründung des Staates Israel. Diese These vertritt der israelische Historiker Ilan Pappe in seiner Studie „Die ethnische Säuberung Palästinas".

Allerdings tut er dies auf einseitige Weise, indem er das angeblich planvolle Vorgehen der jüdischen Seite in den schwärzesten Farben zeichnet und die parallelen Gewalttaten der oftmals freiwillig in die Länder ihrer arabisch-muslimischen Gesinnungsgenossen übergewechselten und eben nicht „vertriebenen" Palästinenser verharmlost. Darüber hinaus stützt Pappe seine Vorwürfe auf Quellen, die er keineswegs so exakt angibt, wie es angesichts des hochbrisanten Themas angebracht wäre –manche Kritiker wie sein Landsmann Benny Morris bezeichnen ihn deshalb als Lügner. Aufgrund dieser inhaltlichen „Schlagseite" des Buches in Verbindung mit methodischen Mängeln verwundert es wenig, dass das für antiisraelische Propaganda bekannte Palästinakomitee Stuttgart Mitinhaber der Rechte an der deutschen Ausgabe ist.

Ilan Pappe: „Die ethnische Säuberung Palästinas", Westend 2019, broschiert, 416 Seiten, 20 Euro



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