26.10.2020

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Pandemie-Bekämpfung

Trumps Kritik ist berechtigt

Unter dem Einfluss Chinas hat die WHO im Umgang mit Corona schwere Fehler begangen

Wolfgang Kaufmann
30.04.2020

Am 15. April verfügte der US-Präsident Donald Trump den Stopp der Zahlungen seines Landes an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für 60 bis 90 Tage. In dieser Zeit solle die Rolle der WHO bei der „schlechten Handhabung und Vertuschung der Ausbreitung des Coronavirus" geklärt werden.

Auch andere kritisieren die WHO

Bei der WHO ist vieles falsch gelaufen. Obwohl die ersten Covid-19-Fälle bereits im November publik wurden, vertraute die WHO ganz auf die Machthaber in Peking, die erst am 7. Januar eingestanden, dass ein neues Coronavirus umgehe. Anschließend leugnete die WHO bis zum 14. Januar die Möglichkeit der Übertragung von Mensch zu Mensch und machte hernach wissentlich falsche, das heißt deutlich zu niedrige Angaben über die Ansteckungsraten im chinesischen Seuchenzentrum Wuhan. Ebenso verkündete die UN-Sonderorganisation noch am 27. Februar, allgemeine Reisewarnungen seien unnötig. Darüber hinaus sträubte sich der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bis zum 11. März, den inzwischen längst eingetretenen Pandemiefall offiziell auszurufen. Schlimmer konnten es die WHO und ihr Chef wirklich nicht „vermasseln", um einen Ausdruck Trumps zu gebrauchen.

Die Ursache dieses Totalversagens liegt in der unübersehbaren Hörigkeit der WHO gegenüber den Machthabern in Peking. Die wiederum resultiert ganz maßgeblich aus der Personalie Ghebreyesus. Der frühere äthiopische Außen- und Gesundheitsminister verdankt seine Wahl der Fürsprache der Volksrepublik China. Die ist der drittgrößte Gläubigerstaat des ostafrikanischen Landes und rechnete deshalb mit Ghebreyesus' Willfährigkeit ihr gegenüber – wie sich herausstellte, durchaus zu Recht.

Pekings erfolgreicher Versuch der Vereinnahmung der WHO ist Teil seiner seit 2006 verfolgten Strategie, wichtige UN-Organisationen zu unterwandern – auch und gerade unter Ausnutzung des Rückzugs der USA. So traten diese 2018 aus dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UNHRC) aus. Grund hierfür war dessen einseitige politische Ausrichtung. Dadurch konnte China einen von fünf Plätzen im einflussreichen beratenden Ausschuss des UNHRC ergattern. Ansonsten werden derzeit bereits vier von 15 UN-Organisationen von Chinesen geführt, und in sieben anderen stellen diese die Vizechefs. Dieser ohnehin schon große Einfluss Chinas auf die WHO und die Vereinten Nationen dürfte durch die Entscheidung Trumps noch wachsen.
In der Sache ist letztere vollkommen berechtigt. Neben den USA üben mittlerweile auch noch mehrere andere Staaten harsche Kritik an der WHO, so zum Beispiel Japan, Australien, Indien oder Frankreich, wobei sich der japanische Vizepremier und Finanzminister Taro Aso sogar noch drastischer als Trump geäußert hat.

Trump agierte nicht fehlerfrei

Aber auch der US-Präsident selbst hat in der Frühphase der Corona-Pandemie einen folgenschweren Fehler begangen. Er verließ sich zu sehr auf die Verlautbarungen der WHO, obwohl ihm am 3. Januar ein expliziter schriftlicher Hinweis zugegangen war, welch immense Gefahr von dem neuartigen Virus für sein Land und die übrige Welt ausgehe. Der Alarmruf kam vom National Center for Medical Intelligence (NCMI), dem Nachrichtendienst der Vereinigten Staaten für Gesundheitsfragen, der dem militärischen Geheimdienst Defense Intelligence Agency (DIA) und dem Verteidigungsministerium untersteht. Diese überdeutliche Warnung seiner eigenen Experten hätte Trump besser ernst nehmen sollen.



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